Kingdom Come Deliverance Auf Der Flucht Pferd
Jeder, der Kingdom Come: Deliverance gespielt hat, erinnert sich an seine erste Begegnung mit einem Pferd. Wahrscheinlich war es nicht gerade eine harmonische Romanze. Eher so, als würde man versuchen, einen störrischen Esel zu reiten, der am liebsten in den nächsten Graben springen würde. Aber die Pferde in KCD sind mehr als nur Transportmittel; sie sind Komplizen, Retter und manchmal auch die Ursache für herzhafte Lacher.
Die Kunst der Flucht: Ein tierischer Komplize
Das "Auf der Flucht" im Titel bezieht sich natürlich auf die oft prekären Situationen, in denen sich Heinrich, unser Held, befindet. Und was ist ein besserer Fluchthelfer als ein zuverlässiges (oder zumindest einigermaßen zuverlässiges) Pferd? Stell dir vor: Du hast gerade eine ganze Bande Kumanen aufgemischt (oder bist eher von ihnen aufgemischt worden), dein Leben hängt am seidenen Faden, und da steht dein treues Ross, bereit, dich aus dem Schlamassel zu ziehen. Oder... es steht da eben nicht. Vielleicht hat es sich entschieden, dass die Blumen am Wegesrand viel interessanter sind, oder es ist panisch geworden, weil ein Hase vorbeigehoppelt ist. So oder so, "Auf der Flucht" bekommt eine ganz neue Bedeutung, wenn dein Pferd beschließt, dass du auf dich allein gestellt bist.
Ich erinnere mich an eine besonders denkwürdige Situation, in der ich versucht habe, aus einem Banditenlager zu fliehen. Ich hatte gerade eine Truhe voller wertvoller Beute geplündert und dachte, ich wäre der König der Welt. Dann tauchte die gesamte Banditenbelegschaft auf, und plötzlich war ich der König der... misslichen Lagen. Ich rannte zu meinem Pferd, Schimmel, sprang auf, und was passierte? Schimmel weigerte sich, sich zu bewegen. Einfach so. Er stand da, als ob er gerade eine philosophische Debatte mit sich selbst führen würde. Während die Banditen näher kamen, flehte ich Schimmel an, sich zu bewegen. Nichts. Am Ende musste ich absteigen, die Banditen einzeln verprügeln (mit viel Glück und noch mehr Flüchen) und dann, als die Luft rein war, sprang Schimmel plötzlich freudig herum, als wäre nichts gewesen.
Mehr als nur ein Gaul: Eine Persönlichkeit mit Hufen
Die Pferde in Kingdom Come: Deliverance sind keine gesichtslosen Reittiere. Sie haben Persönlichkeiten, Eigenheiten und, ja, sogar Launen. Einige sind mutig und furchtlos, andere sind ängstlich und schreckhaft. Und dann gibt es noch die ganz besonderen Exemplare, die einfach nur... komisch sind. Diese Pferde können dich in den unpassendsten Momenten in Schwierigkeiten bringen, aber sie sind auch die Quelle einiger der unvergesslichsten (und lustigsten) Momente im Spiel.
„Ein Pferd ist ein Freund, ein Vertrauter, ein... Transportmittel, das manchmal beschließt, einen auf dem Schlachtfeld im Stich zu lassen.“ – Ein entnervter Spieler von Kingdom Come: Deliverance
Die Bindung, die man zu seinem Pferd aufbaut, ist überraschend stark. Man lernt, seine Eigenheiten zu akzeptieren, seine Stärken zu nutzen und seine Schwächen zu umgehen. Man verbringt Stunden mit ihm im Sattel, erkundet die wunderschöne Landschaft Böhmens und kämpft Seite an Seite (oder zumindest in der Nähe) gegen Feinde. Und wenn man dann mal wieder auf sein Pferd angewiesen ist, um sein Leben zu retten, hofft man inständig, dass es dieses Mal nicht gerade beschlossen hat, eine Mittagspause einzulegen.
Man sollte nicht vergessen, sein Pferd gut zu versorgen. Regelmäßiges Putzen und Füttern sorgen nicht nur für einen zufriedenen Gaul, sondern wirken sich auch positiv auf seine Werte aus. Ein gut gepflegtes Pferd ist schneller, ausdauernder und weniger schreckhaft. Und mal ehrlich, wer möchte schon auf einem stinkenden, ungepflegten Pferd durch die Gegend reiten?
Die heimlichen Helden: Momente der Zuneigung
Neben all dem Chaos und der Komik gibt es auch Momente der Zuneigung zwischen Heinrich und seinem Pferd. Wenn man nach einer langen, anstrengenden Reise endlich im Stall ankommt und sein Pferd liebevoll striegelt, spürt man eine echte Verbindung. Man hat zusammen viel durchgemacht, und diese kleinen Gesten der Zuneigung sind eine Möglichkeit, sich zu bedanken.
Es gibt auch die stillen Momente, wenn man einfach nur im Sattel sitzt und die Landschaft genießt. Der Wind weht durch die Mähne des Pferdes, die Sonne scheint, und alles ist friedlich. In diesen Momenten vergisst man all die Kämpfe, die Banditen und die politschen Intrigen und konzentriert sich einfach auf die Schönheit der Welt um einen herum. Und man weiß, dass man einen treuen Begleiter an seiner Seite hat, der diese Erfahrung mit einem teilt.
Natürlich kann man seine Pferde auch verlieren. Ein unglücklicher Sturz, ein Angriff von Wölfen oder einfach nur ein unaufmerksamer Moment können dazu führen, dass man sich von seinem geliebten Ross verabschieden muss. Und das ist immer ein trauriger Moment. Aber die Erinnerungen an die gemeinsamen Abenteuer bleiben, und man weiß, dass man ein besonderes Band zu diesem tierischen Freund aufgebaut hat.
Also, wenn du das nächste Mal Kingdom Come: Deliverance spielst, nimm dir einen Moment Zeit, um dein Pferd zu würdigen. Es ist mehr als nur ein Transportmittel; es ist ein Komplize, ein Retter, ein Freund und manchmal auch ein Clown. Und ohne dein treues Ross wäre das Abenteuer in Böhmen nur halb so aufregend.
