Klasse Kennenlernen Die Sich Schon Kennt
Hallo ihr Lieben, eure reiselustige Freundin ist wieder da! Und dieses Mal berichte ich euch von einer ganz besonderen Erfahrung, die ich vor Kurzem gemacht habe. Es war keine typische Sightseeing-Tour und auch kein entspannter Strandurlaub. Stattdessen tauchte ich in eine Situation ein, die mich lehrte, wie man in eine bereits eingespielte Gruppe hineinfindet: ein "Klasse Kennenlernen" mit einer Schulklasse, die sich schon ewig kennt!
Vielleicht fragt ihr euch jetzt: "Warum macht man denn sowas freiwillig?" Nun, die Geschichte ist eigentlich ganz einfach. Mein Patenkind, die süße kleine Sophie, geht in die 7. Klasse eines Gymnasiums. Ihre Lehrerin hatte die Idee, dass Sophie ihre Klasse mal mit zu einem Ausflug nehmen könnte – quasi als besonderes Highlight. Und da Sophie wusste, dass ich ständig unterwegs bin und immer wieder neue Leute kennenlerne, bat sie mich um Hilfe. Genauer gesagt: Ich sollte mitkommen und ihr helfen, das Eis zu brechen und die Klasse mit ein paar lustigen Kennenlernspielen aufzulockern.
Erst war ich ehrlich gesagt etwas skeptisch. Eine Gruppe Teenager, die sich schon seit Jahren kennt – da kommt man ja kaum rein! Aber ich dachte mir: Herausforderung angenommen! Und so fuhr ich mit Sophie an einem strahlenden Freitagmorgen zum vereinbarten Treffpunkt – einem idyllischen Waldspielplatz außerhalb der Stadt.
Die Ankunft: Eine erste Bestandsaufnahme
Als wir ankamen, war die Klasse schon fast vollständig versammelt. Ein Meer aus pubertierenden Gesichtern starrte uns an. Manche neugierig, manche eher gelangweilt, manche mit einer Mischung aus beidem. Ich muss zugeben, in diesem Moment fühlte ich mich kurz wie eine Fremdkörper. Die Kinder standen in kleinen Grüppchen zusammen, tuschelten und lachten. Man spürte sofort, dass hier eine starke Gruppendynamik herrschte, die sich über die Jahre entwickelt hatte.
Sophie stellte mich ihrer Lehrerin, Frau Müller, vor, einer sehr sympathischen und engagierten Frau. Sie erzählte mir, dass die Klasse zwar grundsätzlich sehr harmonisch sei, aber es trotzdem immer wieder Grüppchenbildung gäbe und einige Schüler sich eher zurückziehen würden. Mein Ziel war es also, die Klasse als Ganzes zu stärken und die Schüler miteinander in Kontakt zu bringen, die sonst vielleicht weniger miteinander zu tun haben.
Die ersten Hürden: Schüchternheit und Skepsis
Nach einer kurzen Begrüßungsrede von Frau Müller war es an mir, das Eis zu brechen. Ich hatte mir im Vorfeld ein paar lustige Kennenlernspiele überlegt, die ich den Schülern vorschlug. Aber ich merkte schnell, dass es nicht so einfach war, wie ich gedacht hatte. Viele waren schüchtern und zurückhaltend, manche äußerten offen ihre Skepsis: "Boah, muss das jetzt sein?" oder "So ein Quatsch!".
Ich versuchte, die Stimmung aufzulockern, indem ich ein paar Witze erzählte und meine eigene Nervosität zugab. Ich erklärte ihnen, dass ich auch nicht gerne im Mittelpunkt stehe, aber dass es mir wichtig sei, dass wir alle gemeinsam Spaß haben und uns besser kennenlernen. Langsam, ganz langsam, tauten die ersten auf.
Die Spiele: Gemeinsam Spaß haben
Das erste Spiel war ein Klassiker: "Zwei Wahrheiten, eine Lüge". Jeder Schüler musste drei Aussagen über sich selbst aufschreiben, von denen zwei wahr und eine erfunden war. Die anderen mussten dann erraten, welche Aussage die Lüge war. Dieses Spiel war perfekt, um die Schüler dazu zu bringen, miteinander zu interagieren und mehr über sich selbst preiszugeben. Und es war überraschend, wie viel man über jemanden lernen kann, nur durch drei kleine Sätze!
