Mathe Ist Ein Arch Für Mich Lyrics
Mal ehrlich, Leute. Hand aufs Herz. Gibt es irgendjemanden da draußen, der Mathe wirklich liebt? So richtig, innig, bis zum Abitur und darüber hinaus? Ich rede nicht von Ingenieuren oder Physikern. Die sind ja quasi berufsbedingt dazu verdammt. Ich meine Otto Normalverbraucher. Seid ehrlich.
Ich gestehe. Ich bin raus. Für mich ist Mathe... nun, sagen wir mal, es ist kompliziert. So kompliziert wie eine Steuererklärung, die von einem Dreijährigen mit Wachsmalstiften ausgefüllt wurde. Versteht ihr, was ich meine?
Schon in der Grundschule war ich kein Fan. Diese endlosen Reihen von Zahlen, die sich partout nicht so verhielten, wie ich es wollte. Und diese Textaufgaben! Wer zum Teufel kauft 27 Wassermelonen? Und warum ist das für irgendjemanden relevant? Ich plädiere ja für lebensnahe Aufgaben. Zum Beispiel: "Lisa hat 50 Euro. Wie viele Eis kann sie sich leisten, wenn eine Kugel 1,50 Euro kostet?" Das wäre doch mal was.
Die dunklen Jahre der Bruchrechnung
Dann kamen die Brüche. Oh, die Brüche. Ein Albtraum in Zahlenform. Zähler, Nenner, Kürzen, Erweitern… Ich hatte das Gefühl, mein Gehirn würde sich verknoten. Und warum muss man Brüche überhaupt addieren? Kann man sie nicht einfach in Ruhe lassen? Ich meine, es gibt doch schon genug Zahlen auf der Welt.
Und dann, als ich dachte, es könnte nicht schlimmer werden, kamen die negativen Zahlen. Plötzlich gab es Zahlen, die kleiner als Null waren. Das ergab doch überhaupt keinen Sinn! Wie kann etwas weniger als nichts sein? Ist das nicht ein philosophisches Paradoxon? Aber nein, Mathe hatte keine Zeit für philosophische Fragen. Mathe wollte, dass ich negative Zahlen addiere und subtrahiere. Und das auch noch schnell.
Das Trauma der Trigonometrie
Später, in der Oberstufe, erlebte ich dann mein persönliches Mathe-Waterloo: die Trigonometrie. Sinus, Cosinus, Tangens… Namen wie aus einem griechischen Drama. Und genau das war es auch: ein Drama für mein Gehirn. Ich erinnere mich noch gut an die endlosen Stunden, die ich damit verbrachte, Winkel zu berechnen und Dreiecke zu zeichnen. Immerhin habe ich dabei gelernt, sehr gerade Linien zu ziehen. Ein Skill, der mir bis heute im Leben weiterhilft. Nicht.
Besonders perfide fand ich, dass man das alles angeblich im "richtigen Leben" brauchen würde. Wann, bitte, wann brauche ich den Sinus eines Winkels, um eine Tasse Kaffee zu kochen? Oder den Cosinus, um meinen Bus zu verpassen? Die Antwort ist: Niemals.
"Mathematik ist das Alphabet, mit dem Gott die Welt geschrieben hat." - Galileo Galilei
Klar, mag sein. Aber vielleicht hat Gott auch einfach nur ein bisschen rumgespielt. Oder er hatte einfach nur einen sehr, sehr schlechten Tag. Wer weiß?
Die Befreiung nach dem Abi
Nach dem Abitur war dann endlich Schluss. Die Mathebücher wurden verbannt, die Formelsammlungen verbrannt (okay, fast). Und plötzlich war da ein Gefühl der Freiheit. Ich konnte mein Leben leben, ohne Angst vor komplexen Gleichungen und irren Textaufgaben. Ein Traum!
Ich weiß, ich weiß. Einige von euch werden jetzt argumentieren, dass Mathe wichtig ist. Dass es das logische Denken fördert. Dass es uns hilft, Probleme zu lösen. Alles richtig. Aber seien wir ehrlich: Ich kann auch ohne den Satz des Pythagoras wunderbar durchs Leben kommen. Und wenn ich doch mal ein Problem habe, dann frage ich eben Google. Dafür ist das Internet ja schließlich da.
Und ganz ehrlich? Ich glaube, die Welt ist auch mit weniger Mathe ein besserer Ort. Weniger Angst vor Klausuren, weniger Frustration, weniger Tränen über misslungene Hausaufgaben. Klingt doch gut, oder?
Also, liebe Mathe-Fans da draußen, verzeiht mir meine ketzerischen Worte. Aber für mich ist Mathe eben… ein notwendiges Übel. Und ich bin froh, dass diese Zeit vorbei ist. Für immer. Amen.
P.S.: Ich kann immer noch keine Steuererklärung ausfüllen. Aber das ist eine andere Geschichte.
