Maler Kubistischer Tiermotive 1880 Bis 1916
Hallo liebe Reisefreunde und Kunstliebhaber! Heute nehme ich euch mit auf eine ganz besondere Entdeckungstour, eine Reise in die faszinierende Welt der kubistischen Tiermotive, gemalt von Künstlern zwischen 1880 und 1916. Vergesst die Postkartenmotive, die kitschigen Souvenirs und die überlaufenen Touristenpfade. Wir tauchen ein in eine Ära, in der die Kunst die Welt neu interpretierte, die Perspektiven aufbrach und selbst Tiere in völlig neuem Licht erstrahlen ließ.
Vielleicht fragt ihr euch: Kubismus und Tiere? Passt das überhaupt zusammen? Und ob! Der Kubismus, diese revolutionäre Kunstbewegung, die Anfang des 20. Jahrhunderts die Kunstwelt auf den Kopf stellte, war viel mehr als nur abstrakte Formen und zerlegte Gesichter. Er war ein Versuch, die Realität in all ihren Facetten zu erfassen, verschiedene Blickwinkel gleichzeitig darzustellen und das Wesen der Dinge zu enthüllen. Und was gibt es Schöneres, um dieses Wesen zu erforschen, als die wunderbare Vielfalt des Tierreichs?
Eine kurze Reise in die Geschichte des Kubismus
Bevor wir uns den Tiermotiven widmen, lasst uns einen kurzen Blick auf die Entstehung des Kubismus werfen. Alles begann mit Pablo Picasso und Georges Braque, die sich um 1907 zusammentaten, um die traditionellen Darstellungsweisen in der Malerei zu hinterfragen. Inspiriert von Paul Cézannes Betonung geometrischer Formen und afrikanischer Skulpturen entwickelten sie einen neuen Stil, der die Welt in Facetten zerlegte und wieder zusammensetzte. Stellt euch vor, ihr nehmt einen Apfel, betrachtet ihn von allen Seiten gleichzeitig und malt dann all diese Ansichten übereinander. Das ist im Grunde die Idee des Kubismus! Zu den weiteren Pionieren dieser Bewegung gehörten Juan Gris und Fernand Léger.
Der Kubismus lässt sich grob in zwei Phasen unterteilen: den Analytischen Kubismus (ca. 1908-1912), in dem die Objekte stark fragmentiert und in monochromen Farbtönen dargestellt wurden, und den Synthetischen Kubismus (ca. 1912-1914), in dem die Künstler wieder farbenfrohere Elemente und collagierte Materialien in ihre Werke integrierten.
Warum gerade Tiere?
Aber warum entschieden sich kubistische Künstler überhaupt dafür, Tiere darzustellen? Nun, Tiere bieten eine Fülle von Möglichkeiten, um mit Form, Farbe und Bewegung zu experimentieren. Ihre organischen Formen bilden einen interessanten Kontrast zu den geometrischen Elementen des Kubismus. Sie erlauben es den Künstlern, die innere Struktur und das Wesen des Tieres auf eine neue Art und Weise zu enthüllen. Denkt an die kraftvollen Muskeln eines Pferdes, die eleganten Bewegungen einer Katze oder die bunten Federn eines Vogels – alles perfekte Motive, um die kubistische Formensprache zu erproben.
Berühmte Künstler und ihre tierischen Meisterwerke
Leider gibt es keine *riesige* Menge an ausschließlich kubistischen Tiermotiven von 1880 bis 1916, da der Fokus vieler Künstler stark auf Porträts, Stillleben und Landschaften lag. Dennoch finden sich in den Werken einiger Künstler interessante Beispiele, die es wert sind, genauer betrachtet zu werden. Wir müssen hier etwas interpretieren und den Kontext erweitern, da wir speziell nach dem Zeitraum und den Themen suchen.
Pablo Picasso: Obwohl Picasso nicht ausschließlich für Tiermotive bekannt ist, finden sich in seinem Œuvre immer wieder Darstellungen von Tieren, die von seiner kubistischen Ader beeinflusst sind. Denkt beispielsweise an seine frühen Werke, in denen er Stierkampfszenen darstellte. Auch wenn diese nicht im strengsten Sinne des Wortes "kubistisch" sind, so zeigen sie doch bereits seinen experimentellen Umgang mit Form und Perspektive. Später, besonders in seinen surrealistischen Phasen, tauchen immer wieder tierische Elemente auf, die von der Fragmentierung des Kubismus zeugen. Man kann die kubistische Herangehensweise erkennen, selbst wenn das Werk nicht als reiner Kubismus klassifiziert werden kann.
