Mr William Collins Pride And Prejudice
Okay, Leute, mal ehrlich, wer hat noch nie über einen Charakter aus einem Buch gelacht, der einfach… fehl am Platz ist? Heute geht’s um den Meister der Peinlichkeit, den Inbegriff des unfreiwilligen Humors aus Pride and Prejudice: Mr. William Collins!
Mr. Collins: Ein wandelndes Fettnäpfchen
Stellt euch vor, ihr seid auf einer Party. Alle sind schick, elegant, führen geistreiche Gespräche… und dann kommt Mr. Collins rein. Er trägt etwas, das aussieht wie ein zu eng geratener Frack, hat eine Frisur, die an einen frisch polierten Helm erinnert, und redet… redet… redet. Und zwar über sich selbst, seine Großzügigkeit und seine Patronin, die gnädige Lady Catherine de Bourgh. Ihr wollt im Erdboden versinken, oder?
Collins ist der Cousin der Bennet-Schwestern und erbt Longbourn, das Anwesen der Familie Bennet. Das bedeutet: Nach dem Tod von Mr. Bennet (der hoffentlich noch eine Weile lebt!), sind die Bennet-Schwestern obdachlos. Collins sieht das Ganze als… Chance. Eine Chance, eine der Schwestern zu heiraten und die Familiensituation zu retten. Wie nobel von ihm! (Achtung: Ironie!) Er kommt mit der festen Absicht, sich eine Ehefrau auszusuchen. Wie auf dem Viehmarkt, nur ohne Kühe, dafür mit rosigen Wangen und Stickarbeiten.
Seine Annäherungsversuche: Episch gescheitert
Seine Anmachsprüche sind legendär. Er schmeichelt, indem er gleichzeitig beleidigt. Er lobt die Schönheit der Bennet-Mädchen, aber nur, um dann zu erwähnen, wie viel hässlicher sie im Vergleich zu Lady Catherine sind. Er macht Elizabeth einen Heiratsantrag, der klingt, als würde er ihr einen Gefallen tun, anstatt ihr seine Liebe zu gestehen. Er ist überzeugt, dass sie innerlich vor Freude hüpft, obwohl sie innerlich eher schreit. Und als Elizabeth ihn ablehnt? Er ist zutiefst beleidigt! Wie kann sie es wagen, so eine großzügige und vorteilhafte Partie auszuschlagen?
"Meine Gründe für die Ehe sind erstens, dass ich glaube, dass es jede Geistliche in einem guten Zustand von Ehe leisten würde; zweitens, dass ich überzeugt bin, dass es sehr zu meinem Glück beitragen wird; und drittens, wie ich Ihnen möglicherweise nicht verhehle, dass Lady Catherine de Bourgh in ihrem gnädigen Rat in dieser Hinsicht gedient hat."Das ist doch mal ein Antrag! Romantisch wie ein Steuerbescheid, oder?
Seine Beziehung zu Lady Catherine: Ein Meisterwerk der Unterwürfigkeit
Oh, und wir dürfen Lady Catherine de Bourgh nicht vergessen! Mr. Collins verehrt sie wie eine Göttin. Jedes Wort von ihr ist Gesetz. Er wiederholt ihre Meinungen, ahmt ihre Manierismen nach und tut alles, um ihr zu gefallen. Man könnte fast meinen, er hätte sich eine Gebrauchsanweisung für "Perfekter Lakai" heruntergeladen und befolgt sie sklavisch. Stellt euch vor, ihr verbringt den Abend mit jemandem, der permanent eine andere Person zitiert und alles, was ihr sagt, mit einem "Lady Catherine würde zustimmen!" kommentiert. Albtraumhaft, oder?
Mr. Collins ist nicht böse. Er ist nur… unglaublich ungeschickt, selbstgefällig und von seiner eigenen Wichtigkeit überzeugt. Er ist ein Produkt seiner Zeit und seines Standes, aber das macht ihn nicht weniger amüsant. Er ist wie der Onkel, der auf jeder Familienfeier einen peinlichen Witz erzählt und ihn dann auch noch für wahnsinnig lustig hält.
Er findet dann ja auch sein Glück (oder zumindest eine Ehefrau, die bereit ist, sein Ego zu streicheln) in Charlotte Lucas. Charlotte, die pragmatischste aller Bennet-Freundinnen, heiratet ihn, um der finanziellen Abhängigkeit und dem Spott lediger Frauen ihrer Zeit zu entgehen. Ist es Liebe? Wohl kaum. Ist es zweckmäßig? Absolut. Aber hey, immerhin hat Mr. Collins jemanden gefunden, der seine endlosen Lobeshymnen auf Lady Catherine ertragen kann.
Warum wir über Mr. Collins lachen (und ihn vielleicht ein bisschen bemitleiden)
Wir lachen über Mr. Collins, weil er so weit weg von dem ist, was wir uns unter einem idealen Mann vorstellen. Er ist unsicher, will Anerkennung und versucht, seine Minderwertigkeitskomplexe mit übertriebenem Stolz zu überdecken. Er ist wie ein Spiegel, der uns unsere eigenen kleinen Schwächen und Peinlichkeiten zeigt, nur eben in hundertfacher Vergrößerung. Und tief im Inneren, ganz tief, spüren wir vielleicht ein kleines bisschen Mitleid mit ihm. Er will ja nur dazugehören und geliebt werden. Nur macht er es halt… auf die denkbar ungeschickteste Art und Weise.
Also, das nächste Mal, wenn ihr euch in einer peinlichen Situation befindet oder jemand Unpassendes sagt, denkt an Mr. Collins. Es könnte schlimmer sein. Ihr könntet heiraten wollen, weil es "jede Geistliche in einem guten Zustand von Ehe leisten würde." Und das wäre doch wirklich… collinsesk.
