Maths Aa Hl Formula Booklet
Okay, mal ehrlich. Wir reden jetzt über diese berühmte Formelsammlung. Die Dinger, die einem im Mathe Abi Hl in die Hand gedrückt werden, als wären sie der Schlüssel zur Weisheit. Oder zumindest zur bestandenen Prüfung.
Ich hab da so meine… Ansichten. Unpopuläre Ansichten, vielleicht. Aber ich steh dazu.
Die Illusion der Sicherheit
Fangen wir mal damit an: Diese Formelsammlung gibt einem das Gefühl, man sei vorbereitet. Man blättert drin rum, entdeckt irgendwelche kryptischen Symbole und denkt: "Ah ja, das könnte nützlich sein!" Aber seien wir ehrlich, die Hälfte davon versteht man doch eh nicht, bis man wirklich VOR der Aufgabe sitzt und verzweifelt versucht, das richtige Kästchen zu finden.
Es ist wie mit dem Werkzeugkasten vom Papa. Man weiß, er ist da. Man weiß, dass irgendwo da drin ein Hammer sein MUSS. Aber wenn man dann wirklich einen Nagel einschlagen muss, findet man entweder den Hammer nicht, oder man haut sich auf den Finger.
Formel-Friedhof
Und dann diese gigantische Menge an Formeln! Exponentialfunktionen, Trigonometrie, Stochastik… Alles da! Schön säuberlich aufgelistet, aber irgendwie auch komplett unübersichtlich. Es ist wie ein Formel-Friedhof. So viele potenzielle Lösungen, aber welche ist die richtige für DIESES eine, fiese Problem?
Manchmal habe ich das Gefühl, die Formelsammlung ist eher eine psychologische Waffe des Lehrers. "Hier, du hast alle Werkzeuge, die du brauchst! Wenn du es trotzdem nicht schaffst, bist du halt selbst schuld!"
Der wahre Nutzen (oder eben nicht)
Klar, es gibt Momente, in denen die Formelsammlung Gold wert ist. Man hat 'nen Blackout, man vergisst die Ableitung von e^x (Schande über mich!), und dann ist sie da, die Rettung. Aber…
Aber ist das wirklich Lernen? Oder ist das nur Auswendiglernen und Anwenden? Ich behaupte mal, dass man Mathe erst dann wirklich versteht, wenn man die Formeln nicht nur anwenden kann, sondern auch *versteht*, wo sie herkommen.
Und da versagt die Formelsammlung meiner Meinung nach. Sie gibt einem die Lösung, aber nicht das Verständnis.
Die Gefahr der Bequemlichkeit
Ich beobachte oft, wie meine Freunde (und ich selbst, ich gebe es zu!) sich viel zu sehr auf die Formelsammlung verlassen. Anstatt zu überlegen, *warum* eine bestimmte Formel funktioniert, wird einfach blind eingesetzt. "Ach, da steht 'n Integralzeichen, dann muss ich wohl integrieren!"
Das ist wie kochen nach Rezept. Man kann ein Gericht perfekt nachkochen, ohne zu verstehen, warum man die Zwiebeln vorher anschwitzen muss. Oder warum man Essig in die Soße gibt. Es funktioniert, aber man hat keine Ahnung *warum*.
Meine (radikale) Lösung
Okay, jetzt kommt meine (vielleicht etwas verrückte) Idee: Weniger Formelsammlung! Mehr Verständnis!
Ich würde mir wünschen, dass der Fokus im Unterricht mehr auf dem *Herleiten* der Formeln liegt. Warum ist das so? Wie kommt man darauf? Wenn man das versteht, braucht man die Formelsammlung viel seltener.
Und wenn man sie dann doch braucht, ist man wenigstens in der Lage, sie *richtig* zu interpretieren. Und nicht nur blind einzusetzen.
Ein Plädoyer für das Denken
Ich will hier nicht sagen, dass die Formelsammlung komplett unnütz ist. Sie kann eine Hilfe sein, gar keine Frage. Aber sie sollte nicht zum Krückstock für das Denken werden. Mathe ist mehr als nur das stumpfe Anwenden von Formeln. Es ist ein Werkzeug, um die Welt zu verstehen. Und das lernt man nicht mit einer Formelsammlung in der Hand, sondern mit dem Kopf.
Also, lasst uns weniger auf die Formelsammlung starren und mehr überlegen! Vielleicht finden wir ja sogar neue Formeln. Oder noch besser: Wir verstehen die alten endlich mal richtig. Wer weiß?
Und wenn gar nichts mehr geht… dann ist die Formelsammlung ja immer noch da. Aber vielleicht, nur vielleicht, brauchen wir sie dann gar nicht mehr.
P.S. Falls mein Mathelehrer das liest: Ich hab die Formelsammlung natürlich immer geliebt! Und sie hat mir IMMER geholfen! Nur so als Info… 😉
