Muss Man Bei Shein Zoll Bezahlen
Hallo ihr Lieben! Eure reiselustige Freundin meldet sich wieder mit einem Thema, das mir selbst schon schlaflose Nächte bereitet hat (zugegeben, nicht *nur* wegen Shein, aber es spielte definitiv eine Rolle): Zollgebühren bei Shein-Bestellungen. Ja, das leidige Thema, das so viele Schnäppchenjäger und Fashion-Victims in Angst und Schrecken versetzt. Aber keine Sorge, ich habe mich durch den Dschungel der Paragraphen gekämpft und teile hier meine Erfahrungen und mein Wissen mit euch, damit ihr beim nächsten Shein-Rausch nicht böse überrascht werdet.
Meine persönliche Shein-Zoll-Odyssee
Lasst mich euch erstmal erzählen, wie ich überhaupt in diese Situation geraten bin. Ich bin, wie viele von euch wahrscheinlich auch, ein großer Fan von Shein. Die Preise sind unschlagbar, die Auswahl riesig und die Lieferung… naja, dazu kommen wir später. Jedenfalls habe ich mich eines Tages dazu verleiten lassen, eine riesige Bestellung aufzugeben. Ein paar Kleider für den Sommerurlaub, ein paar Accessoires, ein paar Schuhe… ihr kennt das ja. Die Vorfreude war riesig! Bis dann diese ominöse E-Mail kam: "Ihre Sendung befindet sich beim Zoll."
Panik! Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, was ich tun sollte. Ich hatte noch nie zuvor etwas verzollt und war völlig überfordert. Musste ich jetzt persönlich zum Zollamt fahren? Welche Dokumente brauchte ich? Und wie hoch würden die Gebühren überhaupt sein? Fragen über Fragen schwirrten mir im Kopf herum. Nach einigem Recherchieren im Internet und einigen Telefonaten mit dem Zoll konnte ich die Situation endlich entwirren. Und genau diese Informationen möchte ich jetzt mit euch teilen, damit euch das Ganze erspart bleibt.
Grundlagen: Wann fällt Zoll an?
Erstmal die Basics: Zollgebühren fallen an, wenn der Warenwert eurer Bestellung (inklusive Versandkosten!) einen bestimmten Betrag überschreitet. Für Sendungen aus Ländern außerhalb der EU (und das ist bei Shein der Fall, da die Ware meist aus China versendet wird) gelten folgende Regeln:
- Bis 150 Euro Warenwert: Ihr müsst keinen Zoll bezahlen. Allerdings kann die Einfuhrumsatzsteuer fällig werden (dazu gleich mehr).
- Über 150 Euro Warenwert: Ihr müsst Zoll bezahlen. Die Höhe des Zolls ist abhängig von der Art der Ware und dem jeweiligen Zollsatz.
Wichtig: Diese Werte gelten pro Sendung, nicht pro Bestellung! Wenn eure Bestellung in mehreren Paketen verschickt wird, wird jedes Paket einzeln betrachtet.
Die berüchtigte Einfuhrumsatzsteuer
Auch wenn ihr unter der 150-Euro-Grenze bleibt, seid ihr noch nicht aus dem Schneider. Denn dann kann die sogenannte Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) fällig werden. Diese entspricht im Wesentlichen der Mehrwertsteuer und wird auf den Warenwert zuzüglich Versandkosten erhoben. In Deutschland beträgt die Einfuhrumsatzsteuer in der Regel 19%, in einigen Fällen (z.B. bei Büchern) auch 7%.
Ganz wichtig: Die Einfuhrumsatzsteuer wird auch dann fällig, wenn der Warenwert unter der Bagatellgrenze von 15 Euro liegt. Das bedeutet, dass ihr theoretisch auch für eine Bestellung von 10 Euro Einfuhrumsatzsteuer bezahlen müsst. Praktisch wird dies jedoch oft nicht erhoben, da der Aufwand für den Zoll zu hoch wäre. Aber verlassen solltet ihr euch darauf nicht!
Wie berechnet sich die Einfuhrumsatzsteuer?
Die Berechnung ist eigentlich recht einfach: Ihr nehmt den Warenwert eurer Bestellung (inklusive Versandkosten) und multipliziert ihn mit dem Einfuhrumsatzsteuersatz (in der Regel 19%).
Beispiel:
- Warenwert: 80 Euro
- Versandkosten: 10 Euro
- Gesamtwert: 90 Euro
- Einfuhrumsatzsteuer (19%): 90 Euro * 0,19 = 17,10 Euro
In diesem Fall müsstet ihr also 17,10 Euro Einfuhrumsatzsteuer bezahlen.
Und wie sieht es mit dem Zoll aus?
