Lord Huron The Night We Met Text
Okay, Leute, mal ehrlich. Wir müssen über Lord Huron und diesen einen Song reden. Ihr wisst welchen: "The Night We Met".
Jetzt kommt meine (vielleicht) unpopuläre Meinung: Ist der Song nicht ein bisschen...übertrieben? Ja, ich weiß, er ist mega-emotional. Perfekt für jede traurige Szene in einer Serie (danke, "13 Reasons Why"!). Aber Hand aufs Herz, wer hat wirklich schon mal jemanden *so* sehr geliebt, dass man innerlich stirbt, nur weil es nicht geklappt hat?
Die Lyrik unter der Lupe
Klar, die Lyrics sind poetisch. "I had all and then most of you, some and now none of you." Klingt dramatisch. Aber mal ehrlich: Wer redet denn so im echten Leben? Stell dir vor, du machst mit deinem Freund/deiner Freundin Schluss und sagst sowas. Die gucken dich doch an, als wärst du von einem anderen Stern!
Und dann diese Zeile: "Take me back to the night we met." Okay, romantisch. Aber was genau an dieser Nacht war denn so magisch? Habt ihr euch gegenseitig in die Augen geschaut und sofort gewusst, dass ihr für immer zusammen seid? Oder war es eher so: "Hey, cooler Typ/coole Frau. Wollen wir tanzen?" Realistisch gesehen, ist es meistens was dazwischen.
Das Problem mit der Melancholie
Versteht mich nicht falsch, ich liebe melancholische Musik. Aber bei "The Night We Met" ist es fast schon so, als ob Lord Huron sagt: "Hey, fühl dich so richtig schlecht! Denk an all deine Fehler! Bereue alles!" Und das ist mir persönlich etwas zu viel des Guten. Ich will ja nicht gleich in Depressionen verfallen, nur weil ich ein Lied höre.
Es ist wie mit diesem einen Pullover, der zwar super kuschelig ist, aber so kratzt, dass man ihn nie wirklich tragen kann. So geht's mir mit dem Song. Ich mag die Idee, aber die Umsetzung ist...naja, sagen wir mal, sehr intensiv.
"I don't know what I'm supposed to do, haunted by the ghost of you."
Diese Textzeile ist ein perfektes Beispiel. Geister? Wirklich? Ist es nicht eher so, dass man einfach nur genervt ist, weil der/die Ex immer noch Sachen im Haus hat? Oder dass man sich fragt, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat?
Alternativen zur Weltschmerz-Hymne
Wenn ihr wirklich Liebeskummer habt, gibt es doch viel bessere Alternativen! Wie wäre es mit einem Gute-Laune-Song, der euch aufbaut? Oder einem Lied, das einfach nur ehrlich und authentisch ist, ohne gleich den Weltuntergang zu beschwören? Denkt mal an Mitski, aber ohne das komplette Nervenzusammenbruch-Potenzial. Einfach ein bisschen Herzschmerz, aber mit Humor.
Ich sage nicht, dass "The Night We Met" ein schlechter Song ist. Er ist gut produziert, die Melodie geht ins Ohr und die Stimme von Ben Schneider ist einfach unverkennbar. Aber für mich ist er einfach ein bisschen zu viel Drama Queen.
Vielleicht bin ich einfach nur zu zynisch. Vielleicht bin ich einfach noch nie so richtig verletzt worden (Gott bewahre!). Aber ich finde, man sollte sich nicht von einem einzigen Song definieren lassen. Und man sollte auch nicht glauben, dass man nur dann eine tiefe Liebe erlebt hat, wenn man danach innerlich zerbricht.
Das Fazit: Liebe ist kompliziert, Musik auch
Liebe ist kompliziert, das wissen wir alle. Musik auch. Und Geschmäcker sind nun mal verschieden. Wenn ihr "The Night We Met" liebt, ist das vollkommen in Ordnung. Ich werde euch nicht verurteilen. Aber vielleicht überlegt ihr euch das nächste Mal, wenn ihr den Song hört, einfach mal, ob es nicht auch andere Wege gibt, mit Liebeskummer umzugehen. Vielleicht mit einem Lächeln, statt mit einem Taschentuch.
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss mir jetzt erstmal was Fröhliches anhören, um meine Seele zu retten. Vielleicht ein bisschen ABBA. Oder Queen. Hauptsache, es ist weit weg von jeglichem Liebeskummer-Drama. Peace out!
