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Linux In Windows 10 Bootmanager Einbinden


Linux In Windows 10 Bootmanager Einbinden

Viele Benutzer schätzen die Flexibilität, sowohl Windows als auch Linux auf demselben Computer zu nutzen. Das Einbinden von Linux in den Windows 10 Bootmanager ermöglicht einen bequemen Start beider Betriebssysteme, ohne auf ein separates Bootmenü angewiesen zu sein. Dieser Artikel erklärt detailliert, wie Sie Linux in den Windows 10 Bootmanager integrieren.

Voraussetzungen

Bevor Sie beginnen, stellen Sie sicher, dass folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Windows 10 ist bereits installiert und funktionsfähig.
  • Linux ist auf einer separaten Partition oder Festplatte installiert. Es ist wichtig, dass Linux korrekt installiert und bootfähig ist.
  • Sie haben Zugriff auf die Windows 10 Eingabeaufforderung mit Administratorrechten.
  • Sie kennen den Namen und die UUID der Linux-Partition oder des Linux-Bootloaders. Diese Informationen sind entscheidend für die korrekte Konfiguration.

Schritt 1: Linux-Informationen ermitteln

Der erste Schritt besteht darin, die notwendigen Informationen über Ihre Linux-Installation zu sammeln. Dies umfasst den Namen der Linux-Partition und die UUID (Universally Unique Identifier) des Linux-Bootloaders. Es gibt verschiedene Methoden, diese Informationen zu erhalten.

Methode 1: Über die Linux-Kommandozeile

Wenn Sie Zugriff auf Ihre Linux-Installation haben, ist dies die einfachste Methode:

  1. Starten Sie Linux.
  2. Öffnen Sie ein Terminal.
  3. Geben Sie den Befehl sudo blkid ein und drücken Sie Enter. Sie werden möglicherweise nach Ihrem Passwort gefragt.
  4. Die Ausgabe zeigt eine Liste aller Partitionen und deren UUIDs. Suchen Sie die Partition, auf der Ihr Linux-System installiert ist. Die UUID steht hinter dem Eintrag UUID="...". Notieren Sie sich diese UUID.
  5. Ebenfalls wichtig ist die Partition, die als EFI System Partition (ESP) markiert ist. Diese enthält den Bootloader (z.B. GRUB oder systemd-boot). Finden Sie auch hier die UUID.

Die Ausgabe könnte ähnlich aussehen wie:

/dev/sda1: LABEL="System Reserved" UUID="ABCDEF0123456789" TYPE="ntfs" PARTUUID="1234abcd-5678-ef90-1234-567890abcdef"
/dev/sda2: UUID="1A2B3C4D5E6F7G8H9I0J" TYPE="ext4"
/dev/sdb1: UUID="XYZ123ABC456DEF789GHI" TYPE="vfat" PARTUUID="0987zyxw-6543-vuts-0987-654321zyxwvu" LABEL="ESP"

In diesem Beispiel ist /dev/sda2 die Linux-Partition mit der UUID 1A2B3C4D5E6F7G8H9I0J. /dev/sdb1 ist die EFI System Partition mit der UUID XYZ123ABC456DEF789GHI. Ihre Werte werden natürlich anders sein.

Methode 2: Über eine Linux Live-Distribution

Wenn Sie keinen direkten Zugriff auf Ihre installierte Linux-Version haben, können Sie eine Linux Live-Distribution (z.B. Ubuntu Live) verwenden:

  1. Starten Sie Ihren Computer von der Linux Live-Distribution.
  2. Öffnen Sie ein Terminal.
  3. Führen Sie den gleichen Befehl sudo blkid aus wie in Methode 1.
  4. Identifizieren und notieren Sie die UUIDs der Linux-Partition und der EFI System Partition.

Schritt 2: Linux zum Windows 10 Bootmanager hinzufügen

Nachdem Sie die UUIDs ermittelt haben, können Sie Linux zum Windows 10 Bootmanager hinzufügen. Dies geschieht über die Eingabeaufforderung mit Administratorrechten.

