Lernplan Zum Ausdrucken
Mal ehrlich, wer liebt sie wirklich? Lernpläne zum Ausdrucken. Ich meine, die Idee ist ja nett. Super organisiert, alles im Blick, die perfekte Vorbereitung auf...tja, irgendwas. Aber die Realität sieht doch meistens anders aus, oder?
Ich gestehe: Ich habe eine leicht ambivalente Beziehung zu diesen hübsch designten Papierbögen. Ambivalent ist dabei das nette Wort für "Ich kaufe sie, drucke sie aus, und dann verstauben sie in einer Schublade". Kommt euch das bekannt vor?
Da lacht dich dieser perfekte Wochenplan an. "Montag: Kapitel 3 lesen. Dienstag: Aufgabenblatt 2 bearbeiten. Mittwoch: Wiederholung Kapitel 1 und 2". Klingt ja alles wunderbar. Aber dann kommt der Montag. Und was passiert? Du hast absolut keine Lust auf Kapitel 3. Stattdessen entdeckst du auf YouTube ein faszinierendes Video über Delfine, die mit Laserpointern spielen. Ziemlich lehrreich, wenn man so darüber nachdenkt. Fast so lehrreich wie Kapitel 3.
Die Illusion der Kontrolle
Ehrlich gesagt, ich glaube, Lernpläne zum Ausdrucken vermitteln uns eine Illusion von Kontrolle. Wir glauben, dass wir unser Leben (oder zumindest unser Lernverhalten) im Griff haben, nur weil wir etwas auf Papier geschrieben haben. Aber das Leben ist chaotisch. Und unser Gehirn erst recht. Es will abgelenkt werden, es will spontan sein, es will sich nicht an einen starren Plan halten. Verstehe ich vollkommen.
Ich habe unzählige Lernpläne erstellt. Mit bunten Stiften, Tabellen, kleinen Motivationssprüchen. Alles. Und jedes Mal landeten sie...nun ja, ihr wisst schon. Schublade. Vielleicht neben den guten Vorsätzen zum neuen Jahr. Die haben auch nicht länger gehalten.
Die Sache mit der Motivation
Ein weiterer Punkt: Diese Pläne sind so...perfekt. Und das kann total demotivierend sein! Stell dir vor, du hast einen Plan erstellt, der jeden Tag zwei Stunden Lernen vorsieht. Und dann schaffst du es an einem Tag nur für 30 Minuten. Zack! Schuldgefühle. Du hast den Plan nicht eingehalten. Du bist gescheitert. Drama, Baby! Dabei sind 30 Minuten besser als keine Minuten. Aber der perfekte Plan sagt dir: "Du bist eine Niete!".
Vielleicht wäre es besser, sich kleine, realistische Ziele zu setzen. Anstatt eines riesigen Wochenplans, lieber eine kleine To-Do-Liste für den Tag. Und wenn man etwas nicht schafft? Egal! Morgen ist auch noch ein Tag. Und Delfine mit Laserpointern sind immer eine gute Ausrede. Das muss man einfach gesehen haben!
"Ein Plan ist nichts, Planung ist alles." - Dwight D. Eisenhower (vermutlich, als er gerade von einem besonders komplizierten Lernplan abgelenkt wurde)
Ich sage nicht, dass Lernpläne generell schlecht sind. Für manche Leute funktionieren sie super. Aber für mich...nun ja, ich bin eher der Typ "learning by doing". Oder "learning by watching Delfine". Hauptsache, es macht Spaß. Und wenn es keinen Spaß macht? Dann schiebe ich es auf morgen.
Und wenn ich dann doch mal einen Lernplan zum Ausdrucken brauche, dann suche ich mir einen, der nicht so perfekt ist. Einer, der ein bisschen Raum für Spontaneität lässt. Einer, der nicht gleich mit dem Finger auf mich zeigt, wenn ich mal einen Tag auslasse. Einer, der Delfine mag.
Oder vielleicht erfinde ich einfach meinen eigenen. Mit Platz für "Unvorhergesehenes". Und "Delfin-Zeit". Das klingt doch schon viel besser, oder?
Also, liebe Freunde der ausgedruckten Lernpläne, lasst euch nicht unter Druck setzen. Macht es so, wie es für euch am besten funktioniert. Und wenn das bedeutet, dass euer Lernplan in der Schublade verstaubt? Dann ist das eben so. Hauptsache, ihr lernt was. Und wenn es nur ist, dass Delfine ziemlich coole Tiere sind.
In diesem Sinne: Fröhliches Lernen (oder Nicht-Lernen)!
