Love Song Alfred Prufrock
Okay, lasst uns ehrlich sein. Jeder redet über T.S. Eliot's "The Love Song of Alfred J. Prufrock". Ein Meisterwerk, sagen sie. Tiefgründig, meinen andere. Ich sage: Überbewertet! Und ja, ich weiß, das ist vielleicht eine blasphemische Aussage. Aber hört mich kurz an.
Dieses Gedicht... es ist so traurig. So unglaublich deprimierend. Prufrock, dieser arme Kerl, ist einfach nur ein Jammerlappen. Er will zu einer Party gehen. Er will vielleicht einer Frau etwas sagen. Aber er traut sich nicht. Er ist zu unsicher. Er ist... langweilig. Entschuldigung, Prufrock, aber es ist so!
Jedes Mal, wenn ich es lese, denke ich mir: "Mann, reiß dich zusammen!" Geh zu dieser Party! Sprich mit dieser Frau! Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Sie sagt "Nein"? Na und? Es gibt Millionen von Frauen! Aber nein, Prufrock sitzt da und grübelt über seine Glatze und die Falten um seine Augen.
Es geht ja nicht darum, dass ich kein Verständnis für Unsicherheiten hätte. Wer hat die nicht? Aber Prufrock macht es einem echt schwer. Er ist der Inbegriff der Entscheidungsparalyse. Er analysiert alles zu Tode. Er zerlegt jede mögliche Interaktion in tausend winzige Teile, bis er sich selbst so fertig gemacht hat, dass er sich gar nicht mehr traut, überhaupt etwas zu tun.
Das Problem mit dem Symbolismus
Und dann ist da noch der ganze Symbolismus! Die gelben Nebel! Die Abende, die sich wie ein Patient auf dem Operationstisch ausbreiten! Was soll das alles bedeuten? Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Und ich glaube, die meisten Leute haben auch keine. Wir tun nur so, als ob.
Es ist wie mit moderner Kunst. Jeder steht davor und nickt zustimmend, aber niemand will wirklich zugeben, dass er absolut keine Ahnung hat, was der Künstler eigentlich sagen wollte. Genauso ist es mit Prufrock. Wir bewundern die Sprache, die Bilder, die angeblichen Tiefen... aber am Ende des Tages ist es einfach nur ein langes, melancholisches Gejammer eines Mannes, der nicht den Mut hat, etwas zu wagen.
Was, wenn Prufrock einfach nur... faul ist?
Hier ist eine radikale Idee: Was, wenn Prufrock gar nicht so tiefgründig und komplex ist, wie alle denken? Was, wenn er einfach nur faul ist? Faul, sich zu überwinden. Faul, Risiken einzugehen. Faul, an sich selbst zu arbeiten.
Klar, er ist ängstlich. Sicher, er hat Selbstzweifel. Aber wer hat das nicht? Der Unterschied ist, dass die meisten Leute trotzdem versuchen, etwas aus ihrem Leben zu machen. Sie stürzen sich ins Getümmel. Sie scheitern. Sie lernen. Sie stehen wieder auf. Prufrock hingegen bleibt lieber auf dem Sofa sitzen und beschwert sich über sein unglückliches Schicksal.
Vielleicht bin ich zu pragmatisch. Vielleicht fehlt mir die künstlerische Sensibilität, um die wahre Genialität dieses Gedichts zu erkennen. Aber ich kann einfach nicht anders. Ich finde Prufrock einfach nur nervig. Er erinnert mich an all die Leute, die ihr Potenzial verschwenden, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind, sich Sorgen zu machen, was andere über sie denken.
“Ich bin nicht Prinz Hamlet, noch war ich es je gedacht; Bin nur ein Günstling, der die Szene füllen soll..."
Okay, das Zitat ist gut. Das muss ich zugeben. Aber es ändert nichts an meiner grundlegenden Meinung. Prufrock ist ein bisschen ein Weichei.
Und vielleicht ist das ja auch der Punkt. Vielleicht soll er uns ja genau das zeigen: Die Tragödie der Mittelmäßigkeit. Die Gefahr, sich von Ängsten und Zweifeln lähmen zu lassen. Aber trotzdem... ich hätte ihn mir etwas mutiger gewünscht. Etwas... weniger Prufrock-haft.
Also, da habt ihr es. Mein unpopulärer Standpunkt. Ich bin bereit, gesteinigt zu werden. Aber ich musste es einfach mal loswerden.
Vielleicht sollte ich jetzt ein Gedicht darüber schreiben. Eins, das nicht so deprimierend ist. Eins, das ein bisschen mehr Hoffnung hat. Oder vielleicht gehe ich einfach nur eine Tasse Kaffee trinken. Das klingt im Moment irgendwie ansprechender.
