Kennzeichen Des Lebendigen Klasse 5
Für Schüler der 5. Klasse ist es wichtig zu verstehen, was Lebewesen ausmacht. Diese Merkmale helfen uns, zwischen belebter und unbelebter Natur zu unterscheiden. Im Folgenden werden die wesentlichen Kennzeichen des Lebendigen einfach und verständlich erklärt.
Stoffwechsel
Der Stoffwechsel ist einer der wichtigsten Aspekte des Lebens. Er beschreibt die Gesamtheit aller chemischen Prozesse, die in einem Organismus ablaufen, um Energie zu gewinnen und aufrechtzuerhalten. Stell dir vor, du isst ein Brot. Dein Körper zerlegt das Brot in seine Bestandteile (Kohlenhydrate, Fette, Proteine) und nutzt diese, um Energie zu gewinnen, Zellen aufzubauen und Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Das ist Stoffwechsel in Aktion.
Nahrungsaufnahme
Lebewesen nehmen Nahrung auf, um Energie und Baustoffe zu erhalten. Pflanzen betreiben Photosynthese, wobei sie mithilfe von Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid Zucker (Glukose) herstellen. Tiere nehmen organische Stoffe durch Fressen auf. Diese Nahrung wird verdaut, um die benötigten Nährstoffe zu gewinnen.
Atmung
Die Atmung ist ein weiterer wichtiger Teil des Stoffwechsels. Lebewesen benötigen Sauerstoff, um die Energie aus der Nahrung freizusetzen. Bei der Zellatmung wird Glukose (Zucker) mit Sauerstoff abgebaut, wodurch Energie, Kohlendioxid und Wasser entstehen. Pflanzen atmen auch, obwohl sie auch Photosynthese betreiben.
Ausscheidung
Bei Stoffwechselprozessen entstehen auch Abfallprodukte. Diese müssen ausgeschieden werden, um den Organismus nicht zu schädigen. Tiere scheiden beispielsweise Harnstoff und Kohlendioxid aus. Pflanzen geben Sauerstoff (als Nebenprodukt der Photosynthese) und Wasser ab.
Wachstum und Entwicklung
Wachstum bedeutet, dass ein Lebewesen größer und schwerer wird. Entwicklung beschreibt die Veränderungen, die ein Lebewesen im Laufe seines Lebens durchmacht. Ein kleines Samenkorn wächst zu einer großen Pflanze heran. Ein Baby entwickelt sich zu einem Erwachsenen. Diese Prozesse sind genetisch gesteuert und benötigen Energie.
Zellteilung
Das Wachstum erfolgt durch Zellteilung. Eine Zelle teilt sich in zwei neue Zellen, die dann wachsen und sich weiter teilen. Dadurch vermehren sich die Zellen und der Organismus wird größer. Bei der Entwicklung differenzieren sich die Zellen und übernehmen unterschiedliche Funktionen (z.B. Muskelzellen, Nervenzellen).
Lebenszyklus
Jedes Lebewesen hat einen Lebenszyklus. Dieser beginnt mit der Geburt oder dem Schlüpfen, führt über Wachstum und Entwicklung zur Fortpflanzung und endet mit dem Tod. Der Lebenszyklus ist bei verschiedenen Lebewesen unterschiedlich lang und komplex.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung ist die Fähigkeit von Lebewesen, sich zu vermehren und Nachkommen zu erzeugen. Dadurch wird das Überleben der Art gesichert. Es gibt verschiedene Arten der Fortpflanzung.
Geschlechtliche Fortpflanzung
Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung verschmelzen zwei Geschlechtszellen (Eizelle und Samenzelle) zu einer Zygote. Die Zygote entwickelt sich dann zu einem neuen Lebewesen. Die Nachkommen haben eine Mischung der Erbanlagen beider Elternteile. Dies führt zu einer größeren genetischen Vielfalt.
Ungeschlechtliche Fortpflanzung
Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung entsteht ein neues Lebewesen aus einem einzelnen Elternteil. Die Nachkommen sind genetisch identisch mit dem Elternteil (Klone). Beispiele hierfür sind die Teilung von Bakterien, die Sprossung bei Hefen oder die vegetative Vermehrung bei Pflanzen (z.B. durch Ableger).
