Never Let Me Go Chapter Summary
Kapitelzusammenfassung: Alles, was wir geben mussten
Kazuo Ishiguros Roman Alles, was wir geben mussten (Originaltitel: Never Let Me Go) ist eine dystopische Geschichte, die in England spielt. Sie erzählt von Kathy H., Ruth und Tommy, deren Kindheit und Jugend in einem scheinbar idyllischen Internat namens Hailsham verbracht wird. Doch Hailsham birgt ein dunkles Geheimnis: Die Schüler sind Klone, die gezüchtet wurden, um ihre Organe zu spenden. Die Geschichte wird aus Kathys Perspektive erzählt, die als Betreuerin für Spender arbeitet.
Erster Teil: Hailsham
Der erste Teil des Romans konzentriert sich auf Kathys Zeit in Hailsham. Wir lernen die Besonderheiten der Schule kennen, die Wert auf Kreativität und körperliche Gesundheit legt. Die Schüler werden ermutigt, Kunstwerke zu schaffen, die regelmäßig von einer mysteriösen Frau namens Madame gesammelt werden. Es wird angedeutet, dass Madame die Arbeit der Schüler für einen unbekannten Zweck verwendet, möglicherweise um zu beweisen, dass Klone Gefühle und Kreativität besitzen.
Die Kinder werden von ihren Hütern unterrichtet, die ihnen langsam und bruchstückhaft Informationen über ihre wahre Bestimmung offenbaren: Sie sind dazu bestimmt, Organe zu spenden, bis sie "fertiggestellt" sind, was den Tod bedeutet. Diese Information wird ihnen jedoch nie direkt und vollständig mitgeteilt, sondern eher angedeutet und durch Andeutungen vermittelt. Die Kinder interpretieren diese Informationen auf ihre eigene Weise und verarbeiten die schreckliche Realität ihrer Zukunft.
Die Dreiecksbeziehung zwischen Kathy, Ruth und Tommy beginnt sich in Hailsham zu entwickeln. Kathy ist still und beobachtend, Tommy hat Schwierigkeiten, seine Emotionen zu kontrollieren und wird oft gehänselt, und Ruth ist selbstbewusst und dominant. Es gibt eine unterschwellige Spannung zwischen Kathy und Ruth wegen Tommy, da beide Gefühle für ihn haben. Ruth und Tommy werden schließlich ein Paar, was Kathy verletzt.
Ein wichtiges Element in Hailsham ist das Gerücht über "Aufschübe". Es wird geflüstert, dass Paare, die beweisen können, dass sie sich wirklich lieben, einen Aufschub von ihren Spenden erhalten könnten. Dieses Gerücht nährt die Hoffnungen der Schüler, aber es bleibt unklar, ob es wahr ist.
Zweiter Teil: Die Cottages
Nach ihrer Zeit in Hailsham ziehen Kathy, Ruth und Tommy in Cottages, ländliche Wohngemeinschaften, wo sie auf ihr Leben als Spender vorbereitet werden. Sie treffen auf andere Klone, die bereits mit ihren Spenden begonnen haben, und erfahren mehr über die Realität ihrer Situation.
Die Cottages sind eine Übergangsphase, in der die Jugendlichen versuchen, ihre Identität zu finden und sich mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen. Sie erleben zum ersten Mal die "normale" Welt außerhalb von Hailsham und sind sowohl fasziniert als auch enttäuscht. Sie suchen nach Antworten und versuchen, ihre Bestimmung zu verstehen.
Die Beziehung zwischen Kathy, Ruth und Tommy wird in den Cottages noch komplizierter. Ruths Eifersucht und Manipulationen nehmen zu, und sie versucht weiterhin, Kathy von Tommy fernzuhalten. Sie unterdrückt ihre eigenen Gefühle für Tommy und hält ihn an der kurzen Leine, wahrscheinlich aus Angst, ihn an Kathy zu verlieren.
