Lehr Lern Modell Leisen
Okay, mal ehrlich. Wer von uns hat beim Stichwort "Lehr-Lern-Modell Leisen" nicht kurz gedacht: "Oh nein, nicht schon wieder Pädagogik-Sprech!"? Ich gestehe: Ich auch. Aber lasst uns das Ding mal ein bisschen aufdröseln. Mit einem Augenzwinkern, versteht sich.
Leisen? Wer war das nochmal?
Kurt Leisen, der Mann, der uns allen das sogenannte "Lehr-Lern-Modell" beschert hat. Klingt erstmal nach trockener Theorie, ist es aber gar nicht unbedingt. Kurz gesagt: Er hat sich Gedanken gemacht, wie man Unterricht so gestalten kann, dass er nicht nur Faktenwissen vermittelt, sondern auch zum selbstständigen Denken anregt. Respekt dafür. Aber ist das wirklich so neu?
Das Aha-Erlebnis oder: "Haben wir das nicht schon immer gemacht?"
Ich behaupte mal ganz frech: Viele gute Lehrerinnen und Lehrer haben das, was Leisen da so schön theoretisch verpackt hat, intuitiv schon immer gemacht. Klar, es ist gut, einen Rahmen zu haben. Eine Struktur. Aber manchmal habe ich das Gefühl, wir übertheoretisieren alles zu Tode. Da wird jeder Pups zum didaktischen Meisterwerk erklärt. Und die Schüler sitzen da und denken: "Kann ich bitte einfach mal wieder ein Arbeitsblatt ausfüllen?" (Okay, vielleicht nicht ganz so drastisch, aber ihr wisst, was ich meine.)
Ein Kernpunkt des Leisen-Modells ist ja die Handlungsorientierung. Die Schüler sollen aktiv werden, experimentieren, forschen. Wunderbar! Aber mal ehrlich, wer hat als Kind nicht schon im Wald Staudämme gebaut oder im Garten Kartoffeln angepflanzt? War das etwa schon unbewusstes Leisen? 🤔
Die Sache mit der Differenzierung
Differenzierung ist auch so ein Stichwort. Jeder Schüler ist anders, lernt anders, hat andere Stärken und Schwächen. Klar! Das wissen wir doch alle. Aber wie soll man das in einer Klasse mit 30 Schülern bitte umsetzen? Individualförderung in Perfektion? Respekt an alle, die das schaffen! Aber ich behaupte: Das ist in der Realität oft Wunschdenken. Da wird dann schnell mal ein Arbeitsblatt für die "Schnellen" und eins für die "Langsamen" kopiert. Und alle sind happy (oder auch nicht).
Und dann die Sache mit den verschiedenen Lernkanälen. Der eine lernt besser visuell, der andere auditiv, der dritte kinästhetisch. Jaja, kennen wir alles. Aber sollen wir jetzt wirklich für jeden Schüler einen individuellen Unterrichtsplan erstellen, der auf seine bevorzugten Lernkanäle zugeschnitten ist? Ich weiß ja nicht... Klingt nach einem Fulltime-Job für jeden Lehrer. Und wer bügelt dann die Hemden?
Unpopuläre Meinung: Manchmal muss es einfach Frontalunterricht sein
Ja, ich weiß, jetzt steinigt mich. Aber manchmal ist es einfach effizienter, etwas im Frontalunterricht zu erklären. Manchmal muss man einfach mal Fakten vermitteln. Nicht immer muss alles spielerisch und handlungsorientiert sein. Manchmal ist es okay, wenn die Schüler einfach nur zuhören und sich Notizen machen. (Schock!)
Natürlich soll Unterricht abwechslungsreich sein und Spaß machen. Aber ich finde, wir dürfen auch nicht vergessen, dass Schule auch Arbeit ist. Und Arbeit kann auch mal anstrengend sein. Und das ist auch okay so. Oder bin ich da jetzt völlig aus der Zeit gefallen?
Das Fazit: Leisen ist gut, aber nicht alles
Versteht mich nicht falsch. Das Lehr-Lern-Modell Leisen ist sicherlich eine gute Grundlage, um über guten Unterricht nachzudenken. Aber ich finde, wir sollten uns nicht zu sehr von Theorien und Modellen vereinnahmen lassen. Wir sollten unseren gesunden Menschenverstand einschalten und uns fragen: Was funktioniert für meine Schüler? Was macht Sinn? Und was ist einfach nur unnötiger Pädagogik-Schnickschnack?
Und vielleicht sollten wir uns auch mal wieder trauen, unpopuläre Meinungen zu äußern. Denn nur so kommen wir wirklich weiter. Oder was meint ihr?
"Man muss das Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können." - Friedrich Nietzsche (Passt zwar nicht direkt zum Thema, aber irgendwie doch. Findet ihr nicht?)
Also, lasst uns weiterhin über guten Unterricht diskutieren. Aber bitte mit einem Augenzwinkern. Und vielleicht mit einem Glas Wein. Denn dann wird alles gleich viel entspannter. Prost!
