Kind 19 Monate Sehr Anstrengend
Die Herausforderungen des 19. Lebensmonats: Was macht diese Phase so anstrengend?
Der 19. Lebensmonat, auch bekannt als die Zeit um den "Trotzphase-Beginn", kann für Eltern eine besonders herausfordernde Phase sein. Viele Eltern berichten von verstärktem Trotzverhalten, Stimmungsschwankungen und einem allgemein erhöhten Bedarf an Aufmerksamkeit und Zuwendung ihres Kindes. Es ist wichtig zu verstehen, dass dieses Verhalten normal und ein wichtiger Teil der kindlichen Entwicklung ist. Dieser Artikel beleuchtet die Gründe für die Anstrengung in diesem Alter und bietet praktische Tipps für den Umgang damit.
Die Entwicklung des Kindes im 19. Monat
Im Alter von 19 Monaten machen Kinder enorme Fortschritte in ihrer Entwicklung. Sie lernen ständig neue Wörter, verbessern ihre motorischen Fähigkeiten und entwickeln ein stärkeres Gefühl für ihre eigene Identität. Diese Entwicklungen tragen zu den Verhaltensweisen bei, die Eltern als "anstrengend" wahrnehmen:
- Sprachentwicklung: Kinder in diesem Alter beginnen, Zwei-Wort-Sätze zu bilden und verstehen immer mehr von dem, was um sie herum gesagt wird. Die Frustration entsteht oft, wenn sie ihre Bedürfnisse noch nicht klar kommunizieren können.
- Motorische Fähigkeiten: Sie werden sicherer beim Laufen, Klettern und Erkunden ihrer Umgebung. Das Bedürfnis nach Bewegung und Erkundung kann jedoch zu Unfällen und Konflikten führen.
- Autonomie: Kinder entwickeln ein starkes Bedürfnis nach Unabhängigkeit und wollen Dinge selbst tun. Dies führt oft zu Konflikten, wenn ihre Fähigkeiten noch nicht ausreichen oder wenn Eltern aus Sicherheitsgründen eingreifen müssen.
- Emotionale Entwicklung: Sie erleben ein breites Spektrum an Emotionen, von Freude und Begeisterung bis hin zu Wut und Frustration. Sie lernen erst, diese Emotionen zu regulieren, was zu intensiven Gefühlsausbrüchen führen kann.
Warum ist der 19. Monat besonders anstrengend?
Die Kombination aus diesen Entwicklungsfortschritten und dem noch begrenzten Repertoire an Bewältigungsstrategien führt oft zu dem Verhalten, das Eltern als anstrengend empfinden:
- Trotzverhalten: Das berühmte "Nein" wird zum Lieblingswort. Kinder testen ihre Grenzen und die Reaktionen ihrer Eltern aus.
- Wutanfälle: Wenn etwas nicht nach ihrem Willen geht, können Wutanfälle auftreten. Diese können sehr intensiv sein und für Eltern schwer zu ertragen.
- Klammern: Manche Kinder werden in dieser Phase besonders anhänglich und wollen ständig in der Nähe ihrer Eltern sein.
- Schlafprobleme: Entwicklungsschübe und die Verarbeitung neuer Erfahrungen können zu Schlafproblemen führen.
- Essensprobleme: Kinder können plötzlich wählerisch beim Essen werden und bestimmte Nahrungsmittel ablehnen.
Tipps für den Umgang mit einem anstrengenden 19 Monate alten Kind
Es gibt viele Strategien, die Eltern helfen können, diese herausfordernde Phase zu meistern:
1. Geduld und Verständnis
Das Wichtigste ist, geduldig und verständnisvoll zu sein. Versuchen Sie, die Welt aus der Perspektive Ihres Kindes zu sehen. Erinnern Sie sich daran, dass sein Verhalten nicht böswillig ist, sondern Ausdruck seiner Entwicklung und seiner begrenzten Fähigkeiten.
2. Klare Regeln und Grenzen
Kinder brauchen klare Regeln und Grenzen, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Diese sollten altersgerecht und konsequent sein. Erklären Sie Ihrem Kind die Regeln auf einfache Weise und wiederholen Sie sie regelmäßig.
3. Wahlmöglichkeiten anbieten
Geben Sie Ihrem Kind Wahlmöglichkeiten, wann immer es möglich ist. Dies gibt ihm ein Gefühl von Kontrolle und Autonomie und reduziert die Wahrscheinlichkeit von Konflikten. Fragen Sie zum Beispiel: "Möchtest du den blauen oder den roten Pullover anziehen?"
