Miller Arthur Death Of A Salesman
Okay, Leute, Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mal den Druck gespürt, "erfolgreich" sein zu müssen? Bei Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden" geht es genau darum – aber mit einer Prise Tragikomik, die das Ganze ziemlich menschlich macht.
Stellt euch Willy Loman vor, unseren Protagonisten. Er ist Handlungsreisender, ein Typ, der früher mal erfolgreich war, sich zumindest daran erinnert zu sein. Jetzt? Eher so: Er fährt kreuz und quer durchs Land, verkauft... irgendwas (ehrlich gesagt, ist nicht so wichtig WAS er verkauft), und redet sich und allen anderen ein, dass er "well-liked" ist. Beliebt! Das ist sein Mantra. Der Schlüssel zum Erfolg, sagt er.
Aber die Wahrheit ist, Willy ist ein bisschen...verwirrt. Sagen wir es mal nett. Er führt Selbstgespräche, erinnert sich an die "guten alten Zeiten" (die vermutlich gar nicht so gut waren), und verwechselt Vergangenheit und Gegenwart. Seine Frau, Linda, ist der Fels in der Brandung. Sie liebt ihn bedingungslos, auch wenn er manchmal echt anstrengend ist. Sie strickt wahrscheinlich den ganzen Tag, während er mit sich selbst redet. Stell dir vor, das als Job zu haben.
Die Söhne – Eine Tragikomödie in zwei Akten
Dann sind da noch Willys Söhne: Biff und Happy. Und hier wird es erst richtig interessant. Biff war in der High School der Star. Der Quarterback! Der Held! Aber irgendwie ist sein Leben...anders verlaufen. Er kann sich einfach nicht entscheiden, was er machen will. Mal Cowboy, mal Geschäftsmann, mal...irgendwas dazwischen. Happy hingegen ist ein bisschen wie der ewige Zweite. Er versucht immer, Biffs Erfolg zu imitieren, aber irgendwie klappt es nie so richtig.
Die Brüder streiten sich, lieben sich, beneiden sich – ganz normale Geschwister eben. Aber das Problem ist: Willy projiziert seine eigenen unerfüllten Träume auf seine Söhne. Er will, dass sie "groß rauskommen", dass sie erfolgreich sind, dass sie... eben "well-liked" sind. Und das setzt die Jungs ganz schön unter Druck.
Es gibt da diese Szene, in der Willy seinen Söhnen Ratschläge gibt, wie sie im Geschäftsleben erfolgreich werden. "Seid selbstbewusst! Macht einen guten Eindruck! Seid beliebt!" Aber es wirkt alles so...leer. So, als ob er selbst nicht wirklich daran glaubt. Und genau das ist das Tragische. Er hat sein ganzes Leben darauf aufgebaut, jemand zu sein, der er nicht ist.
Der Traum vom American Dream – Ein Albtraum?
"Tod eines Handlungsreisenden" ist im Grunde eine Abrechnung mit dem American Dream. Dieses Versprechen, dass jeder es schaffen kann, wenn er nur hart genug arbeitet. Aber Willy beweist, dass das nicht immer stimmt. Manchmal ist es einfach nicht genug. Manchmal ist man einfach nicht "well-liked" genug.
Aber trotz der Tragik gibt es auch Momente der Hoffnung. Lindas bedingungslose Liebe zu Willy ist einfach herzerwärmend. Und auch wenn Biff und Happy ihre Probleme haben, so wollen sie doch irgendwie das Richtige tun. Sie wollen ihren Vater stolz machen.
Es gibt da eine Szene, in der Biff seinem Vater die Wahrheit sagt. Er gesteht ihm, dass er eben kein erfolgreicher Geschäftsmann ist, dass er einfach nur ein ganz normaler Typ ist. Und in diesem Moment scheint es, als ob Willy endlich die Wahrheit erkennt. Er sieht, dass seine Söhne ihn lieben, egal ob sie erfolgreich sind oder nicht.
Das Ende...naja, das ist nicht gerade fröhlich. Aber es ist auch nicht hoffnungslos. Es zeigt, dass man auch im Scheitern Würde bewahren kann. Dass es wichtiger ist, ehrlich zu sich selbst zu sein, als einem falschen Ideal hinterherzujagen. Und dass Liebe und Familie das Wichtigste im Leben sind.
"Attention, attention must be finally paid to such a person."
Das Stück ist vielleicht traurig, aber es ist auch unglaublich ehrlich und berührend. Es zeigt uns, dass wir alle unsere Fehler haben, dass wir alle kämpfen. Und dass es okay ist, nicht perfekt zu sein. Hauptsache, wir sind wir selbst. Und vielleicht ein bisschen "well-liked" – schadet ja auch nicht.
Also, wenn ihr mal wieder den Druck spürt, "erfolgreich" sein zu müssen, denkt an Willy Loman. Und lacht. Und weint. Und erinnert euch daran, dass das Leben mehr zu bieten hat als nur Erfolg. Und dass Familie – auch wenn sie manchmal nervt – das Wertvollste ist, was wir haben.
