Meine Mutter Will Ein Enkelkind
Meine Lieben,
Ich sitze hier, in einem kleinen Café in Rom, die Sonne wärmt mein Gesicht und der Duft von frisch gebrühtem Espresso liegt in der Luft. Und während ich all diese wunderbaren Eindrücke auf mich wirken lasse, kreisen meine Gedanken um ein Thema, das mich schon seit geraumer Zeit begleitet – ein Thema, das vielleicht viele von euch kennen, zumindest aus Erzählungen: "Meine Mutter will ein Enkelkind!"
Ja, ihr habt richtig gelesen. Es ist dieses leise, aber doch so präsente Murmeln, das in regelmäßigen Abständen aufkommt. Dieses liebevolle, aber eben doch auch etwas drängende Interesse an meiner Lebensplanung. Und wisst ihr was? Ich liebe meine Mutter über alles, und ich verstehe ihren Wunsch total. Aber als reisende Seele, die ihr Leben am liebsten mit einem Backpack und dem nächsten Flugticket in der Hand verbringt, ist das Ganze gar nicht so einfach.
Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als es das erste Mal so richtig zur Sprache kam. Ich war gerade von einem dreimonatigen Trip durch Südostasien zurückgekehrt, gebräunt, voller Geschichten und dem unwiderstehlichen Drang, sofort das nächste Abenteuer zu planen. Beim Abendessen, zwischen Sauerbraten und Klößen (typisch Deutsch, ich weiß!), fragte meine Mutter ganz beiläufig: "Und, mein Schatz, wann denkst du denn mal an die Zukunft? An eine Familie?"
Ich verschluckte mich fast an meinem Kloß. "Zukunft? Familie?", stammelte ich, während ich versuchte, mir das Bild von mir mit Windeln und Babybrei zwischen Tempeln in Angkor Wat und Vulkanen in Indonesien vorzustellen. Gelinde gesagt: Es passte nicht ganz ins Bild.
Seitdem ist diese Frage immer wieder aufgekommen, mal subtiler, mal direkter. Und jedes Mal habe ich versucht, ihr auf liebevolle Art und Weise zu erklären, dass mein Leben gerade einfach anders aussieht. Dass ich gerade die Welt entdecke, mich selbst entdecke und dass genau das mich gerade so glücklich macht. Dass das nicht bedeutet, dass ich niemals Kinder haben möchte, sondern einfach, dass der Zeitpunkt noch nicht gekommen ist.
Es ist ein Balanceakt, das kann ich euch sagen. Zwischen dem Wunsch, meine Mutter glücklich zu machen, und dem Bedürfnis, meinen eigenen Weg zu gehen. Zwischen Tradition und Moderne. Zwischen dem Bild, das meine Mutter von meinem Leben hat, und dem Leben, das ich tatsächlich lebe.
Aber wisst ihr was mir dabei hilft? Reisen! Ja, wirklich. Jede neue Reise, jedes neue Land, jede neue Kultur, die ich kennenlerne, öffnet mir die Augen für neue Perspektiven. Es zeigt mir, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt, sondern unzählige Möglichkeiten, das Leben zu gestalten. Und das versuche ich, meiner Mutter auch zu vermitteln.
Ich erzähle ihr von den inspirierenden Frauen, die ich auf meinen Reisen getroffen habe. Frauen, die ihre eigenen Unternehmen gegründet haben, Frauen, die alleine die Welt bereisen, Frauen, die ihre Kinder mit auf Abenteuer nehmen. Frauen, die beweisen, dass es möglich ist, alles zu haben – wenn man es nur will und wenn man bereit ist, seinen eigenen Weg zu gehen.
Und ich glaube, langsam aber sicher beginnt meine Mutter, das zu verstehen. Sie sieht, wie glücklich ich bin, wie erfüllt mein Leben ist. Sie sieht, dass ich nicht einfach nur "wegrenne", sondern dass ich etwas Wertvolles tue: Ich lerne, ich wachse, ich lebe!
Und vielleicht, ganz vielleicht, wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem ich bereit bin für das Abenteuer "Enkelkind". Aber bis dahin werde ich weiterhin die Welt erkunden, meine Geschichten erzählen und meiner Mutter von all den wunderbaren Dingen berichten, die ich erlebe. Und vielleicht, ganz vielleicht, wird sie mich eines Tages auf einer meiner Reisen begleiten und selbst sehen, wie wunderbar und vielfältig die Welt ist. Und dann, wer weiß, vielleicht versteht sie meinen Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit noch besser.
Reisetipps für alle werdenden oder nicht-werdenden Eltern:
Rom: Ein bisschen "Dolce Vita" für die Seele
Ich sitze gerade hier, wie bereits erwähnt, in Rom, und kann euch diese Stadt nur wärmstens empfehlen. Die Atmosphäre ist einfach magisch. Schlendert durch die kleinen Gassen, genießt ein Gelato an der Piazza Navona, werft eine Münze in den Trevi-Brunnen und lasst euch von der Geschichte und Kultur dieser Stadt verzaubern. Und vergesst nicht, eurer Mutter eine Postkarte zu schicken! Vielleicht mit dem Text: "Denke an dich! Vielleicht bringe ich dir ja mal einen italienischen Schwiegersohn mit!"
Südostasien: Abenteuer für die Mutigen
Wenn ihr es etwas abenteuerlicher mögt, dann kann ich euch Südostasien nur ans Herz legen. Die Tempel in Angkor Wat, die Strände in Thailand, die Vulkanlandschaften in Indonesien – all das ist einfach unvergesslich. Aber Achtung: Plant eure Reise gut und informiert euch über die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort. Und vergesst nicht, eurer Mutter ein paar schöne Fotos zu schicken! Vielleicht mit dem Text: "Keine Sorge, Mama, ich bin in guten Händen! (Und lerne ganz viele tolle Menschen kennen!)"
Südamerika: Kultur und Natur pur
Südamerika ist ein Kontinent voller Kontraste. Von den schneebedeckten Gipfeln der Anden bis zu den tropischen Regenwäldern des Amazonas gibt es hier alles, was das Herz begehrt. Besucht Machu Picchu in Peru, tanzt Tango in Buenos Aires oder erkundet die Galapagos-Inseln in Ecuador. Und vergesst nicht, eurer Mutter eine kleine Handarbeit mitzubringen! Vielleicht mit dem Text: "Schau mal, Mama, hier gibt es so viele tolle Sachen für Enkelkinder! (Aber noch habe ich keine gekauft!)"
Und zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Redet mit eurer Mutter! Erklärt ihr eure Situation, eure Wünsche und eure Träume. Zeigt ihr, dass ihr sie liebt und dass ihr ihren Wunsch versteht, aber dass ihr eben auch euren eigenen Weg gehen müsst. Und vielleicht, ganz vielleicht, findet ihr ja einen Kompromiss, mit dem alle zufrieden sind. Denn am Ende des Tages ist das Wichtigste, dass ihr glücklich seid – und dass eure Mutter das auch ist.
Also, meine Lieben, packt eure Koffer, bucht eure Flüge und entdeckt die Welt! Und vergesst nicht, euren Müttern ab und zu eine liebe Nachricht zu schicken. Denn auch wenn sie manchmal etwas "drängend" sein können, sie lieben euch über alles und wollen nur das Beste für euch. Und wer weiß, vielleicht werdet ihr ja auf euren Reisen auch von der Muse geküsst und findet die Liebe eures Lebens...und dann klappt es vielleicht auch bald mit dem Enkelkind!
Bis bald und bon voyage!