Wenn der Warenwert eurer Bestellung die 150-Euro-Grenze überschreitet, wird es etwas komplizierter. Dann müsst ihr nicht nur die Einfuhrumsatzsteuer, sondern auch noch Zoll bezahlen. Die Höhe des Zolls hängt von der Art der Ware und dem jeweiligen Zollsatz ab. Diese Zollsätze sind im Zolltarif hinterlegt und können online eingesehen werden. Allerdings ist das Ganze ziemlich unübersichtlich und für Laien kaum verständlich.
Tipp: Wenn ihr unsicher seid, wie hoch der Zollsatz für eure Ware ist, könnt ihr euch beim Zoll informieren. Die Beamten dort können euch Auskunft geben und euch bei der Berechnung helfen.
Wie läuft die Verzollung ab?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie die Verzollung ablaufen kann:
- Der Paketdienst übernimmt die Verzollung: In vielen Fällen übernimmt der Paketdienst (z.B. DHL, UPS, FedEx) die Verzollung für euch. Ihr bekommt dann eine Benachrichtigung vom Paketdienst und müsst die fälligen Gebühren direkt an ihn bezahlen. Das ist die einfachste und bequemste Variante.
- Selbstverzollung: Ihr könnt die Verzollung auch selbst übernehmen. Das bedeutet, dass ihr persönlich zum Zollamt fahren und die Ware dort verzollen müsst. Das ist zwar etwas aufwendiger, kann aber auch günstiger sein, da ihr dann keine Gebühren an den Paketdienst zahlen müsst.
Wichtig: Wenn ihr die Verzollung selbst übernehmt, benötigt ihr bestimmte Dokumente, wie z.B. die Rechnung, den Zahlungsnachweis und gegebenenfalls weitere Unterlagen, die die Art der Ware belegen.
Shein und der Zoll: Worauf ihr achten solltet
Gerade bei Shein-Bestellungen gibt es ein paar Dinge, auf die ihr besonders achten solltet:
- Falsche Wertangaben: Achtet darauf, dass Shein den Warenwert korrekt auf dem Paket angibt. Leider kommt es immer wieder vor, dass der Wert falsch deklariert wird, was zu Problemen beim Zoll führen kann.
- Versandkosten: Vergesst nicht, die Versandkosten bei der Berechnung des Warenwerts mit einzubeziehen.
- Mehrere Pakete: Achtet darauf, ob eure Bestellung in mehreren Paketen verschickt wird. Jedes Paket wird einzeln betrachtet, was die Berechnung komplizierter machen kann.
Meine Tipps, um Zollgebühren zu vermeiden oder zu minimieren
Nachdem ich selbst schon einige Male in die Zollfalle getappt bin, habe ich ein paar Tipps für euch, wie ihr Zollgebühren vermeiden oder zumindest minimieren könnt:
- Bestellt unter der 150-Euro-Grenze: Das ist der einfachste Weg, um Zollgebühren zu vermeiden. Achtet darauf, dass der Warenwert eurer Bestellung (inklusive Versandkosten) nicht über 150 Euro liegt.
- Teilt eure Bestellung auf: Wenn ihr unbedingt mehr bestellen möchtet, teilt eure Bestellung in mehrere kleinere Bestellungen auf, die jeweils unter der 150-Euro-Grenze liegen. Achtet aber darauf, dass die Bestellungen nicht zu kurz hintereinander erfolgen, da der Zoll sonst Verdacht schöpfen könnte.
- Achtet auf Sonderangebote und Rabatte: Nutzt Sonderangebote und Rabatte, um den Warenwert eurer Bestellung zu reduzieren.
- Informiert euch vor der Bestellung: Informiert euch vor der Bestellung über die Zollsätze für die Waren, die ihr bestellen möchtet. So könnt ihr besser einschätzen, ob sich die Bestellung lohnt.
- Nutzt Gutscheincodes: Gutscheincodes reduzieren den Warenwert und somit auch die eventuell anfallenden Zollgebühren.
Fazit: Shein und der Zoll sind kein unüberwindbares Hindernis
Ja, das Thema Zoll ist kompliziert und kann einem den Spaß am Online-Shopping verderben. Aber lasst euch nicht entmutigen! Mit ein bisschen Wissen und Planung könnt ihr die Zollfalle umgehen und trotzdem eure Lieblingsstücke bei Shein bestellen. Und wenn doch mal Gebühren anfallen, ist das auch kein Weltuntergang. Hauptsache, ihr seid vorbereitet und wisst, was auf euch zukommt. Und denkt daran: Informiert euch immer aktuell über die geltenden Zollbestimmungen, da sich diese ändern können. Viel Spaß beim Shoppen und gute Reise!
Disclaimer: Ich bin keine Steuerberaterin oder Zollsachverständige. Alle Angaben in diesem Artikel sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, aber ohne Gewähr. Im Zweifelsfall solltet ihr euch immer professionellen Rat einholen.
