Leichte Form Von Down Syndrom
Hallo liebe Reisefreunde! Ich bin Anna und ich liebe es, die Welt zu erkunden. Ich habe schon viele Ecken dieser Erde gesehen und möchte euch heute von einer ganz besonderen Reise erzählen – nicht nur von einem Ort, sondern von einer ganz persönlichen Perspektive, die meine Reisen prägt. Denn mein Sohn, Leo, hat eine leichte Form von Down-Syndrom. Und das macht unsere Abenteuer einzigartig.
Wenn ich sage "leichte Form", dann möchte ich betonen, dass es kein Ranking gibt. Jedes Kind, jeder Mensch mit Down-Syndrom ist individuell. Bei Leo äußert es sich in einer etwas langsameren Entwicklung, einer leicht eingeschränkten Sprachfähigkeit und einer besonderen Sensibilität für bestimmte Reize. Aber vor allem äußert es sich in einer unglaublichen Lebensfreude, einem entwaffnenden Lächeln und einer Fähigkeit, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen, die uns oft entgehen.
Viele Leute fragen mich, ob es kompliziert ist, mit Leo zu reisen. Und die Antwort ist: Ja, manchmal. Aber es ist vor allem unglaublich bereichernd. Es erfordert mehr Planung, mehr Geduld und eine offene Haltung, aber die Belohnung ist unbezahlbar. Ich möchte euch heute ein paar Einblicke geben, wie wir unsere Reisen gestalten, welche Herausforderungen wir meistern und welche wundervollen Erfahrungen wir dabei sammeln.
Die Vorbereitung ist alles – fast
Die Reise beginnt für uns schon lange bevor wir den Koffer packen. Die Planung ist entscheidend. Ich recherchiere akribisch nach barrierefreien Unterkünften, kinderfreundlichen Aktivitäten und ruhigen Rückzugsorten. Informationen über medizinische Versorgung vor Ort sind ebenfalls ein Muss. Wir haben immer eine kleine Reiseapotheke dabei, die speziell auf Leos Bedürfnisse zugeschnitten ist, und eine Liste mit wichtigen Kontaktdaten, inklusive unseres Kinderarztes und einer Vertrauensperson, die im Notfall erreichbar ist.
Wichtig ist auch, Leo in die Planung einzubeziehen. Wir schauen uns gemeinsam Bilder und Videos von unserem Reiseziel an, lesen Kinderbücher darüber und sprechen darüber, was wir dort erleben werden. Das hilft ihm, sich auf die neue Umgebung einzustellen und seine Vorfreude zu steigern. Visualisierungen sind für ihn besonders hilfreich, da er Informationen oft besser über Bilder als über Sprache aufnimmt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kommunikation mit Fluggesellschaften, Hotels und anderen Dienstleistern. Ich informiere sie im Voraus über Leos Bedürfnisse und frage nach, welche Unterstützung sie uns bieten können. Oft sind die Menschen sehr hilfsbereit und bemüht, uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Unsere Must-Haves im Reisegepäck:
- Lieblingskuscheltier und -decke: Für das Gefühl von Geborgenheit in fremder Umgebung.
- Kinderbücher und Spiele: Für ruhige Momente und zur Beschäftigung während längerer Wartezeiten.
- Tablet mit Lieblingsserien und -filmen: Als Ablenkung bei Stress oder Überforderung.
- Medizinische Unterlagen und Notfallmedikamente: Immer griffbereit!
- Snacks und Getränke: Vor allem bei Flugreisen unerlässlich.
Unterwegs mit Leo – Geduld ist Trumpf
Reisen mit einem Kind mit Down-Syndrom erfordert Geduld – sehr viel Geduld. Leo braucht oft länger, um sich an neue Situationen anzupassen. Er kann auch schneller überfordert sein, besonders in lauten und überfüllten Umgebungen. Deshalb planen wir unsere Tage nicht zu voll und legen Wert auf regelmäßige Pausen.
Im Flugzeug achten wir darauf, dass Leo einen Fensterplatz hat. So kann er aus dem Fenster schauen und sich von der Umgebung ablenken lassen. Wir bringen auch immer sein Lieblingsspielzeug und Bücher mit, um ihn zu beschäftigen. Wenn er unruhig wird, versuchen wir, ihn mit kleinen Spielen oder Liedern abzulenken. Manchmal hilft auch einfach eine Umarmung und ein beruhigendes Gespräch.
