Müssen Interne Bewerbungen Bevorzugt Werden öffentlicher Dienst
Ach, der öffentliche Dienst. Ein Dschungel aus Formularen, Paragraphen und – Bewerbungen! Und da stellt sich doch eine Frage, die viele innerlich (und manchmal auch ganz laut) diskutieren: Müssen interne Bewerber eigentlich *immer* bevorzugt werden?
Ich weiß, ich weiß. Das ist ein heißes Eisen. Aber mal ehrlich: Hand aufs Herz, liebe Leser. Findet ihr das wirklich immer fair? Oder ist es nicht manchmal so, dass man sich denkt: "Also, die Petra aus dem dritten Stock... die hat doch letztes Mal schon den Kaffee über den Chef gekippt! Und jetzt soll *die* die Teamleitung bekommen, nur weil sie schon da ist?"
Der Bonus der Betriebszugehörigkeit: Verdient oder verstaubt?
Klar, die Argumente für die Bevorzugung interner Kandidaten liegen auf der Hand. Sie kennen den Laden, die Kollegen, die Kaffeemaschine (wichtig!). Sie wissen, wo die Leitz Ordner versteckt sind und wie man den Drucker zum Laufen bringt, ohne einen Nervenzusammenbruch zu erleiden. Kurzum: Sie sind eingearbeitet.
Aber ist das wirklich alles? Ist jahrelange Betriebszugehörigkeit automatisch ein Garant für Kompetenz? Oder ist es vielleicht eher ein Garant dafür, dass man sich in seiner Komfortzone eingerichtet hat und die letzte Fortbildung im letzten Jahrhundert war?
Die Leiden der externen Bewerber
Denkt doch mal an die armen externen Bewerber! Die haben sich wochenlang durch Stellenanzeigen gekämpft, Motivationsschreiben formuliert, die so individuell sind wie ein Einheitsbrei, und Vorstellungsgespräche absolviert, bei denen sie sich gefühlt haben wie im Verhör. Und dann? Dann kommt die Absage: "Wir haben uns für einen internen Kandidaten entschieden."
Das ist doch frustrierend! Da hat man frischen Wind im Gepäck, innovative Ideen und vielleicht sogar eine ganz andere Perspektive auf die Dinge. Aber all das verpufft, weil jemand schon länger auf dem Bürostuhl sitzt.
"Ich sage ja nicht, dass interne Bewerber generell schlecht sind. Aber manchmal hat man das Gefühl, es geht mehr um Stallgeruch als um tatsächliche Qualifikation."
Ein Plädoyer für mehr Mut (und weniger Stallgeruch)
Versteht mich nicht falsch. Interne Bewerber können natürlich die besten sein. Aber die Entscheidung sollte doch bitte auf Fakten basieren und nicht auf dem Motto: "Der ist schon immer da, dann machen wir's halt so."
Wie wäre es stattdessen mit einem offenen, fairen Auswahlverfahren, bei dem *alle* Kandidaten die gleichen Chancen haben? Einer, wo frische Ideen und unkonventionelle Denkansätze willkommen sind. Einer, wo man sich traut, auch mal jemanden von außen ins Boot zu holen, der vielleicht nicht jeden Kollegen mit Vornamen kennt, aber dafür das Potenzial hat, den Laden richtig aufzumischen.
Ich weiß, ich weiß. Das ist vielleicht eine radikale Idee für den öffentlichen Dienst. Aber vielleicht ist es ja auch genau das, was er braucht. Ein bisschen mehr Mut, ein bisschen weniger Stallgeruch und ein bisschen mehr Wertschätzung für alle Bewerber, egal ob intern oder extern.
Und vielleicht, ganz vielleicht, trinkt der Chef dann auch bald wieder Kaffee ohne Kaffeeflecken. Wer weiß?
Denn, ganz ehrlich, wer hat wirklich Lust, derjenige zu sein, der jahrelang in der gleichen Position verharrt, nur weil er sich einmal an die Regeln gehalten hat? Das Leben ist zu kurz für verstaubte Routinen. Lasst uns lieber etwas Neues ausprobieren und die Besten ans Ruder lassen - egal woher sie kommen!