Danach spielten wir "Menschen-Bingo". Ich hatte Bingokarten vorbereitet, auf denen verschiedene Eigenschaften standen, wie z.B. "Hat ein Haustier", "Spielt ein Instrument" oder "War schon mal im Ausland". Die Schüler mussten dann durch die Gegend laufen und jemanden finden, der diese Eigenschaft erfüllt, und ihn bitten, das entsprechende Feld zu unterschreiben. Dieses Spiel war super, um die Schüler dazu zu bringen, mit Leuten zu sprechen, mit denen sie sonst vielleicht nie in Kontakt gekommen wären. Und es war toll zu sehen, wie sie sich gegenseitig interviewten und über ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede austauschten.
Mein persönliches Highlight war aber das Spiel "Das perfekte Team". Die Klasse wurde in kleinere Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe bekam die Aufgabe, aus Naturmaterialien (Ästen, Blättern, Steinen usw.) ein "perfektes Team" zu bauen. Jede Figur sollte eine bestimmte Eigenschaft repräsentieren, die für ein gutes Team wichtig ist, z.B. Kreativität, Stärke, Zusammenhalt. Dieses Spiel war nicht nur super kreativ, sondern förderte auch die Zusammenarbeit und die Kommunikation innerhalb der Gruppen. Es war faszinierend zu beobachten, wie die Schüler ihre Ideen austauschten, Kompromisse eingingen und gemeinsam an einer Lösung arbeiteten.
Durch die Spiele haben die Schüler nicht nur einander besser kennengelernt, sondern auch gelernt, wie wichtig es ist, zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Es war wirklich schön zu sehen, wie die anfängliche Skepsis und Schüchternheit langsam verflogen und einer entspannten und fröhlichen Atmosphäre Platz machten.
Die Auflösung: Mehr als nur Spiele
Nach den Spielen hatten wir ein gemeinsames Picknick im Wald. Ich beobachtete, wie die Schüler in gemischten Gruppen saßen, lachten und sich unterhielten. Es war deutlich zu spüren, dass sich die Stimmung verändert hatte. Die anfängliche Distanz war verschwunden und einer neuen, positiven Energie gewichen. Ich sah Schüler, die sich sonst nie miteinander unterhalten hatten, angeregt diskutieren und Witze machen. Ich sah Grüppchen, die sich auflösten und neue Verbindungen entstanden.
Am Ende des Tages bedankte sich Frau Müller bei mir für meine Hilfe. Sie sagte, sie hätte schon lange nicht mehr so eine entspannte und positive Atmosphäre in der Klasse erlebt. Und Sophie strahlte mich an und sagte: "Danke, dass du gekommen bist! Das war echt cool!".
Für mich war dieser Tag mehr als nur ein "Klasse Kennenlernen". Es war eine wertvolle Erfahrung, die mir gezeigt hat, wie wichtig es ist, offen auf andere Menschen zuzugehen und sich auf neue Situationen einzulassen. Es war eine Erinnerung daran, dass man auch in einer bereits eingespielten Gruppe seinen Platz finden kann, wenn man bereit ist, sich zu öffnen und aktiv auf die anderen zuzugehen. Und es war eine Bestätigung dafür, dass Kennenlernspiele nicht nur Quatsch sind, sondern tatsächlich dazu beitragen können, das Eis zu brechen und die Kommunikation zu fördern.
Also, liebe Reisende, wenn ihr das nächste Mal in eine neue Gruppe kommt, sei es auf einer Gruppenreise, einem Sprachkurs oder einer Freiwilligenarbeit, erinnert euch an meine Erfahrung und scheut euch nicht, das Eis zu brechen. Seid offen, neugierig und habt Spaß! Ihr werdet überrascht sein, wie schnell ihr neue Freunde findet und unvergessliche Erfahrungen sammelt!
Und denkt daran: Manchmal ist es gerade die unerwartete Begegnung, die uns am meisten bereichert!