  1. Starten Sie Windows 10.
  2. Klicken Sie auf das Windows-Symbol, geben Sie "cmd" ein, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf "Eingabeaufforderung" und wählen Sie "Als Administrator ausführen".
  3. Geben Sie den folgenden Befehl ein und drücken Sie Enter:
    bcdedit /create /d "Linux" /application osloader
    Dieser Befehl erstellt einen neuen Boot-Eintrag mit dem Namen "Linux".
  4. Der Befehl gibt eine GUID (Globally Unique Identifier) zurück. Notieren Sie sich diese GUID. Sie wird benötigt, um den Eintrag zu konfigurieren. Sie sieht in etwa so aus: {xxxxxxxx-xxxx-xxxx-xxxx-xxxxxxxxxxxx}.
  5. Ersetzen Sie im folgenden Befehl {GUID} mit der GUID, die Sie im vorherigen Schritt notiert haben, und XYZ123ABC456DEF789GHI mit der UUID der EFI System Partition, die Sie ermittelt haben:
    bcdedit /set {GUID} device partition=\\?\GLOBALROOT\Device\HarddiskVolumeX\EFI\ubuntu\grubx64.efi
    Ersetzen Sie HarddiskVolumeX durch die korrekte Volume-Nummer. Diese finden Sie heraus, indem Sie im Datei-Explorer die EFI-Partition suchen und die Eigenschaften des Ordners "EFI" überprüfen. Alternativ können Sie diskpart in der Eingabeaufforderung verwenden und mit list volume die Volumennummer herausfinden. Ersetzen Sie außerdem EFI\ubuntu\grubx64.efi falls Sie eine andere Distribution verwenden und der Pfad zur EFI-Datei abweicht. Zum Beispiel könnte es auch EFI\debian\grubx64.efi oder ähnlich sein. Wenn Sie systemd-boot verwenden, ersetzen Sie grubx64.efi durch den entsprechenden systemd-bootloader (z.B. systemd-bootx64.efi).
  6. Geben Sie den folgenden Befehl ein, wobei Sie erneut {GUID} mit der GUID ersetzen:
    bcdedit /set {GUID} osdevice partition=\\?\GLOBALROOT\Device\HarddiskVolumeX
    Ersetzen Sie HarddiskVolumeX wiederum mit der korrekten Volume-Nummer der EFI-Partition.
  7. Geben Sie den folgenden Befehl ein, wobei Sie {GUID} mit der GUID ersetzen:
    bcdedit /set {GUID} path \EFI\ubuntu\grubx64.efi
    Ersetzen Sie wieder \EFI\ubuntu\grubx64.efi durch den korrekten Pfad zum Bootloader auf der EFI-Partition.
  8. Geben Sie den folgenden Befehl ein, wobei Sie {GUID} mit der GUID ersetzen:
    bcdedit /set {GUID} systemroot \
    Dieser Befehl setzt das Systemstammverzeichnis.
  9. Geben Sie den folgenden Befehl ein, wobei Sie {GUID} mit der GUID ersetzen:
    bcdedit /set {GUID} inherit {bootloadersettings}
    Dieser Befehl erbt die Einstellungen von den Standard-Bootloadern.
  10. Geben Sie den folgenden Befehl ein, wobei Sie {GUID} mit der GUID ersetzen:
    bcdedit /set {GUID} bootmenupolicy Legacy
    Dieser Befehl aktiviert die Legacy-Bootmenürichtlinie.
  11. Um den Linux-Eintrag standardmäßig im Bootmenü anzuzeigen, geben Sie den folgenden Befehl ein, wobei Sie {GUID} mit der GUID ersetzen:
    bcdedit /displayorder {GUID} /addlast
    Dieser Befehl fügt den Linux-Eintrag am Ende der Bootreihenfolge hinzu.
  12. Abschließend setzen Sie noch die Timeout-Zeit für die Anzeige des Bootmenüs. Geben Sie den folgenden Befehl ein:
    bcdedit /timeout 10
    Dieser Befehl setzt die Timeout-Zeit auf 10 Sekunden. Sie können diesen Wert nach Bedarf anpassen.

Schritt 3: Überprüfen der Konfiguration

Nachdem Sie die Befehle ausgeführt haben, überprüfen Sie die Konfiguration, um sicherzustellen, dass alles korrekt eingerichtet ist.

  1. Geben Sie den Befehl bcdedit in der Eingabeaufforderung ein und drücken Sie Enter.
  2. Überprüfen Sie die Ausgabe. Sie sollte den Linux-Eintrag mit der korrekten GUID und den konfigurierten Einstellungen enthalten. Achten Sie besonders auf die Einträge für device, osdevice und path.

Neustart und Testen

Starten Sie Ihren Computer neu. Der Windows 10 Bootmanager sollte nun den Linux-Eintrag anzeigen. Wählen Sie den Linux-Eintrag, um Ihr Linux-System zu starten.

Fehlerbehebung

  • Linux startet nicht: Überprüfen Sie die UUIDs und Pfade in den bcdedit-Befehlen. Stellen Sie sicher, dass sie korrekt sind. Überprüfen Sie auch, ob die EFI-Partition korrekt gemountet ist.
  • Bootmenü wird nicht angezeigt: Stellen Sie sicher, dass die bootmenupolicy auf Legacy gesetzt ist und das Timeout korrekt konfiguriert ist.
  • Windows startet nicht mehr: Überprüfen Sie die Windows Boot-Konfiguration mit bcdedit. Stellen Sie sicher, dass der Windows-Eintrag noch vorhanden und korrekt konfiguriert ist. Sie können auch versuchen, die Windows-Reparaturfunktion zu verwenden, um den Bootloader zu reparieren.

Zusammenfassung

Das Einbinden von Linux in den Windows 10 Bootmanager ist ein relativ einfacher Prozess, der jedoch sorgfältige Aufmerksamkeit auf Details erfordert. Durch das Befolgen dieser Anleitung sollten Sie in der Lage sein, Linux erfolgreich in den Windows 10 Bootmanager zu integrieren und beide Betriebssysteme bequem nutzen zu können. Sichern Sie vor Änderungen am Bootmanager immer Ihre wichtigen Daten!

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