Meine Mutter Ist Keine Gute Oma
Hallo, ihr Lieben! Eure Sarah hier, zurück von meiner neuesten Abenteuerreise – diesmal allerdings ein bisschen anders. Keine atemberaubenden Bergpanoramen, keine exotischen Strände, sondern eine sehr persönliche Erfahrung, die mich zum Nachdenken gebracht hat. Und vielleicht, ganz vielleicht, hilft es ja dem ein oder anderen von euch, wenn ich meine Geschichte teile.
Ich bin ja, wie ihr wisst, eine begeisterte Reisende. Ich liebe es, neue Kulturen kennenzulernen, unbekannte Pfade zu erkunden und mich von der Schönheit dieser Welt verzaubern zu lassen. Aber das Reisen ist, besonders seit ich Mama bin, eben auch eine logistische Herausforderung. Und da kommt eigentlich die Idee der "perfekten" Oma ins Spiel, oder? Diejenige, die mit offenen Armen das Enkelkind empfängt, damit Mama und Papa mal wieder durchatmen oder eben eine aufregende Reise planen können.
Die Realität sieht bei uns leider etwas anders aus. Meine Mutter ist nämlich… nun ja… keine gute Oma. Und bevor ihr jetzt denkt, "Oh Gott, wie kann sie nur sowas sagen!", lasst mich das erklären. Es geht nicht darum, dass sie ihr Enkelkind nicht liebt. Ganz im Gegenteil. Aber die Art und Weise, wie sie ihre Oma-Rolle interpretiert, ist… kompliziert.
Der Beginn der "Oma-Karriere"
Als unser kleiner Tim zur Welt kam, war die Freude natürlich riesig. Meine Mutter war überglücklich, ihr erstes Enkelkind im Arm zu halten. Sie kaufte Berge von Babysachen, las Ratgeber über die neuesten Erziehungsmethoden und schien voller Tatendrang. Die ersten Wochen verliefen auch relativ harmonisch. Sie kam regelmäßig zu Besuch, half beim Wickeln und Füttern und schaukelte Tim in den Schlaf. Ich war so dankbar für ihre Unterstützung! Ich hatte das Gefühl, ich könnte mich endlich mal wieder auf mich konzentrieren, ein Buch lesen oder einfach nur duschen, ohne ständig ein Baby schreien zu hören. Es schien, als würde sich meine Mutter wirklich in ihrer Rolle als Oma wohlfühlen.
Die ersten Risse im Idyll
Doch schon bald zeigten sich die ersten Risse im Idyll. Meine Mutter begann, sich in meine Erziehungsmethoden einzumischen. Sie kritisierte, dass ich Tim zu viel trug, dass ich ihn zu lange stillte, dass ich ihn zu früh an feste Nahrung gewöhnte. Ihre gut gemeinten Ratschläge fühlten sich immer mehr wie Bevormundung an. "Früher haben wir das aber ganz anders gemacht!", war einer ihrer Lieblingssätze. Und ja, früher wurde vieles anders gemacht. Aber die Zeiten ändern sich, und ich bin überzeugt, dass ich als Mutter am besten weiß, was für mein Kind richtig ist.
Einmal, als ich kurz in die Apotheke musste, passte meine Mutter auf Tim auf. Als ich zurückkam, fand ich ihn weinend in seinem Kinderbett vor. Meine Mutter hatte ihn einfach schreien lassen, weil sie meinte, er müsse lernen, sich selbst zu beruhigen. Ich war außer mir vor Wut. So etwas hatte ich ihr nie erlaubt! Von da an wurde es immer schwieriger, ihr Tim anzuvertrauen.
Das Problem mit den Regeln
Das größte Problem ist, dass meine Mutter sich einfach nicht an unsere Regeln hält. Wir legen großen Wert auf eine gesunde Ernährung für Tim. Zucker und Fertiggerichte sind bei uns tabu. Bei Oma sieht die Sache leider anders aus. Dort gibt es Kekse, Schokolade und Limo in Hülle und Fülle. "Ach, ein bisschen Süßes schadet doch nicht!", sagt sie dann immer mit einem Augenzwinkern. Aber ein bisschen wird schnell zu viel, und ich habe das Gefühl, ich muss jedes Mal von vorne anfangen, wenn Tim bei Oma war.
Auch beim Thema Medienkonsum gibt es ständig Streit. Wir versuchen, Tim so lange wie möglich von Fernsehen und Tablets fernzuhalten. Bei Oma darf er stundenlang Zeichentrickfilme schauen. "Er findet das doch so toll!", ist ihr Argument. Aber ich mache mir Sorgen um seine Entwicklung. Ich möchte, dass er draußen spielt, Bücher liest und seine Fantasie anregt, anstatt vor einem Bildschirm zu sitzen.
Und dann sind da noch die Geschenke. Meine Mutter überschüttet Tim mit Spielzeug. Er hat schon mehr Spielsachen, als er jemals bespielen kann. Und das meiste davon ist billiger Plastikschrott, der nach kurzer Zeit kaputt geht. Ich wünsche mir stattdessen lieber sinnvolle Geschenke, wie Bücher oder hochwertige Holzspielzeuge, die seine Kreativität fördern.
Keine böse Absicht, aber...
Ich möchte betonen, dass meine Mutter keine böse Absicht hat. Sie liebt Tim wirklich sehr und möchte ihm nur Gutes tun. Aber ihre Vorstellung von "gut" unterscheidet sich eben sehr stark von meiner. Sie versucht, die Oma zu sein, die sie sich immer gewünscht hat – eine Oma, die ihre Enkelkinder verwöhnt und ihnen alle Wünsche erfüllt. Aber für mich ist eine gute Oma jemand, der meine Erziehung unterstützt, meine Regeln respektiert und mir als Mutter den Rücken freihält.
Natürlich habe ich versucht, mit meiner Mutter darüber zu reden. Aber jedes Gespräch endet im Streit. Sie fühlt sich kritisiert und angegriffen. Sie meint, ich würde ihr nicht vertrauen und sie als Oma nicht wertschätzen. Und ich fühle mich unverstanden und frustriert.
Was tun?
Was soll ich also tun? Ich möchte den Kontakt zu meiner Mutter nicht abbrechen. Sie ist mir wichtig, und ich möchte, dass Tim eine Beziehung zu seiner Oma hat. Aber ich kann es auch nicht zulassen, dass sie meine Erziehung untergräbt und Tim schlechte Angewohnheiten anerzieht.
Im Moment versuche ich, die Besuche bei meiner Mutter zu reduzieren und Tim nur noch für kurze Zeit bei ihr zu lassen. Ich versuche auch, klare Regeln aufzustellen und diese konsequent durchzusetzen. Und ich versuche, mich nicht zu sehr über Kleinigkeiten aufzuregen. Es ist schließlich ihre Art, ihre Liebe zu zeigen. Auch wenn diese Art manchmal etwas… anstrengend ist.
Vielleicht ist das ja auch ein Thema, das der ein oder andere von euch kennt. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt. Vielleicht habt ihr ja auch Tipps, wie man mit schwierigen Omas umgehen kann. Denn eins ist klar: Eine perfekte Oma gibt es nicht. Und vielleicht ist das ja auch ganz gut so. Denn jede Oma ist einzigartig – mit all ihren Stärken und Schwächen. Und am Ende zählt doch vor allem die Liebe, die sie ihrem Enkelkind schenkt.
In diesem Sinne, lasst es euch gut gehen und bis zum nächsten Mal!