In neuen Umgebungen lassen wir Leo Zeit, sich zu akklimatisieren. Wir drängen ihn nicht, etwas zu tun, was er nicht möchte, sondern respektieren seine Grenzen. Wir ermutigen ihn aber auch, neue Dinge auszuprobieren und seine Komfortzone zu verlassen. Und wir feiern jeden kleinen Erfolg!
Einmal waren wir in Rom und Leo hatte Angst vor den vielen Menschenmassen. Anstatt ihn zu zwingen, mit uns die Vatikanischen Museen zu besuchen, haben wir uns entschieden, einen entspannten Nachmittag im Park zu verbringen. Wir haben Picknick gemacht, Ball gespielt und einfach die Sonne genossen. Am Ende war es einer der schönsten Momente der Reise.
Barrierefreiheit und Inklusion – Ein wichtiges Thema
Barrierefreiheit ist nicht nur für Menschen mit Behinderungen wichtig, sondern für alle. Eine barrierefreie Umgebung macht das Reisen für Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen und Menschen mit vorübergehenden Einschränkungen einfacher und angenehmer.
Leider ist Barrierefreiheit noch nicht überall selbstverständlich. Oft fehlen Rampen, Aufzüge oder behindertengerechte Toiletten. Ich hoffe, dass sich das in Zukunft ändert und dass immer mehr Reiseziele inklusiver werden. Denn jeder Mensch hat das Recht, die Welt zu entdecken.
Ich recherchiere immer im Voraus nach barrierefreien Attraktionen und Aktivitäten. Es gibt viele tolle Reiseführer und Websites, die Informationen über barrierefreie Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten anbieten. Manchmal hilft auch einfach ein Anruf beim Tourismusbüro oder direkt beim Hotel.
"Reisen bildet und erweitert den Horizont. Und das gilt für alle, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Einschränkungen."
Unsere schönsten Reiseerlebnisse mit Leo
Trotz aller Herausforderungen haben wir mit Leo schon unzählige wundervolle Reiseerlebnisse gehabt. Wir haben gemeinsam die Strände von Thailand erkundet, die Berge in Österreich bestiegen und die Kultur in Japan entdeckt. Leo hat uns immer wieder gezeigt, dass die Welt voller Schönheit und Wunder steckt.
Eine meiner schönsten Erinnerungen ist unsere Reise nach Disneyland Paris. Leos Augen haben gestrahlt, als er Mickey Mouse und seine Freunde getroffen hat. Er war so aufgeregt und glücklich, dass es mich zu Tränen gerührt hat. Es war ein unvergessliches Erlebnis für uns alle.
Auch unsere Wanderungen in den Alpen sind immer wieder etwas Besonderes. Leo liebt es, in der Natur zu sein und die frische Luft zu atmen. Er ist zwar langsamer als andere Wanderer, aber er genießt jeden Schritt und entdeckt immer wieder neue Dinge. Einmal hat er einen kleinen Marienkäfer gefunden und war stundenlang damit beschäftigt, ihn zu beobachten.
Ich bin dankbar für jede einzelne Reise, die wir mit Leo gemacht haben. Sie haben uns als Familie noch enger zusammengeschweißt und uns gezeigt, was wirklich wichtig ist im Leben. Sie haben uns gelehrt, die kleinen Dinge zu schätzen, geduldig zu sein und das Leben in vollen Zügen zu genießen.
Meine Tipps für Reisen mit Kindern mit Down-Syndrom:
- Frühzeitig planen und recherchieren.
- Flexibel sein und sich auf unvorhergesehene Situationen einstellen.
- Regelmäßige Pausen einlegen.
- Die Bedürfnisse des Kindes respektieren.
- Sich nicht von Herausforderungen entmutigen lassen.
- Die kleinen Freuden genießen.
Ich hoffe, meine Erfahrungen und Tipps helfen euch dabei, eure eigenen Reisen mit Kindern mit Down-Syndrom zu planen. Lasst euch nicht von Ängsten oder Vorurteilen entmutigen. Die Welt ist voller Möglichkeiten und Abenteuer – auch für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Ich wünsche euch unvergessliche Reiseerlebnisse!
