Never Let Me Go Book Synopsis
Hallo, liebe Reisefreunde und Buchliebhaber! Setzt euch bequem hin, denn heute nehme ich euch mit auf eine ganz besondere Reise. Keine Reise zu sonnenverwöhnten Stränden oder pulsierenden Metropolen, sondern eine Reise in die tiefgründige und herzzerreißende Welt von Kazuo Ishiguros Never Let Me Go. Ich weiß, normalerweise berichte ich hier von meinen Abenteuern in fernen Ländern, von kulinarischen Entdeckungen und atemberaubenden Landschaften. Aber manchmal stolpert man eben über Geschichten, die so kraftvoll sind, dass sie einfach erzählt werden müssen. Und Never Let Me Go ist definitiv so eine Geschichte.
Stellt euch vor, ihr befindet euch in England, aber nicht in dem England, das wir kennen. Es ist eine leicht verzerrte Version, eine alternative Realität, in der es die sogenannte "Cloning Era" gab. Hier lernen wir Kathy, Ruth und Tommy kennen. Sie wachsen gemeinsam im Hailsham auf, einem Internat, das auf den ersten Blick idyllisch wirkt. Die Kinder werden liebevoll betreut, sie lernen Kunst, schreiben Gedichte und spielen im Garten. Doch schon bald spürt man als Leser, dass etwas nicht stimmt. Eine unterschwellige Spannung liegt in der Luft, ein Geheimnis, das nur langsam enthüllt wird.
Hailsham: Mehr als nur ein Internat
Hailsham ist kein normales Internat. Es ist ein Ort, der darauf ausgelegt ist, die Kinder zu "pflegen", sie auf ihre besondere Bestimmung vorzubereiten. Sie werden ständig ermutigt, kreativ zu sein und ihre Kunstwerke zu produzieren. Diese Kunstwerke werden dann von einer mysteriösen "Madame" und anderen Besuchern bewertet und ausgestellt. Anfangs dachte ich: "Okay, das ist halt ein Internat mit Fokus auf Kunst." Aber dann kommen die Andeutungen, die kleinen Hinweise, die einem langsam aber sicher klar machen, dass hier etwas ganz anderes vor sich geht. Es wird immer wieder betont, wie wichtig es ist, "sauber" zu sein, sowohl körperlich als auch seelisch. Und dann fallen Begriffe wie "Spender" und "Betreuer", die einem eiskalt den Rücken runterlaufen lassen.
Die Kinder in Hailsham sind sich ihrer eigentlichen Bestimmung lange Zeit nicht bewusst. Sie leben in einer Blase, abgeschirmt von der Außenwelt. Sie glauben, dass sie eine besondere Rolle in der Gesellschaft spielen, dass sie wichtig sind. Doch mit der Zeit sickern immer mehr Informationen durch, Fragmente der Wahrheit, die sie langsam zusammenfügen müssen. Es ist, als würde man ein Puzzle zusammensetzen, bei dem die Hälfte der Teile fehlt und das Bild, das am Ende entsteht, einem das Herz bricht.
Die Freundschaft zwischen Kathy, Ruth und Tommy
Im Zentrum der Geschichte steht die tiefe und komplexe Freundschaft zwischen Kathy, Ruth und Tommy. Kathy ist die Erzählerin, und wir erleben die Geschehnisse durch ihre Augen. Sie ist ruhig, beobachtend und versucht, die Dinge zu verstehen. Ruth ist impulsiv, selbstbewusst und manchmal auch manipulativ. Und Tommy ist sensibel, kreativ und oft von seinen Emotionen überwältigt. Ihre Freundschaft ist geprägt von Liebe, Eifersucht, Missverständnissen und dem gemeinsamen Schicksal, das sie verbindet.
Es gibt Szenen in Hailsham, die mich besonders berührt haben. Zum Beispiel die Kunststunden, in denen die Kinder ihre innersten Gefühle in ihren Werken ausdrücken. Oder die Momente, in denen sie sich heimlich treffen, um über die Geheimnisse ihrer Welt zu spekulieren. Oder die Tanzstunden, in denen Tommy sich oft unbeholfen fühlt und von den anderen gehänselt wird. Aber Kathy steht immer an seiner Seite und verteidigt ihn. Diese kleinen Gesten der Zuneigung und Solidarität haben mich sehr beeindruckt.
