One Punch Man Staffel 1 Folge 1
Okay, Hand aufs Herz: Wer von uns hat sich nicht schon mal gewünscht, einfach *alles* mit einem Schlag erledigen zu können? Hausputz, Steuererklärung, den nervigen Kollegen… Tja, Saitama, der Protagonist der Anime-Serie One Punch Man, kann das. Und zwar *wirklich*. Aber fangen wir von vorne an, nämlich bei Folge 1 der ersten Staffel, wo alles begann.
Ein Held wider Willen
Die Folge beginnt nicht etwa mit einem bombastischen Intro oder einer heroischen Vorgeschichte. Nein, wir sehen Saitama in einem ganz normalen Supermarkt, auf der Jagd nach Sonderangeboten. Das alleine ist schon urkomisch. Dieser Typ mit dem glatzköpfigen, ausdruckslosen Gesicht soll ein Superheld sein? Und dann auch noch Schnäppchenjäger? Das passt einfach nicht zusammen. Aber genau das ist ja das Geniale an One Punch Man.
Doch dann passiert's: Ein Monster taucht auf! Nicht irgendein kleines Monster, nein, ein riesiger Hummer-Mann namens Crablante. Dieser Crablante ist auf der Suche nach einem kleinen Jungen, der ihn mit Filzstift bekritzelt hat (ja, wirklich!). Saitama, der eigentlich nur nach dem Abendessen suchte, wird gezwungen, einzugreifen. Aber warum eigentlich?
Hier kommt das erste überraschende Element ins Spiel: Saitama ist kein strahlender Ritter, der von edlen Motiven getrieben wird. Er macht das, weil er es *langweilig* findet, arbeitslos zu sein. Er sucht nach einem Kick, nach einer Herausforderung, nach etwas, das sein Leben interessanter macht. Superhelden-Sein ist für ihn eher ein Hobby, ein Nebenjob, als eine Berufung.
Der Kampf mit Crablante
Der Kampf mit Crablante ist, gelinde gesagt, unkonventionell. Saitama ist alles andere als ein trainierter Kämpfer. Er stolpert herum, ist außer Atem und wird sogar von Crablante in die Mangel genommen. Aber dann, in einem Moment der Verzweiflung, erinnert er sich an seinen Traum, ein Held zu werden. Er erinnert sich an sein Training, an die täglichen 100 Liegestütze, 100 Sit-ups, 100 Kniebeugen und 10 Kilometer laufen (und das *jeden* Tag!).
Und was passiert dann? Saitama schlägt zu. Ein einziger Schlag genügt. Crablante ist besiegt. Mit einem einzigen Schlag. Das ist nicht nur urkomisch, sondern auch die Quintessenz von One Punch Man. Egal wie stark der Gegner ist, Saitama gewinnt immer mit einem einzigen Schlag. Das macht ihn einerseits unbesiegbar, andererseits aber auch unglaublich gelangweilt.
Das Trauma des unbesiegbaren Helden
Nach dem Kampf mit Crablante sehen wir Saitama, wie er sich fragt, warum er überhaupt noch kämpfen soll. Es gibt keine Herausforderung, keine Aufregung, keine Gefahr. Er hat sein Ziel erreicht, ein unbesiegbarer Held zu werden, aber zu welchem Preis? Er hat die Freude am Kampf verloren. Das ist eine überraschend tiefgründige Frage, die One Punch Man immer wieder aufwirft.
Die Folge endet damit, dass Saitama beschließt, weiterhin als Held tätig zu sein, in der Hoffnung, irgendwann doch noch einen würdigen Gegner zu finden. Er will wieder etwas fühlen, wieder Adrenalin spüren. Er will die Freude am Kampf zurückgewinnen. Und genau das macht One Punch Man so fesselnd: Es ist nicht nur eine Parodie auf Superhelden-Geschichten, sondern auch eine Geschichte über die Suche nach Sinn und Erfüllung im Leben, selbst wenn man alles erreichen kann.
„Okay.“ – Saitama, nach dem Sieg über Crablante.
Dieses lakonische "Okay" fasst die ganze Serie perfekt zusammen. Keine großen Reden, keine epischen Posen, einfach nur ein "Okay" nach einem mühelosen Sieg. Das ist One Punch Man in seiner reinsten Form: absurd, witzig und überraschend tiefgründig.
Mehr als nur stumpfe Action
Viele denken, One Punch Man sei nur eine stumpfe Action-Serie mit übertriebenen Kämpfen. Aber die erste Folge zeigt bereits, dass die Serie viel mehr zu bieten hat. Es geht um Saitamas innere Zerrissenheit, um seine Suche nach einem Sinn im Leben und um die Absurdität des Superhelden-Daseins. Es ist eine intelligente Satire, die gleichzeitig unglaublich unterhaltsam ist.
Also, wenn ihr noch nie One Punch Man gesehen habt, solltet ihr das unbedingt nachholen. Fangt mit der ersten Folge an und lasst euch von Saitamas unkonventioneller Heldenreise überraschen. Ihr werdet lachen, nachdenken und vielleicht sogar ein bisschen mitfühlen mit dem glatzköpfigen Superhelden, der einfach nur seine Langeweile bekämpfen will.
