Mama Ich Habe Dich Lieb
Hallo liebe Reisefreunde! Heute entführe ich euch in eine ganz persönliche Ecke meines Herzens und erzähle von einem kleinen Satz, einer Geste und einem Ort, die untrennbar miteinander verbunden sind: "Mama, ich habe dich lieb". Dieser Satz, so einfach er klingt, trägt für mich die Essenz von Heimat, Liebe und einer ganz besonderen Reise in sich. Es ist die Geschichte meiner Mutter, meiner Wurzeln und eines kleinen Cafés in Wien, das zum Inbegriff von Geborgenheit wurde.
Meine Mutter, eine unglaublich starke Frau, hat mich gelehrt, die Welt mit offenen Augen und einem neugierigen Herzen zu erkunden. Sie selbst hatte nie die Möglichkeit, viel zu reisen, aber ihre Geschichten von fernen Ländern und Kulturen, die sie aus Büchern und Filmen kannte, haben in mir das Fernweh geweckt. Sie war immer mein Fels in der Brandung, mein Kompass und meine größte Unterstützerin. Jede Reise, die ich unternahm, war auch irgendwie eine Reise für sie, denn ich brachte ihr immer Geschichten, Fotos und kleine Souvenirs mit, die sie mit leuchtenden Augen entgegennahm. Und jedes Mal, wenn ich zurückkam, empfing sie mich mit offenen Armen und dem Satz: "Schön, dass du wieder da bist. Ich habe dich vermisst." Meine Antwort darauf war immer: "Mama, ich habe dich lieb."
Ein Café in Wien – Mehr als nur Kaffee und Kuchen
Vor einigen Jahren reiste ich nach Wien. Ich hatte schon viel über die Stadt der Musik, der Kaiser und der Kaffeehauskultur gehört, und ich war gespannt, alles selbst zu erleben. Natürlich besuchte ich die klassischen Sehenswürdigkeiten wie den Stephansdom, die Hofburg und das Schloss Schönbrunn. Sie waren beeindruckend, keine Frage, aber das wahre Wien, das Wien, das mich tief berührte, fand ich abseits der Touristenpfade. Es war in einem kleinen, unscheinbaren Café in einem der äußeren Bezirke.
Es war ein regnerischer Nachmittag, und ich suchte Schutz vor dem Wiener Schnürlregen. Ich betrat das Café, das von außen eher unauffällig wirkte. Drinnen empfing mich jedoch eine Wärme und Gemütlichkeit, die ich so nicht erwartet hatte. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und Apfelstrudel lag in der Luft, und leise Klaviermusik spielte im Hintergrund. An den Wänden hingen alte Fotos von Wien, und in einer Ecke stand ein alter Kachelofen, der behagliche Wärme ausstrahlte.
Ich setzte mich an einen der kleinen Marmortische und bestellte einen Melange und ein Stück Sachertorte. Die Kellnerin, eine ältere Dame mit freundlichen Augen und einem warmen Lächeln, brachte mir meine Bestellung. Während ich meinen Kaffee trank und die Torte genoss, beobachtete ich die anderen Gäste. Da waren Studenten, die über ihren Büchern brüteten, ältere Paare, die sich angeregt unterhielten, und ein paar Alleinreisende, die wie ich einfach nur die Atmosphäre genossen. Es war ein wunderbarer Ort der Begegnung, der Ruhe und des Genusses.
Die Begegnung mit Frau Schmidt
Am Nachbartisch saß eine ältere Dame, die mir sofort ins Auge fiel. Sie hatte eine elegante Erscheinung, trug ein schlichtes, aber stilvolles Kleid und eine Perlenkette. Ihre Haare waren sorgfältig zu einem Dutt gesteckt, und ihre Augen strahlten Weisheit und Güte aus. Ich bemerkte, dass sie ein Buch las, und als ich genauer hinsah, erkannte ich, dass es ein Gedichtband von Rilke war. Da ich selbst ein großer Rilke-Fan bin, fasste ich mir ein Herz und sprach sie an.
