Mein Dirndl Ist Gerade In Der Wäsche
Ach du lieber Himmel! Stell dir vor, du stehst da, die Sonne scheint, ein bayerisches Fest ruft, und was fehlt? Mein geliebtes Dirndl, das Prachtstück, die Tracht gewordene Freude – ist gerade in der Wäsche! Ja, genau, es dreht sich friedlich im Kreis, während mein Herz ungeduldig mitwippt.
Das ist ungefähr so, als ob man sich auf einen Kaiserschmarrn freut, aber feststellt, dass die Rosinen alle aufgegessen sind! Oder als ob man zum Oktoberfest will, aber die Lederhosen im Eisschrank vergessen hat. Ein kleiner Weltuntergang im bayerischen Miniformat.
Der Duft von Waschmittel und die Sehnsucht nach Spitze
Immerhin duftet die ganze Wohnung jetzt nach frisch gewaschenem Stoff. Ein Hauch von Reinheit liegt in der Luft. Aber ganz ehrlich? Ich würde diesen Duft sofort gegen den Duft von Brezen und Bier eintauschen. Und gegen das Gefühl, wenn die Dirndlschürze perfekt sitzt und die Schleife genau richtig gebunden ist.
Man könnte meinen, ich hätte noch andere Dirndl im Schrank. Aber nein, nein, nein! Es ist wie mit dem Lieblingspulli, der einfach am besten passt. Oder mit den bequemen Schuhen, die einen durch jeden Marathon bringen (naja, zumindest gefühlt). Mein Dirndl ist einzigartig. Es ist *mein* Dirndl.
Die Zeit bis zum Trocknen zieht sich wie ein Strudelteig. Ich sitze quasi auf glühenden Kohlen, oder besser gesagt, auf einem noch nicht ganz abgekühlten Bügeleisen. Denn das Bügeln danach ist ja auch noch so eine Sache für sich. Man will ja schließlich nicht aussehen, als ob man direkt aus der Waschmaschine kommt, sondern als ob man direkt vom Festplatz schwebt!
Was tun in der Wartezeit?
Während das gute Stück also seine Runden dreht und ich hier ungeduldig herumhampel, versuche ich mich abzulenken. Ich könnte zum Beispiel bayerische Musik hören. Jo mei, das mache ich ja sowieso schon den ganzen Tag. Oder ich könnte versuchen, bayerisch zu kochen. Aber ganz ehrlich, die Gefahr, dass ich dabei die Küche in ein Schlachtfeld verwandle, ist einfach zu groß. Und wer räumt das dann wieder auf, während mein Dirndl noch trocknet?
Also bleibe ich brav sitzen und vertreibe mir die Zeit mit Tagträumen. Ich sehe mich schon im Bierzelt, die Maß in der Hand, lachend mit Freunden. Und natürlich strahlend in meinem frisch gewaschenen und gebügelten Dirndl!
Ich könnte auch meine Dirndlbluse probieren. Ob sie auch wirklich zum gereinigten Dirndl passt? Nicht, dass die Spitze nicht mit dem Kleid harmoniert! Es wäre doch furchtbar, mit unterschiedlichen Weissgraden aufzutreten! Es ist zwar ein kleines Detail, aber die Optik muss einfach stimmen.
Der Moment der Wahrheit
Endlich! Die Waschmaschine ist fertig. Trommelwirbel! Mit zitternden Händen hole ich mein Dirndl heraus. Es riecht herrlich. Und – Gott sei Dank – es ist heil geblieben. Keine eingegangenen Knöpfe, keine verfärbten Stellen, alles perfekt!
Jetzt kommt der nächste Akt: Das Bügeln. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Zu heiß und der Stoff glänzt unschön. Zu kalt und die Falten bleiben. Aber mit etwas Geduld und Spucke (im übertragenen Sinne natürlich!) gelingt auch das. Und dann… dann ist es soweit!
Das Dirndl hängt bereit. Die Schürze liegt perfekt gefaltet daneben. Die Bluse wartet darauf, angezogen zu werden. Ich kann es kaum noch erwarten.
Fast wäre es wie ein Neustart. Reinwaschen, reinbügeln, hineinschlüpfen und einen neuen Tag im Dirndl begrüßen. Es ist wie eine Zeremonie. Nur schneller.
Also, auf geht’s! Das Fest kann kommen. Und ich auch. In meinem frisch gewaschenen, strahlenden Dirndl. Denn selbst wenn das Dirndl mal in der Wäsche ist, die bayerische Lebensfreude bleibt im Herzen. Und die ist bekanntlich unwaschbar!
Also, worauf wartest du noch? Schnapp dir dein Dirndl (wenn es nicht gerade in der Wäsche ist!) und ab zum nächsten bayerischen Fest! Und denk dran: Hauptsache, es passt und du fühlst dich wohl darin! Und wenn nicht, dann einfach mit einem Lächeln drüber hinwegsehen. Denn das ist die beste Tracht, die man tragen kann!
