Nein Doch Oh - Die Louis-de-funès-story
Louis de Funès, mit bürgerlichem Namen Louis Germain David de Funès de Galarza, war einer der populärsten und erfolgreichsten Schauspieler Frankreichs. Sein komödiantisches Talent und seine unverkennbare Mimik brachten ihm weltweit Anerkennung ein. Doch hinter der Fassade des exzentrischen und cholerischen Komikers verbirgt sich eine interessante Lebensgeschichte, die von Herausforderungen, harter Arbeit und letztendlich triumphalem Erfolg geprägt war. Dieser Artikel beleuchtet das Leben und die Karriere von Louis de Funès und bietet einen Einblick in sein Schaffen und seine Bedeutung für die Filmgeschichte.
Frühe Jahre und Anfänge
Louis de Funès wurde am 31. Juli 1914 in Courbevoie, einem Vorort von Paris, geboren. Seine Eltern, Carlos Luis de Funès de Galarza und Leonor Soto Reguera, waren spanische Immigranten, die vor dem Ersten Weltkrieg nach Frankreich geflohen waren. Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen, und Louis hatte eine schwierige Kindheit. Sein Vater, ein Jurist, verlor sein Vermögen und die Familie kämpfte mit finanziellen Problemen. Bereits in jungen Jahren zeigte Louis ein ausgeprägtes komödiantisches Talent. Er unterhielt seine Familie und Freunde mit Imitationen und Grimassen und liebte es, andere zum Lachen zu bringen.
Nach dem Besuch der Schule arbeitete Louis in verschiedenen Jobs, darunter als Kürschnerlehrling und Pianist in Bars. Seine Leidenschaft galt jedoch der Schauspielerei. Er nahm Schauspielunterricht und trat in kleinen Theaterproduktionen auf. Der Zweite Weltkrieg unterbrach seine künstlerische Entwicklung. Er wurde eingezogen, aber aufgrund seines Gesundheitszustandes bald wieder entlassen. Während des Krieges verdiente er seinen Lebensunterhalt weiterhin als Pianist und heiratete 1943 seine erste Frau, Germaine Élodie Carroyer. Aus dieser Ehe ging ein Sohn, Daniel, hervor.
Nach dem Krieg setzte de Funès seine Schauspielkarriere fort. Er spielte in kleinen Rollen in Theaterstücken und Filmen, aber der Durchbruch blieb zunächst aus. Es folgten viele Jahre der relativen Bedeutungslosigkeit, in denen er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt. Trotzdem gab er seinen Traum nicht auf und arbeitete kontinuierlich an seiner Technik.
Der Durchbruch und der Aufstieg zum Star
Der eigentliche Durchbruch gelang Louis de Funès erst in den 1950er Jahren. Zunächst erlangte er Anerkennung im Theater. Seine Darstellung in der Komödie "Ochsenkarren" (La Grosse Valse) im Jahr 1952 brachte ihm positive Kritiken ein. Ab Mitte der 1950er Jahre folgten dann auch größere Filmrollen. Eine seiner ersten bemerkenswerten Rollen war in dem Film "Wenn Louis Hasenpfote macht" (Si Paris nous était conté) aus dem Jahr 1956, in dem er nur eine kurze Szene hatte, aber bereits sein komödiantisches Talent aufblitzen ließ.
Den entscheidenden Schritt zum Ruhm machte de Funès mit dem Film "Pouic-Pouic" im Jahr 1963. In dieser Komödie spielte er einen Geschäftsmann, der versucht, mit windigen Immobiliengeschäften reich zu werden. Der Film war ein großer Erfolg und machte de Funès einem breiten Publikum bekannt. Von nun an war er ein gefragter Schauspieler und spielte in zahlreichen Komödien, die zu Kassenschlagern wurden.
In den folgenden Jahren etablierte sich Louis de Funès als einer der beliebtesten Komiker Frankreichs. Er arbeitete mit renommierten Regisseuren wie Gérard Oury und Jean Girault zusammen und bildete mit Schauspielkollegen wie Bourvil und Michel Galabru erfolgreiche Leinwandduos. Zu seinen bekanntesten Filmen aus dieser Zeit zählen:
- Die Gendarme-Reihe (Le Gendarme de Saint-Tropez, 1964 und die folgenden Filme)
- Fantômas (1964)
- Hasch mich, ich bin der Mörder (Le Grand Restaurant, 1966)
- Oscar (1967)
- Die große Restaurant-Posse (Le Grand Restaurant, 1966)
- Der Querkopf (Le Corniaud, 1965)
Besonders die Gendarme-Filme trugen maßgeblich zu seinem internationalen Ruhm bei. In diesen Filmen verkörperte er den cholerischen und überambitionierten Gendarmen Cruchot, der mit seinen tollpatschigen Aktionen und seinem unerschütterlichen Glauben an die Autorität für Lacher sorgte.