Reizbarkeit und Bewegung
Lebewesen reagieren auf Reize aus ihrer Umwelt. Ein Reiz kann beispielsweise Licht, Wärme, Berührung oder ein chemischer Stoff sein. Die Reaktion auf einen Reiz kann eine Bewegung sein oder eine Veränderung im Organismus.
Reaktion auf Licht
Pflanzen wachsen zum Licht hin (Phototropismus). Tiere suchen das Licht oder den Schatten, je nachdem, was für sie angenehmer ist.
Reaktion auf Berührung
Wenn man eine Mimose berührt, klappen ihre Blätter zusammen (Thigmotropismus). Tiere ziehen ihre Gliedmaßen zurück, wenn sie berührt werden.
Bewegung
Tiere bewegen sich, um Nahrung zu suchen, vor Feinden zu fliehen oder einen Partner zu finden. Pflanzen können sich auch bewegen, aber meistens sehr langsam (z.B. Drehen der Blätter zur Sonne).
Organisation in Zellen
Alle Lebewesen sind aus Zellen aufgebaut. Die Zelle ist die kleinste Einheit des Lebens. Es gibt Lebewesen, die nur aus einer Zelle bestehen (Einzeller), und Lebewesen, die aus vielen Zellen bestehen (Mehrzeller).
Einzeller
Einzeller sind winzige Lebewesen, die alle Lebensfunktionen in einer einzigen Zelle ausführen. Beispiele sind Bakterien, Amöben und Pantoffeltierchen.
Mehrzeller
Mehrzeller bestehen aus vielen Zellen, die sich zu Geweben, Organen und Organsystemen zusammenlagern. Diese Zellen sind spezialisiert und übernehmen bestimmte Aufgaben. Beispiele sind Pflanzen, Tiere und Pilze.
Zellstruktur
Eine Zelle besteht aus verschiedenen Bestandteilen, wie dem Zellkern (der das Erbgut enthält), dem Zytoplasma (die Flüssigkeit in der Zelle) und der Zellmembran (die die Zelle umgibt). Pflanzenzellen haben zusätzlich eine Zellwand und Chloroplasten (für die Photosynthese).
Vererbung
Lebewesen geben ihre Eigenschaften an ihre Nachkommen weiter. Diese Vererbung erfolgt über das Erbgut (DNA). Das Erbgut enthält die Informationen, die für die Entwicklung und Funktion des Organismus notwendig sind.
DNA
Die DNA (Desoxyribonukleinsäure) ist der Träger der Erbinformation. Sie ist wie ein Bauplan für den Organismus. Die DNA wird von den Eltern an die Nachkommen weitergegeben. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung erhalten die Nachkommen eine Mischung der DNA beider Elternteile.
Mutationen
Manchmal kommt es zu Veränderungen im Erbgut (Mutationen). Diese Mutationen können zu neuen Eigenschaften führen. In seltenen Fällen können Mutationen vorteilhaft sein und dem Lebewesen einen Überlebensvorteil verschaffen.
Zusammenfassung der Kennzeichen des Lebendigen
Um festzustellen, ob etwas ein Lebewesen ist, kann man folgende Fragen stellen:
- Nimmt es Nahrung auf und scheidet es Abfallprodukte aus (Stoffwechsel)?
- Wächst und entwickelt es sich (Wachstum und Entwicklung)?
- Kann es sich fortpflanzen (Fortpflanzung)?
- Reagiert es auf Reize und bewegt es sich (Reizbarkeit und Bewegung)?
- Ist es aus Zellen aufgebaut (Organisation in Zellen)?
- Gibt es seine Eigenschaften an Nachkommen weiter (Vererbung)?
Wenn eine Sache all diese Eigenschaften besitzt, handelt es sich um ein Lebewesen. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Lebewesen alle diese Eigenschaften zu jeder Zeit ihres Lebens zeigen. Zum Beispiel können sich sterile Tiere nicht fortpflanzen, aber sie sind trotzdem Lebewesen.
Indem man diese Kennzeichen des Lebendigen versteht, kann man die Vielfalt und Komplexität der belebten Welt besser wertschätzen.
