Mit Freundliche Grüßen
Also, mal ehrlich, wer freut sich wirklich über "Mit freundlichen Grüßen"?
Klar, es ist höflich. Es ist die Standardformel. Es klebt am Ende jeder E-Mail wie Kaugummi unter dem Schuh. Aber ist es wirklich freundlich?
Ich sage: Nein! (Okay, vielleicht manchmal.)
Denkt mal drüber nach. Ihr bekommt eine E-Mail von der Bank. Oder vom Finanzamt. Oder von eurem Vermieter, in dem steht, dass die Miete erhöht wird. Und am Ende prangt dieses fröhliche "Mit freundlichen Grüßen".
Ist das nicht ein bisschen... zynisch?
Oder, noch besser: Ihr schreibt jemandem eine E-Mail, in der ihr eure ganze Frustration, eure Wut, euren inneren Hulk rauslasst. Und dann, ganz brav, setzt ihr ein "Mit freundlichen Grüßen" darunter. Als ob das alles wieder gutmachen würde.
Ich behaupte: Es macht es schlimmer!
Die Alternativen-Hölle
Okay, was sollen wir denn stattdessen schreiben? Das ist die große Frage. Es gibt ja so viele Optionen. Und jede ist auf ihre Art und Weise... problematisch.
"Hochachtungsvoll"
Klingt wie aus dem vorletzten Jahrhundert. Als ob man gerade König Ludwig einen Brief geschrieben hätte.
"Beste Grüße"
Schon besser. Aber trotzdem irgendwie distanziert. Als ob man sich nicht traut, etwas Persönlicheres zu schreiben.
"Liebe Grüße"
Nur, wenn man die Person auch wirklich liebt. Sonst wird's creepy.
"Viele Grüße"
Okay, das ist relativ sicher. Aber auch ein bisschen langweilig, oder?
Und dann gibt es noch die ganzen lustigen Varianten, die man nur an Freunde oder Kollegen schicken kann, ohne seinen Job zu riskieren:
"Beste Grüße aus dem Homeoffice, wo ich eigentlich arbeiten sollte, aber stattdessen diese E-Mail schreibe."
Oder:
"Mit frostigen Grüßen aus der Tiefkühltruhe, in der ich mich verstecke, um meinen Kindern zu entkommen."
Aber die funktionieren halt nicht immer.
Die Wahrheit über "Mit freundlichen Grüßen"
Ich glaube, das Problem ist, dass "Mit freundlichen Grüßen" nichts bedeutet. Es ist eine leere Hülle. Ein automatischer Reflex.
Es ist wie "Guten Tag". Sagt man das wirklich, weil man dem anderen einen guten Tag wünscht? Oder einfach, weil es so üblich ist?
Ich plädiere für mehr Ehrlichkeit. Mehr Mut zur Individualität. Mehr... echte Freundlichkeit!
Wenn ihr wirklich freundlich sein wollt, dann schreibt doch einfach:
- "Ich hoffe, du hast einen schönen Tag!"
- "Viel Erfolg bei deiner Präsentation!"
- "Lass uns bald mal wieder einen Kaffee trinken!"
Oder, wenn ihr gar keine Lust habt, irgendwas Freundliches zu schreiben, dann lasst es einfach weg! Stellt euch vor, die Mail endet einfach mit dem letzten Satz. Klingt doch eigentlich auch ganz okay, oder?
Okay, vielleicht übertreibe ich ein bisschen. Aber ich finde, wir sollten uns alle mal wieder bewusst machen, was wir da eigentlich schreiben. Und ob es wirklich das ausdrückt, was wir sagen wollen.
Vielleicht sollten wir auch einfach eine Petition starten, um "Mit freundlichen Grüßen" offiziell abzuschaffen. Wer ist dabei?
Ich bin mir sicher, Goethe hätte das auch so gesehen. Oder zumindest vielleicht.
Und jetzt entschuldigt mich bitte. Ich muss noch schnell ein paar E-Mails schreiben. Und ihr könnt euch ja denken, wie ich sie beende...
... (Psst, vielleicht lasse ich es auch einfach weg!)
Ach ja, und noch etwas: dieser ganze Artikel ist natürlich mit einem Augenzwinkern geschrieben. Aber vielleicht steckt ja doch ein Körnchen Wahrheit drin. Denkt mal drüber nach!
Okay, jetzt aber wirklich: Tschüss!