Als die Kinder Hailsham verlassen und in die sogenannten "Cottages" ziehen, beginnt ihre Welt sich zu verändern. Sie kommen zum ersten Mal in Kontakt mit anderen "Spendern" und "Betreuern", die nicht in Hailsham aufgewachsen sind. Sie lernen mehr über ihre Bestimmung und die Realität ihrer Existenz. Es ist eine Zeit der Orientierungslosigkeit und des Suchens nach Antworten. Sie versuchen, einen Sinn in ihrem Leben zu finden, obwohl ihnen die Zukunft vorgezeichnet ist.
Die Suche nach dem "Aufschub"
Ein Gerücht kursiert unter den "Spendern": Es soll einen "Aufschub" geben, eine Möglichkeit, die Spenden hinauszuzögern, wenn man beweisen kann, dass man wirklich verliebt ist. Kathy, Ruth und Tommy klammern sich an diese Hoffnung, auch wenn sie kaum daran glauben. Sie begeben sich auf eine Reise, um Madame zu finden, die ehemalige Leiterin von Hailsham, in der Hoffnung, dass sie ihnen helfen kann. Diese Reise ist nicht nur eine Suche nach einem Ausweg, sondern auch eine Suche nach Identität und Sinnhaftigkeit.
Die Szenen, in denen sie Madame treffen, sind besonders bewegend. Madame enthüllt ihnen die Wahrheit über Hailsham und die Intentionen der Gründer. Sie wollte beweisen, dass "Spender" auch Gefühle haben, dass sie mehr sind als nur Organspender. Aber ihre Bemühungen waren letztendlich erfolglos. Die Gesellschaft hat sich nicht geändert, und die "Spender" werden weiterhin für ihre Organe benutzt.
Die Erkenntnis, dass es keinen "Aufschub" gibt, ist ein Schlag ins Gesicht. Aber sie akzeptieren ihr Schicksal und versuchen, das Beste aus der verbleibenden Zeit zu machen. Kathy wird Betreuerin, sie kümmert sich um die "Spender" und begleitet sie auf ihrem letzten Weg. Ruth wird Spenderin und stirbt jung. Und Tommy versucht, seine Kunst zu nutzen, um seine Gefühle auszudrücken. Ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt, aber letztendlich hält sie dem Gewicht der Wahrheit stand.
Never Let Me Go ist keine leichte Lektüre. Es ist eine Geschichte über Verlust, Akzeptanz und die Frage nach dem Wert des Lebens. Es ist eine Geschichte, die einen noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Aber es ist auch eine Geschichte über die Kraft der Freundschaft und die Fähigkeit, Liebe und Hoffnung zu finden, selbst in den dunkelsten Zeiten.
Warum ihr dieses Buch lesen solltet
Warum erzähle ich euch das alles? Weil ich glaube, dass Never Let Me Go eine Geschichte ist, die jeder gelesen haben sollte. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und uns dazu bringt, unsere eigenen Werte und Überzeugungen zu hinterfragen. Es ist ein Buch, das uns daran erinnert, wie wichtig es ist, das Leben zu schätzen und jeden Moment auszukosten.
Vielleicht fragt ihr euch jetzt: "Was hat das alles mit Reisen zu tun?" Nun, ich glaube, dass Reisen nicht nur darum geht, neue Orte zu sehen, sondern auch darum, neue Perspektiven zu gewinnen. Und Never Let Me Go bietet uns eine ganz neue Perspektive auf das Leben, die uns helfen kann, die Welt um uns herum mit anderen Augen zu sehen.
Wenn ihr also auf der Suche nach einer tiefgründigen und bewegenden Lektüre seid, dann kann ich euch Never Let Me Go nur wärmstens empfehlen. Es ist ein Buch, das euch nicht loslassen wird, ein Buch, das euch lange begleiten wird. Und wer weiß, vielleicht inspiriert es euch ja auch zu einer ganz besonderen Reise, einer Reise zu euch selbst.
Also, packt eure Koffer, schnappt euch das Buch und lasst euch auf dieses Abenteuer ein. Ihr werdet es nicht bereuen!
Eure reiselustige Buchfreundin,
P.S. Vergesst nicht die Taschentücher! 😉
