Klassische Und Operante Konditionierung
Kennen Sie das? Der Hund macht Sitz, kriegt ein Leckerli. Sie räumen Ihre Wohnung auf, Ihre Eltern loben Sie. Das ist klassische Konditionierung? Denkste! (fast).
Okay, vielleicht ein bisschen. Aber ich habe da eine... sagen wir mal... unpopuläre Meinung. Ich glaube, wir überschätzen, wie viel Pawlows Hunde und Skinnerboxen wirklich im Alltag eine Rolle spielen.
Klassische Konditionierung: Klingeln, Futter, Sabber
Also, die klassische Konditionierung. Pawlow, der gute Mann mit den Hunden. Klingel, Klingel, Futter! Irgendwann sabbert der Hund schon beim Klingeln. Das ist einfach. Das ist verständlich. Aber mal ehrlich, wann erleben wir das schon so pur?
Klar, Werbung! Die will uns mit schönen Bildern und Musik konditionieren. Aber funktioniert das wirklich? Wenn ich eine Werbung für ein Auto sehe, werde ich nicht sofort sabbernd auf allen vieren zum nächsten Autohaus kriechen. Oder doch? (Bitte nicht).
Vielleicht eher: Ich höre ein bestimmtes Lied und muss an eine bestimmte Person denken. Oder der Geruch von frisch gebackenem Kuchen erinnert mich an meine Oma. Das ist schon eher klassische Konditionierung. Aber ist das wirklich so bahnbrechend, dass es unser Leben komplett bestimmt? Ich wage es zu bezweifeln.
Operante Konditionierung: Belohnung und Bestrafung
Dann haben wir noch die operante Konditionierung. Hier kommt Skinner ins Spiel. Ratten drücken Hebel, bekommen Futter. Oder eben einen kleinen Schock, wenn sie den falschen Hebel drücken. Belohnung und Bestrafung! Das klingt schon ein bisschen mehr nach Alltag, oder?
"Wenn du dein Zimmer aufräumst, kriegst du mehr Taschengeld." "Wenn du die Ampel bei Rot überquerst, kriegst du ein Knöllchen." Das kennen wir. Aber auch hier: Ist das wirklich alles? Sind wir einfach nur dressierte Ratten in einer riesigen Skinnerbox?
Ich glaube, wir Menschen sind komplizierter. Wir denken nach. Wir haben Gefühle. Wir treffen Entscheidungen, die nicht immer logisch sind. Wir handeln manchmal komplett irrational, obwohl wir genau wissen, dass es falsch ist. Wo bleibt da die Konditionierung?
Nehmen wir mal das Beispiel mit dem Abnehmen. Wir wissen, dass wir weniger essen und uns mehr bewegen sollten. Die Belohnung wäre ein gesünderer Körper und mehr Energie. Die Bestrafung, wenn wir es nicht tun, sind gesundheitliche Probleme. Theoretisch ist das eine perfekte operante Konditionierung. Aber funktioniert es immer? Haha. Natürlich nicht!
Unpopuläre Meinung: Wir sind mehr als nur Pawlows Hunde
Ich behaupte: Klassische und operante Konditionierung sind wichtige Konzepte, ja. Aber sie erklären bei weitem nicht alles. Wir sind keine Roboter, die einfach nur auf Reize reagieren. Wir haben einen freien Willen (zumindest meistens). Und wir lassen uns nicht so leicht manipulieren, wie uns manche Psychologen vielleicht glauben machen wollen.
Oder vielleicht irre ich mich ja auch total. Vielleicht sitze ich gerade in einer riesigen Skinnerbox und schreibe diesen Artikel, weil ich dafür ein virtuelles Leckerli bekomme. Wer weiß?
Aber selbst wenn, dann genieße ich das Leckerli trotzdem. Und ich hoffe, Sie haben beim Lesen auch ein bisschen Spaß gehabt. Vielleicht war das ja schon wieder eine Form von... genau! Konditionierung! (Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert).
Und jetzt? Vielleicht noch ein bisschen darüber nachdenken. Oder sich ein Stück Kuchen gönnen. Egal was, Hauptsache, es schmeckt (und konditioniert uns nicht zu sehr!).
