Mein Kind 18 Monate Hört überhaupt Nicht
Kennen Sie das Gefühl? Ihr Kind, strahlend, voller Energie... und taub wie ein Fisch, wenn es um Ihre Anweisungen geht? Willkommen im Club der Eltern von 18 Monate alten Rackern!
Es ist eine ganz besondere Zeit. Ihr kleiner Liebling ist kein Baby mehr. Er ist ein Mini-Mensch. Mit eigenen Ideen. Und einer eisernen Entschlossenheit, diese auch durchzusetzen. Selbst wenn das bedeutet, dass Mama und Papa komische Geräusche machen müssen. Und verzweifelt versuchen, ihren Standpunkt zu erklären. Zum fünften Mal.
Nehmen wir das klassische Beispiel: Die rote Knete. Sie haben Ihrem Kind gerade gesagt, dass die rote Knete auf dem Tisch bleiben soll. Was passiert? Richtig! Die rote Knete ziert im nächsten Moment den Teppich. Und wird mit Genuss darauf herumgetreten. "Nein, Schatz, die Knete bleibt auf dem Tisch!" Ihre Worte verhallen ungehört. Das Kind grinst. Die Knete ist jetzt noch tiefer im Teppich verankert.
Ist das Trotz? Rebellion? Oder einfach nur... selektives Hören? Egal, was es ist: Es ist urkomisch! Zumindest, wenn man etwas Abstand gewinnt. Und sich nicht gerade über die rote Knete ärgert. Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Außerirdischer. Sie beobachten diese winzigen Menschen. Sie versuchen, die großen Menschen zu verstehen. Die großen Menschen sagen Dinge. Die kleinen Menschen ignorieren sie. Und machen einfach weiter. Es ist ein Theaterstück. Eine skurrile Komödie des Alltags.
Die Kunst der Kommunikation mit einem 18 Monate alten Kind
Es ist ein bisschen wie Verhandeln mit einem kleinen, zuckersüßen Diktator. Ein Diktator, der noch keine Ahnung von Politik hat. Aber sehr genau weiß, was er will. Und wie er es bekommt. (Oder zumindest versucht, es zu bekommen.)
Versuchen Sie es mal mit Humor. Statt "Nein, nicht an die Wand malen!" sagen Sie: "Oh, guck mal! Das ist ja ein wunderschöner... äh... abstrakter Schmierfink! Aber wir haben da noch viel schöneres Papier!" Manchmal hilft es. Manchmal auch nicht. Aber es ist definitiv unterhaltsamer für alle Beteiligten.
Warum das Ignorieren so faszinierend ist
Es ist die pure Unschuld. Die fehlende Berechnung. Ihr Kind ignoriert Sie nicht, um Sie zu ärgern. Es ignoriert Sie, weil es gerade etwas viel Spannenderes entdeckt. Eine Ameise. Eine Spiegelung im Fenster. Oder die Beschaffenheit des Teppichs. Die Welt ist so voller Wunder! Wer hat da Zeit, auf Mama oder Papa zu hören?
Es ist auch ein Zeichen von wachsender Selbstständigkeit. Ihr Kind beginnt, seinen eigenen Willen zu entwickeln. Seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Auch wenn diese Entscheidungen aus Ihrer Sicht völlig unsinnig sind. (Die Knete. Der Teppich. Sie wissen, was ich meine.)
Und seien wir ehrlich: Es ist auch ein bisschen bewundernswert. Diese unerschütterliche Entschlossenheit. Diese Fähigkeit, sich von nichts und niemandem ablenken zu lassen. Das ist etwas, das wir Erwachsenen oft verlernt haben.
Also, das nächste Mal, wenn Ihr 18 Monate altes Kind Sie ignoriert, versuchen Sie, es mit Humor zu nehmen. Atmen Sie tief durch. Und denken Sie daran: Es ist nur eine Phase. (Eine lange, anstrengende, aber auch unglaublich lustige Phase.)
Und vielleicht, nur vielleicht, können Sie ja auch etwas von Ihrem kleinen Ignoranten lernen. Sich im Moment verlieren. Die kleinen Dinge wertschätzen. Und sich nicht so sehr darum kümmern, was andere sagen. Oder was die rote Knete gerade anrichtet.
Geniessen Sie diese Zeit. Sie ist viel zu schnell vorbei. Und irgendwann, wenn Ihr Kind älter ist, werden Sie sich vielleicht sogar wünschen, dass es Sie wieder ein bisschen mehr ignoriert. (Vor allem, wenn es anfängt, Ihnen ungefragt Ratschläge zu geben.)
"Kinder sind wie kleine Sonnen, die auf wundersame Weise Wärme, Glück und ja, auch Chaos in unser Leben bringen." - Unbekannt
Also, schnappen Sie sich Ihre Kamera. Halten Sie diese Momente fest. Erzählen Sie die Geschichten. Lachen Sie darüber. Denn das ist es, was das Elternsein ausmacht: Liebe, Geduld und eine ordentliche Portion Humor.
Und vergessen Sie nicht: Sie sind nicht allein! Es gibt Millionen von Eltern da draußen, die genau das Gleiche erleben. Die sich fragen, ob ihr Kind sie jemals wieder hören wird. Die sich heimlich wünschen, dass sie ein Fernglas hätten, um zu sehen, was in den kleinen Köpfen vor sich geht.
Also, Kopf hoch! Sie schaffen das! Und auch wenn es manchmal schwerfällt: Geniessen Sie die Show. Denn die Vorstellung, die Ihr Kind Ihnen bietet, ist einzigartig. Und unbezahlbar.
Und wer weiß? Vielleicht lernen Sie ja auch etwas dabei. Über sich selbst. Über Ihr Kind. Und über die wunderbare, verrückte Welt des Elternseins. Hauptsache ist, man behält seinen Humor. Und eine grosse Packung Feuchttücher. Man weiss ja nie, wann die nächste Knete-Attacke kommt.
