Kräht Der Hahn Früh Am Morgen Text
Kräht der Hahn früh am Morgen? Ja, tut er. Und ich sage: Muss das sein?
Der Wecker der Natur? Eher der Terror der Nachbarschaft!
Die Romantiker schwärmen. "Ach, das Landleben! Die frische Luft! Der Hahn, der uns weckt!" Klar. Solange sie nicht direkt neben dem Schreihals wohnen. Ich wohne quasi daneben. Und glaubt mir, romantisch ist das nicht.
Ich verstehe ja, was der Hahn will. Er will Hennen beeindrucken. Revier markieren. Einfach mal zeigen, wer der Boss ist. Aber muss er das wirklich *so* lautstark tun? Jeden verdammten Morgen um 4:30 Uhr?
Schlaf ist Luxus
Früher dachte ich, ich bin ein Morgenmensch. Falsch gedacht. Ich bin ein Mensch, der gern ausschläft. Ein Hahn kann einem das aber gehörig vermiesen. Man liegt da, versucht wieder einzuschlafen, und denkt: "Bitte, lieber Hahn, halt doch einfach mal die Klappe!"
Und dann kommt noch der psychologische Faktor hinzu. Man weiß ja, dass er jeden Moment wieder loslegt. Eine tickende Zeitbombe aus Federn und Gockel-Gehabe. Entspannung? Fehlanzeige.
Ich habe ja nichts gegen Tiere. Hunde, Katzen, Meerschweinchen... alles kein Problem. Aber ein Hahn? Das ist eine akustische Waffe. Ein biologischer Wecker, der nur auf "Vollgas" eingestellt ist.
Unpopuläre Meinung: Hähne sind überbewertet
Ich weiß, ich weiß. Das ist eine radikale These. Aber ich stehe dazu: Hähne sind überbewertet. Brauchen wir sie wirklich? Gibt es keine leisere Methode, um die Hühner zu kontrollieren?
Ich stelle mir vor: Ein kleiner Knopf. Der Bauer drückt drauf und ein sanftes "Piep" ertönt. Die Hühner wissen Bescheid. Der Hahn ist zufrieden (denkt er). Alle sind glücklich. Okay, vielleicht ist das etwas naiv. Aber träumen darf man ja wohl noch!
Vielleicht könnte man den Hahn ja auch einfach mal ein paar Gesangsstunden geben. Irgendwas, damit sein Gekrähe nicht klingt, als würde er gefoltert werden. Ein bisschen Melodie, ein bisschen Harmonie... das wäre doch was!
"Aber der Hahn gehört doch zum Landleben dazu!"
Ja, ja. Ich weiß. Aber gehört auch Lärmbelästigung und Schlafmangel zum Landleben dazu? Ich finde nicht.
Lösungen für das Hahnen-Problem?
Ich habe natürlich recherchiert. Gibt es Möglichkeiten, das Gekrähe zu reduzieren? Manche schwören auf Hühnerställe mit Schallisolierung. Andere empfehlen, den Hahn in einen dunklen Raum zu sperren (was ich natürlich ablehne).
Ich bin ja eher für kreative Lösungen. Vielleicht eine Art Anti-Gockel-Spray? Oder ein kleines Mikrofon, das das Gekrähe aufzeichnet und in sanfte Naturgeräusche umwandelt? Die Möglichkeiten sind endlos!
Bis dahin werde ich wohl weiterhin jeden Morgen um 4:30 Uhr von diesem gefiederten Schreihals geweckt. Und innerlich fluchen. Aber vielleicht kann ich ja irgendwann mal über meine eigene Unpopularität lachen. Vielleicht. Irgendwann. Nach einer anständigen Mütze Schlaf.
Oder vielleicht ziehe ich einfach in die Stadt. Da gibt es dann höchstens Verkehrslärm. Aber das ist wenigstens rhythmisierter als ein Hahn.