Sie begegnen einer ehemaligen Hailsham-Schülerin, Chrissie, und ihrem Freund Rodney. Chrissie und Rodney glauben fest an die Aufschub-Theorie und suchen nach Madame, um Beweise für ihre Liebe vorzulegen. Ihre Suche bleibt jedoch erfolglos.
Ruth offenbart Kathy und Tommy, dass sie Kathy belogen hat, indem sie andeutete, dass Tommy kein Interesse an ihr hätte. Sie gibt zu, aus Eifersucht gehandelt zu haben und entschuldigt sich für ihr Verhalten. Sie erkennt, dass Kathy und Tommy füreinander bestimmt sind und fordert sie auf, ihre Chance zu nutzen.
Dritter Teil: Als Betreuerin und die Realität der Spenden
Nach der Zeit in den Cottages trennen sich die Wege von Kathy, Ruth und Tommy. Kathy wird Betreuerin, eine Rolle, in der sie Spender bei ihren Organentnahmen unterstützt. Sie reist durch das Land und lernt viele Klone und deren unterschiedliche Erfahrungen kennen. Durch ihre Arbeit erhält sie einen Einblick in die Härte des Spendesystems und die psychischen Belastungen, denen die Spender ausgesetzt sind.
Schließlich nimmt Kathy Kontakt zu Tommy wieder auf, der nun ebenfalls mit seinen Spenden begonnen hat. Ruth ist inzwischen "fertiggestellt" worden. Kathy und Tommy beschließen, Madame aufzusuchen, um zu versuchen, einen Aufschub zu erhalten. Sie glauben, dass Tommys Kunstwerke aus Hailsham, die er wieder angefangen hat zu produzieren, ein Beweis für ihre Liebe sein könnten.
Sie finden Madame und erfahren von ihr und Miss Emily, einer ehemaligen Hüterin in Hailsham, die Wahrheit über die Aufschub-Theorie. Es gibt keine Aufschübe für Spenden. Hailsham war ein Experiment, um zu beweisen, dass Klone auch Gefühle und eine Seele haben, in der Hoffnung, dass die Öffentlichkeit die ethischen Implikationen der Klonierung und Organentnahme überdenken würde. Hailsham wurde jedoch geschlossen, weil es zu wenig Unterstützung in der Gesellschaft gab.
Madame und Miss Emily erklären, dass Tommys Kunstwerke nicht dazu gedacht waren, Aufschübe zu gewähren, sondern um zu zeigen, dass Klone die gleichen Gefühle und Fähigkeiten wie Menschen haben. Sie hofften, dadurch die öffentliche Meinung zu beeinflussen und die Lebensbedingungen der Klone zu verbessern.
Tommy durchläuft seine letzten Spenden und "wird fertiggestellt". Kathy ist am Boden zerstört. Der Roman endet damit, dass Kathy über ihr Leben nachdenkt und sich mit ihrer Bestimmung abfindet. Sie weiß, dass auch sie bald mit ihren Spenden beginnen wird und dass ihr Leben von kurzer Dauer sein wird. Sie findet jedoch Trost in der Erinnerung an ihre Zeit mit Ruth und Tommy und in der Liebe, die sie miteinander geteilt haben.
Kernpunkte der Geschichte:
- Die Bedeutung von Freundschaft und Liebe in einer dystopischen Welt.
- Die Frage nach der Menschlichkeit und der Würde von Klonen.
- Die Auseinandersetzung mit dem Tod und der Akzeptanz des eigenen Schicksals.
- Die Kritik an der gesellschaftlichen Ausbeutung und der fehlenden Empathie.
Alles, was wir geben mussten ist eine bewegende und zum Nachdenken anregende Geschichte, die sich mit existenziellen Fragen auseinandersetzt und die Leser dazu anregt, über die ethischen Implikationen der Wissenschaft und die Bedeutung von Mitmenschlichkeit nachzudenken.