"Entschuldigen Sie die Störung, aber ich habe gesehen, dass Sie Rilke lesen. Er ist einer meiner Lieblingsdichter", sagte ich. Die Dame lächelte mich freundlich an. "Oh, wirklich? Rilke ist auch einer meiner liebsten Begleiter. Seine Worte sind so tröstlich und tiefgründig." Wir kamen ins Gespräch, und ich erfuhr, dass ihr Name Frau Schmidt war und dass sie seit vielen Jahren Stammgast in diesem Café war. Sie erzählte mir von ihrem Leben, von ihren Reisen, von ihren Freuden und Sorgen. Und sie erzählte mir von ihrer Tochter, die vor einigen Jahren verstorben war. Als sie von ihrer Tochter sprach, wurde ihre Stimme leiser, und Tränen stiegen ihr in die Augen.
Ich hörte ihr aufmerksam zu und versuchte, ihr Trost zu spenden. Ich erzählte ihr von meiner Mutter und von der engen Beziehung, die wir zueinander hatten. Ich erzählte ihr von den Reisen, die ich unternommen hatte, und von den Geschichten, die ich meiner Mutter immer mitbrachte. Und ich erzählte ihr von dem Satz, der uns so sehr verband: "Mama, ich habe dich lieb."
Frau Schmidt lächelte mich an und sagte: "Dieser Satz ist so wertvoll. Vergiss niemals, ihn zu sagen. Denn die Liebe, die wir unseren Müttern schenken, ist eine der wichtigsten Lieben in unserem Leben." Sie nahm meine Hand und drückte sie fest. "Dieses Café", sagte sie, "ist für mich wie ein zweites Zuhause. Hier fühle ich mich geborgen und verstanden. Hier kann ich meine Erinnerungen pflegen und Kraft schöpfen."
Ein Ort der Erinnerung und Geborgenheit
Nach diesem Gespräch verbrachte ich noch einige Tage in Wien, und ich besuchte das Café jeden Tag. Ich traf Frau Schmidt wieder und wir unterhielten uns stundenlang. Sie erzählte mir von der Geschichte des Cafés, das seit Generationen von ihrer Familie geführt wurde. Sie erzählte mir von den vielen Menschen, die hier ein und aus gingen, von den Liebesgeschichten, die hier begannen, und von den Freundschaften, die hier entstanden. Das Café war mehr als nur ein Ort, an dem man Kaffee trank und Kuchen aß. Es war ein Ort der Begegnung, der Erinnerung und der Geborgenheit.
Bevor ich Wien verließ, versprach ich Frau Schmidt, sie wieder zu besuchen. Und ich versprach mir selbst, diesen besonderen Ort in meinem Herzen zu bewahren. Denn das Café in Wien, die Begegnung mit Frau Schmidt und der Satz "Mama, ich habe dich lieb" haben mir gezeigt, dass es im Leben nicht nur um die großen Sehenswürdigkeiten und die spektakulären Erlebnisse geht, sondern auch um die kleinen, unscheinbaren Momente, die uns tief berühren und die uns mit unseren Wurzeln und unseren Liebsten verbinden.
Wenn ihr also das nächste Mal nach Wien reist, empfehle ich euch, nicht nur die bekannten Touristenattraktionen zu besuchen, sondern auch die kleinen, versteckten Orte zu entdecken, die das wahre Wien ausmachen. Sucht ein gemütliches Café auf, kommt mit den Einheimischen ins Gespräch und lasst euch von der Atmosphäre verzaubern. Und vergesst nicht, eurer Mutter zu sagen, wie lieb ihr sie habt. Denn diese Liebe ist das wertvollste Geschenk, das wir haben.
Dieses Café, dessen Namen ich hier bewusst nicht nenne, um seinen besonderen Charme zu wahren, ist zu einem Ort geworden, den ich immer wieder besuchen werde. Es ist ein Ort, an dem ich meine Mutter in Gedanken bei mir habe, ein Ort, an dem ich mich geborgen fühle und ein Ort, an dem der Satz "Mama, ich habe dich lieb" eine ganz besondere Bedeutung bekommt.
Und so schließt sich der Kreis. Eine Reise, ein Café, eine Begegnung und ein Satz, der alles verbindet. Ich hoffe, meine kleine Geschichte hat euch inspiriert, eure eigenen besonderen Orte und Momente zu entdecken und die Liebe zu euren Liebsten zu pflegen. Bis zum nächsten Mal, liebe Reisefreunde!