Georges Braque: Auch Braque, Picassos kongenialer Partner, widmete sich nicht ausschließlich Tieren. Aber seine Beschäftigung mit Form und Struktur beeinflusste sicherlich die Art und Weise, wie Tiere in der Kunst dieser Zeit dargestellt wurden. Manchmal finden sich in seinen Stillleben subtile tierische Elemente, die durch die kubistische Zerlegung und Neuanordnung der Formen eine ganz eigene Dynamik erhalten. Das "Vogel"-Motiv taucht später in seinem Werk häufiger auf, oft symbolisch und vereinfacht, aber erkennbar von seinen kubistischen Experimenten geprägt.
Fernand Léger: Léger war ein weiterer wichtiger Vertreter des Kubismus, der sich zwar nicht primär auf Tiermotive konzentrierte, aber dennoch die Formensprache des Kubismus auf eine Weise nutzte, die auch für die Darstellung von Tieren relevant sein könnte. Seine Werke zeichnen sich durch starke Kontraste, klare Linien und die Verwendung von industriellen Formen aus. Stellt euch vor, wie Léger beispielsweise einen Hund darstellen würde: als eine Ansammlung von zylindrischen und kegelförmigen Formen, die seine Muskeln und Knochen betonen und seine Bewegung in einzelne Fragmente zerlegen.
Warum so wenig "reine" kubistische Tiermotive? Es ist wichtig zu verstehen, dass der Kubismus eine sehr intellektuelle und experimentelle Kunstbewegung war. Die Künstler waren mehr daran interessiert, die Gesetze der Wahrnehmung und die Möglichkeiten der Darstellung zu erforschen, als konkrete Motive abzubilden. Tiere dienten eher als Mittel zum Zweck, als als eigentliches Thema der Kunstwerke. Viele kubistische Künstler konzentrierten sich darauf, die menschliche Figur oder Alltagsgegenstände zu analysieren und darzustellen. Die wenigen Beispiele, die wir finden, sind oft subtile Anspielungen oder Elemente, die in größere Kompositionen integriert sind.
Wo kann man diese Kunstwerke finden?
Leider ist es nicht immer einfach, kubistische Tiermotive aus dieser Zeit zu finden, da sie, wie gesagt, relativ selten sind. Aber keine Sorge, ich habe ein paar Tipps für euch:
- Große Museen: Besucht die großen Kunstmuseen der Welt, wie das Musée Picasso in Paris, das Museum of Modern Art (MoMA) in New York oder das Museo Reina Sofía in Madrid. Dort findet ihr oft Werke von Picasso, Braque und Léger, in denen sich möglicherweise auch tierische Elemente verstecken.
- Spezielle Ausstellungen: Achtet auf spezielle Ausstellungen zum Thema Kubismus oder zur Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Oft werden dort auch weniger bekannte Werke ausgestellt, die vielleicht eure Aufmerksamkeit erregen.
- Online-Datenbanken: Durchforstet Online-Kunstdatenbanken wie Artnet oder mutualart. Dort könnt ihr nach spezifischen Künstlern und Motiven suchen und euch einen Überblick über das Angebot verschaffen.
Warum sich diese Reise lohnt
Ich weiß, es ist vielleicht keine einfache Aufgabe, kubistische Tiermotive aus der Zeit von 1880 bis 1916 zu finden. Aber ich verspreche euch, die Suche lohnt sich! Denn diese Kunstwerke sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch ein Fenster in eine faszinierende Epoche der Kunstgeschichte. Sie zeigen uns, wie Künstler die Welt neu dachten, wie sie mit Form und Farbe experimentierten und wie sie selbst Tiere in völlig neuem Licht erstrahlen ließen. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr ja auf eurer Reise sogar euer eigenes kleines kubistisches Meisterwerk!
Also packt eure Koffer, schnappt euch euren Reiseführer und macht euch auf die Suche nach den kubistischen Tiermotiven des frühen 20. Jahrhunderts. Es wird eine Reise sein, die euch garantiert inspirieren und eure Sicht auf die Kunst für immer verändern wird. Und denkt daran: Die Kunst ist überall, man muss nur genau hinsehen!
Viel Spaß bei eurer Entdeckungstour!
