Libro Nada De Carmen Laforet
Okay, lasst uns ehrlich sein. Carmen Laforets Nada. Ein Klassiker, sagen sie. Ein Meisterwerk? Vielleicht. Aber... ich habe da so meine Probleme mit dem Buch. Und ich bin bereit, es zuzugeben.
Barcelona in Grau? Eher in Schleierhaft!
Die arme Andrea kommt nach Barcelona. Voller Erwartung! Stellt euch vor: ein neues Leben, neue Möglichkeiten! Und was bekommt sie? Ein heruntergekommenes Haus in der Calle Aribau und eine Familie, die so dysfunktional ist, dass selbst die Addams Family neidisch wäre. Ich meine, hallo? Ist das wirklich die grossartige Stadt, von der alle schwärmen?
Ich verstehe die Symbolik. Die Nachkriegszeit! Die Tristesse! Die Hoffnungslosigkeit! Aber trotzdem. Ich brauche etwas mehr Sonnenschein. Ein bisschen Farbe. Irgendetwas, das mir nicht das Gefühl gibt, ich müsste sofort eine Antidepressiva-Dosis erhöhen. Barcelona, wo bist du?
Die Familie? Brauchen wir wirklich so viel Drama?
Und dann diese Familie! Tante Angustias, die fromme Nervensäge. Onkel Román, der Künstler mit dem dunklen Geheimnis (und der zweifelhaften Hygiene). Und Gloria, die... nun ja, Gloria ist einfach Gloria. Eine wandelnde Katastrophe mit Hang zu fragwürdigen Entscheidungen. Ich meine, gönnt der armen Andrea doch mal eine normale Mahlzeit! Oder zumindest ein bequemes Bett!
Ich weiss, ich weiss. Es geht um die Darstellung der gesellschaftlichen Realität. Die klaustrophobische Atmosphäre. Die inneren Konflikte. Aber trotzdem. Manchmal wünschte ich, Andrea hätte einfach ihre Sachen gepackt und wäre zu einem All-Inclusive-Resort auf den Bahamas geflogen. Das hätte vielleicht auch gereicht, um die Nada-Probleme zu lösen!
Andreas Naivität: Süss oder Nervtötend?
Und dann ist da Andrea selbst. Oh, Andrea. Du bist so jung! So unschuldig! So... naiv! Ich weiss, sie ist jung. Sie ist unerfahren. Aber manchmal möchte man sie einfach schütteln und sagen: "Mädchen, sieh doch, was um dich herum passiert! Reagier mal!"
Ihr blinder Optimismus ist bewundernswert. Ihre Fähigkeit, trotz allem etwas Positives zu sehen, ist beeindruckend. Aber manchmal ist es einfach zu viel. Ein bisschen Zynismus hätte ihr vielleicht ganz gut getan. Oder zumindest ein guter Freund, der ihr mal die Wahrheit sagt.
Ich will Carmen Laforet nicht zu nahe treten. Ich verstehe, warum Nada so gelobt wird. Es ist ein wichtiges Buch. Es ist ein kraftvolles Buch. Aber für mich persönlich? Es ist einfach... anstrengend.
Das Ende: Befreiung oder Resignation?
Und das Ende! Andrea verlässt Barcelona. Sie geht nach Madrid. Ein neues Leben! Ein neuer Anfang! Aber irgendwie... fühlt es sich nicht wirklich nach einem Happy End an. Es fühlt sich eher nach einer Flucht an. Nach Resignation. Nach dem Akzeptieren einer Realität, die nicht unbedingt die beste ist.
Vielleicht ist das die Pointe. Vielleicht soll es nicht einfach sein. Vielleicht soll es uns zum Nachdenken anregen. Aber trotzdem. Ich hätte mir für Andrea mehr gewünscht. Ein bisschen mehr Glück. Ein bisschen mehr Hoffnung. Oder wenigstens ein vernünftiges Abendessen.
Nada ist ein wichtiges Buch. Aber vielleicht ist es auch ein bisschen überschätzt.
Also, da habe ich es gesagt. Meine unbeliebte Meinung über Nada. Jetzt steinigt mich ruhig. Aber vielleicht, ganz vielleicht, gibt es ja noch jemanden da draussen, der sich genauso fühlt. Und dem ich damit ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Denn manchmal muss man eben auch über Klassiker lästern dürfen.