Sein Stil und seine Technik
Louis de Funès' komödiantischer Stil war geprägt von seiner expressiven Mimik, seinen übertriebenen Gesten und seiner hohen Sprechgeschwindigkeit. Er war ein Meister der Slapstick-Komödie und verstand es, durch sein körperliches Spiel und seine Pointen das Publikum zum Lachen zu bringen. Seine Figuren waren oft ängstlich, egoistisch und cholerisch, aber gleichzeitig liebenswert und unschuldig. Diese Mischung aus negativen und positiven Eigenschaften machte sie für das Publikum so ansprechend.
Ein weiteres Markenzeichen von de Funès war sein Talent zur Improvisation. Er konnte Dialoge spontan verändern und Witze einbauen, um die Szenen noch witziger zu gestalten. Seine Regisseure gaben ihm oft Freiraum, seine Kreativität auszuleben und seine eigenen Ideen einzubringen.
De Funès' Arbeit war oft von hoher körperlicher Anstrengung geprägt. Er verausgabte sich in seinen Rollen vollkommen und scheute keine Mühe, um das Publikum zu unterhalten. Diese Hingabe und Professionalität trugen maßgeblich zu seinem Erfolg bei.
Persönliches Leben und späte Karriere
Abseits der Leinwand war Louis de Funès ein eher zurückhaltender Mensch. Er heiratete 1943 Germaine Élodie Carroyer, von der er sich 1956 scheiden ließ. Im selben Jahr heiratete er Jeanne Augustine Barthélémy de Maupassant, eine Nachfahrin des berühmten Schriftstellers Guy de Maupassant. Mit ihr hatte er zwei weitere Söhne, Olivier und Patrick. Seine zweite Frau spielte eine wichtige Rolle in seinem Leben und unterstützte ihn in seiner Karriere. Sie ermutigte ihn, seine Träume zu verfolgen und half ihm, mit dem Druck des Ruhms umzugehen.
In den 1970er Jahren erlitt Louis de Funès mehrere Herzinfarkte, die seine Gesundheit beeinträchtigten. Trotzdem setzte er seine Schauspielkarriere fort, wenn auch in reduziertem Umfang. Zu seinen späteren Filmen zählen "Die Abenteuer des Rabbi Jakob" (Les Aventures de Rabbi Jacob, 1973) und "Brust oder Keule" (L'Aile ou la Cuisse, 1976), die ebenfalls große Erfolge waren. Er widmete sich auch der Gartenarbeit und dem Rosenanbau auf seinem Schloss Château de Clermont in der Nähe von Nantes. Die Ruhe und Natur gaben ihm Kraft für seine Arbeit.
Sein letzter Film war "Louis und seine verrückten Politessen" (Le Gendarme et les Gendarmettes, 1982), der erneut ein großer Erfolg wurde. Am 27. Januar 1983 starb Louis de Funès im Alter von 68 Jahren an einem Herzinfarkt in Nantes. Sein Tod wurde in Frankreich und der ganzen Welt mit großer Trauer aufgenommen.
Sein Erbe und seine Bedeutung
Louis de Funès hinterließ ein beeindruckendes filmisches Erbe, das bis heute Generationen von Zuschauern begeistert. Seine Filme sind zeitlose Klassiker, die immer wieder im Fernsehen gezeigt werden und auf DVD erhältlich sind. Sein komödiantisches Talent und sein unverwechselbarer Stil haben ihn zu einer Ikone der französischen Filmgeschichte gemacht.
Sein Einfluss auf die Komödie ist unbestreitbar. Viele Schauspieler und Komiker haben sich von ihm inspirieren lassen und seinen Stil kopiert. Seine Filme haben das Genre der Komödie nachhaltig geprägt und gezeigt, dass Humor eine universelle Sprache ist, die Menschen aus aller Welt verbindet.
Auch heute noch erfreuen sich seine Filme großer Beliebtheit. Sie sind ein Beweis für sein außergewöhnliches Talent und seine Fähigkeit, Menschen zum Lachen zu bringen. Louis de Funès wird immer als einer der größten Komiker aller Zeiten in Erinnerung bleiben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Louis de Funès ein Ausnahmetalent war, dessen Leben und Karriere von harter Arbeit, Beharrlichkeit und einem unerschütterlichen Glauben an seine Fähigkeiten geprägt waren. Sein komödiantisches Talent und sein unverwechselbarer Stil haben ihn zu einer Ikone der französischen Filmgeschichte gemacht und sein Werk wird auch in Zukunft Generationen von Zuschauern begeistern.