4. Ablenkung
Wenn Ihr Kind kurz vor einem Wutanfall steht, versuchen Sie, es abzulenken. Bieten Sie ihm ein anderes Spielzeug an, gehen Sie nach draußen oder singen Sie ein Lied.
5. Ignorieren
Manchmal ist es am besten, das Verhalten Ihres Kindes zu ignorieren, besonders wenn es sich um ein Aufmerksamkeitsbedürfnis handelt. Solange Ihr Kind sich nicht selbst oder andere gefährdet, können Sie den Wutanfall aussitzen. Bleiben Sie in der Nähe, um ihm zu signalisieren, dass Sie da sind, aber geben Sie ihm nicht die Aufmerksamkeit, die es gerade sucht.
6. Positive Verstärkung
Loben Sie Ihr Kind für positives Verhalten. Konzentrieren Sie sich auf das, was es gut macht, und nicht auf das, was es falsch macht. Eine positive Rückmeldung motiviert Ihr Kind, sich weiterhin positiv zu verhalten.
7. Selbstfürsorge
Vergessen Sie nicht, auf sich selbst aufzupassen. Die Betreuung eines 19 Monate alten Kindes kann sehr anstrengend sein. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und Zeit für sich selbst. Bitten Sie Familie und Freunde um Unterstützung, wenn Sie sie brauchen.
8. Strukturierter Tagesablauf
Ein strukturierter Tagesablauf mit festen Essens-, Schlaf- und Spielzeiten kann Ihrem Kind Sicherheit geben und Stress reduzieren. Regelmäßigkeit hilft, vorhersehbare Routinen zu etablieren, was besonders in dieser Phase der Entwicklung von Vorteil ist.
9. Kommunikation
Auch wenn Ihr Kind noch nicht viel spricht, ist es wichtig, mit ihm zu kommunizieren. Erklären Sie ihm, was passiert, und hören Sie ihm zu, wenn es versucht, sich auszudrücken. Benennen Sie Gefühle, die Sie bei Ihrem Kind beobachten, wie "Ich sehe, du bist wütend, weil du das Spielzeug nicht haben kannst." Dies hilft dem Kind, seine eigenen Emotionen besser zu verstehen und zu verarbeiten.
10. Professionelle Hilfe suchen
Wenn Sie sich überfordert fühlen oder das Verhalten Ihres Kindes ungewöhnlich erscheint, scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Ein Kinderarzt, eine Erziehungsberatungsstelle oder ein Psychologe können Ihnen weitere Ratschläge und Unterstützung bieten.
Was Sie vermeiden sollten
Es gibt auch einige Verhaltensweisen, die Sie im Umgang mit einem anstrengenden 19 Monate alten Kind vermeiden sollten:
- Schimpfen und Bestrafen: Schimpfen und Bestrafen sind in der Regel nicht effektiv und können sogar kontraproduktiv sein. Sie können das Verhalten Ihres Kindes verschlimmern und das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen beiden beeinträchtigen.
- Nachgeben: Wenn Sie Ihrem Kind ständig nachgeben, lernt es, dass es durch Trotzverhalten seinen Willen durchsetzen kann. Dies wird das Problem langfristig verschlimmern.
- Vergleichen: Vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit anderen Kindern. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo.
- Überforderung: Vermeiden Sie es, Ihr Kind mit zu vielen Aktivitäten oder Reizen zu überfordern. Kinder in diesem Alter brauchen auch Ruhe und Entspannung.
Fazit
Der 19. Lebensmonat kann eine anstrengende Zeit sein, aber er ist auch eine wichtige Phase in der Entwicklung Ihres Kindes. Mit Geduld, Verständnis und den richtigen Strategien können Sie diese Herausforderungen meistern und Ihrem Kind helfen, sich zu einem selbstbewussten und ausgeglichenen Menschen zu entwickeln. Denken Sie daran, dass Sie nicht allein sind und dass viele Eltern ähnliche Erfahrungen machen. Es ist wichtig, sich Unterstützung zu suchen und auf sich selbst aufzupassen.
Wichtig: Dieser Artikel dient lediglich der Information und ersetzt keine professionelle Beratung. Bei spezifischen Fragen oder Problemen wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Therapeuten.
