List Of 1st 2nd 3rd World Countries
Wisst ihr, wie manchmal alte Redewendungen einfach so in unserem Sprachgebrauch hängen bleiben, obwohl ihre ursprüngliche Bedeutung längst verstaubt ist? So ähnlich ist es mit den Begriffen "Erste", "Zweite" und "Dritte Welt". Klingen irgendwie wichtig und ordnend, oder?
Die Kalte-Kriegs-Party: Wer saß wo am Tisch?
Stellt euch vor, es ist eine riesige Party während des Kalten Krieges. Die Supermächte – die USA und die Sowjetunion – haben ihre jeweiligen Fanclubs. Die "Erste Welt", das waren die Länder, die sich mehr oder weniger deutlich zum kapitalistischen Westen unter Führung der USA bekannten. Denkt an Westeuropa, Nordamerika, Australien, Japan. Die hatten 'ne coole Playlist und 'nen riesigen Pool.
Die "Zweite Welt" war der Club rund um die Sowjetunion und ihre sozialistischen Verbündeten. Ostblock, eben. Die hatten ihre eigene, etwas andere Musik und vermutlich einen wirklich beeindruckenden Wodka-Vorrat. Polen, Ungarn, die DDR... die ganze Gang. Man munkelt, die Partys dort waren...sagen wir mal...etwas anders.
Und was ist mit der "Dritten Welt"? Das war im Grunde der Rest der Welt. Länder, die nicht so recht wussten, wo sie hingehören, oder die sich bewusst aus dem Konflikt raushalten wollten. Oftmals waren das ehemalige Kolonien, die gerade erst ihre Unabhängigkeit errungen hatten. Afrika, Asien, Lateinamerika... eine bunte Mischung. Sie versuchten, ihren eigenen Weg zu finden, manchmal zwischen den Stühlen, manchmal mit eigener, unglaublich lebendiger Musik und köstlichem Essen.
Das Problem mit den Schubladen: Passt das noch?
Das Ding ist nur: Der Kalte Krieg ist seit über 30 Jahren vorbei. Und die Welt hat sich seitdem ganz schön gedreht. Deutschland ist wiedervereinigt, die Sowjetunion ist Geschichte, und China ist 'ne Wirtschaftsmacht, von der unsere Großeltern wahrscheinlich nur geträumt hätten.
Trotzdem benutzen wir diese Begriffe immer noch. Warum? Weil sie so schön griffig sind. "Erste Welt" klingt nach "reich und fortschrittlich", "Dritte Welt" nach "arm und rückständig". Aber das ist natürlich viel zu einfach.
Denkt mal drüber nach: Gibt es wirklich ein Land, in dem es nur Sonnenschein und Rosen gibt? Und gibt es wirklich ein Land, in dem nur Elend und Hoffnungslosigkeit herrschen? Wohl kaum.
In Indien gibt es hochmoderne Technologiezentren neben bitterer Armut. In den USA gibt es Obdachlosigkeit und soziale Ungleichheit. Und in vielen afrikanischen Ländern gibt es eine unglaubliche Lebensfreude und Kreativität, von der wir uns eine Scheibe abschneiden könnten.
Die Suche nach besseren Wörtern: Ein bisschen Feingefühl bitte!
Viele Leute finden die Begriffe "Erste", "Zweite" und "Dritte Welt" inzwischen beleidigend oder zumindest veraltet. Sie bevorzugen Begriffe wie "entwickelte Länder" und "Entwicklungsländer". Das ist schon mal ein bisschen neutraler. Aber auch diese Begriffe sind nicht perfekt. Denn was bedeutet "entwickelt" überhaupt? Heißt das nur, dass ein Land reich ist? Oder gehört da nicht noch mehr dazu – zum Beispiel eine gerechte Gesellschaft, eine gesunde Umwelt oder ein starkes soziales Gefüge?
Manche sagen auch "globaler Norden" und "globaler Süden". Das klingt schon fast poetisch, oder? Und es betont, dass viele der "ärmeren" Länder eben tatsächlich im Süden der Welt liegen. Aber auch das ist natürlich eine Vereinfachung.
Eigentlich geht es darum, dass wir uns bewusst machen, dass die Welt komplex ist. Dass es nicht "die Guten" und "die Bösen" gibt, nicht "die Reichen" und "die Armen". Sondern dass wir alle Teil einer großen, bunten Menschheitsfamilie sind, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, unterschiedlichen Herausforderungen und Chancen.
Es ist wie mit den Etiketten auf Marmeladengläsern. Sie können hilfreich sein, um zu wissen, was drin ist. Aber sie erzählen nicht die ganze Geschichte. Sie verraten nicht, wie die Marmelade schmeckt, wer sie gekocht hat und welche Erinnerungen damit verbunden sind.
Und was lernen wir daraus?
Das nächste Mal, wenn ihr die Begriffe "Erste", "Zweite" oder "Dritte Welt" hört, haltet kurz inne und denkt darüber nach. Denkt an die Menschen, die in diesen Ländern leben. Denkt an ihre Geschichten, ihre Hoffnungen, ihre Träume. Denkt daran, dass wir alle mehr gemeinsam haben, als uns trennt. Und dass die Welt viel zu spannend und vielfältig ist, um sie in einfache Schubladen zu stecken. Vielleicht können wir ja gemeinsam neue, bessere Wörter finden, die der Realität gerechter werden. Wörter, die uns verbinden, statt uns zu trennen. Und vielleicht, ganz vielleicht, können wir sogar ein bisschen voneinander lernen. Denn jede "Welt" hat etwas Besonderes zu bieten. Und das ist doch eigentlich eine tolle Party-Idee, oder?
Lasst uns die Stereotypen beiseite räumen und die Vielfalt feiern!
Es geht nicht darum, wer "besser" oder "schlechter" ist, sondern darum, einander zu verstehen und gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Denn am Ende sitzen wir alle im selben Boot – oder besser gesagt, auf derselben Party!
