Kind Beschreiben Kita Beispiel
Erinnert ihr euch an eure Kindergartenzeit? An den Geruch von Fingerfarbe, die Klebrigkeit von Bastelkleber und die unerschütterliche Überzeugung, dass man mit einem Stift, der nicht rot malt, einfach nichts anfangen kann? Ich schon. Und als ich neulich mit meiner Nichte Lilli (5) in ihrer Kita war, wurde mir klar: Manches ändert sich nie. Und das ist auch gut so.
Lillis *Beschreibung* von Frau Müller: Eine Fallstudie in Ehrlichkeit
Ich holte Lilli ab und fragte, wie der Tag war. "Super!", strahlte sie. "Frau Müller hat uns ganz viele Lieder vorgespielt!" Frau Müller ist Lillis Erzieherin, eine ausgesprochen geduldige Frau mit einem Faible für bunte Schals. Ich fragte, ob sie Frau Müller mag. Lillis Antwort war... sagen wir mal... erhellend.
"Ja!", sagte sie, "Frau Müller ist lieb. Aber sie redet immer so viel! Und ihre Haare sind so komisch gelockt. Wie ein Schaf!"
Ich musste mir ein Lachen verkneifen. Das war Lillis Beschreibung von Frau Müller. Unverblümt, ehrlich und irgendwie auch total liebevoll. Kinder haben diese unglaubliche Gabe, Dinge so zu sehen, wie sie sind, ohne Filter, ohne Rücksicht auf soziale Konventionen. Stell dir vor, ein Manager würde seinen Chef so beschreiben! Chaos pur!
Das *Kita*-Universum: Mehr als nur Kleckern und Kneten
Aber die Kita ist mehr als nur der Ort, an dem Kinder ihre Erzieherinnen auf charmant-ehrliche Weise beschreiben. Es ist ein Mikrokosmos, in dem die komplexesten sozialen Interaktionen stattfinden. Ich beobachtete, wie Lilli mit ihrem besten Freund Max ein Streitgespräch führte, weil er ihr Lieblingsspielzeug-Bagger "geklaut" hatte. Der Bagger, wohlgemerkt, der in Wahrheit beiden gehörte und auch gleichzeitig von beiden genutzt wurde. Max verteidigte sich vehement: "Ich brauche den Bagger, um einen Tunnel für die Dinos zu bauen!"
Das war kein einfacher Streit. Das war ein Kampf um Ressourcen, ein Machtspiel, eine Verhandlung. In Miniaturformat, aber genauso intensiv wie jede politische Debatte. Und das alles, während sie um einen Sandkasten kämpften, der halb so groß war wie mein Wohnzimmer.
"Die Kita ist ein Dschungel. Nur mit viel mehr Legosteinen." – Ein weiser Vater bei der Elternversammlung.
Ich habe mich gefragt, ob die Kinder wirklich verstehen, was sie da tun. Oder ob sie einfach instinktiv handeln. Wahrscheinlich beides. Sie lernen, zu teilen (meistens), zu verhandeln (manchmal) und sich zu entschuldigen (wenn die Erzieherin es sagt).
Ein *Beispiel* für kindliche Kreativität: Die Monster-Malerei
Ein besonders schönes Beispiel für die unbändige Kreativität, die in einer Kita herrscht, war die Monster-Malerei. An einem großen Tisch saßen die Kinder und bemalten riesige Papierbögen mit grellen Farben. Jedes Kind erschuf sein eigenes Monster. Es gab Monster mit sieben Augen, Monster mit Flügeln und Monster, die aussahen wie pinkfarbene Wolken. Lillis Monster hieß "Fluffi" und hatte angeblich "ganz viele Zähne, aber nur um zu lächeln".
Ich war fasziniert. Diese Monster waren nicht gruselig oder bedrohlich. Sie waren Ausdruck von Fantasie, von Verspieltheit, von der Fähigkeit, die Welt aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen. Ich glaube, viele Erwachsene könnten sich von Lillis "Fluffi" eine Scheibe abschneiden. Mehr Lächeln, weniger Angst.
Das Fazit: Die *Kita* als Vorbereitung aufs Leben
Die Kita ist also viel mehr als nur ein Aufbewahrungsort für Kinder, während die Eltern arbeiten. Sie ist eine Schule des Lebens. Ein Ort, an dem Kinder lernen, sich selbst und andere zu verstehen, zu streiten und sich zu versöhnen, kreativ zu sein und ihre Fantasie zu entfalten. Und natürlich, wo sie lernen, dass Frau Müller zwar komische Locken hat, aber trotzdem total lieb ist.
Und vielleicht, ganz vielleicht, sollten wir uns alle ab und zu mal wieder in die Lage eines Kindes versetzen. Die Welt mit offenen Augen betrachten, ohne Vorurteile, ohne Angst. Und die Dinge so beschreiben, wie sie wirklich sind.
Denn am Ende des Tages sind es die kleinen, ehrlichen Beobachtungen, die das Leben so wunderbar machen. Oder um es mit Lillis Worten zu sagen: "Die Kita ist toll! Weil es da Mittagessen gibt und weil Max manchmal ganz lieb ist... wenn er den Bagger nicht hat."
Und Frau Müllers Locken? Die sind eigentlich gar nicht so schlimm. Findet zumindest Lilli... manchmal.
