Opel Zafira B Glühbirne Vorne Rechts Wechseln
Es begann mit einem leisen Fluchen. Nicht von mir, wohlgemerkt. Mein lieber Opel Zafira B, genannt "Zaffi" (ja, ich gebe meinen Autos Namen!), hatte beschlossen, mir einen kleinen Strich durch die Rechnung zu machen. Genauer gesagt, sein rechtes vorderes Glühbirnchen. Dunkelheit! Stille! Und eine vage Ahnung von drohenden Bußgeldern.
Ich, als bekennende Handwerk-Legasthenikerin, sah mich schon in der Werkstatt meines Vertrauens sitzen, während der freundliche (aber teure!) Mechaniker mir irgendetwas von "komplexer Lampeneinheit" und "Spezialwerkzeug" erzählen würde. Aber da war auch noch Tante Erna. Tante Erna, die Frau, die mit einem Schraubenzieher bewaffnet jedes Möbelstück von IKEA bezwingen konnte.
Der Anruf bei Tante Erna
Der Anruf bei Tante Erna war kurz und bündig: "Erna, Glühbirne Zaffi vorne rechts tot. Hilfe!" Ihre Antwort? Ein trockenes "Bring das Ding rum. Und 'n Bier."
Also gut. Zaffi und ich, mit einer leicht resignierten Stimmung, machten uns auf den Weg zu Ernas Reich. Ernas Reich ist, by the way, eine Mischung aus Schrebergarten-Idylle und Werkstatt-Chaos. Überall blühen Rosen, aber auch Schraubenschlüssel liegen herum, als wären sie Unkraut.
Die Inspektion
Erna musterte Zaffi mit kritischem Blick. "Opel Zafira B, ja? Die sind ja eigentlich ganz zahm." Ich unterdrückte den Drang, ihr zu widersprechen. Zahm? Meiner hatte gestern erst versucht, mir den Schlüssel zu klauen!
Dann begann die eigentliche Arbeit. Erna, bewaffnet mit einem Schraubenzieher, den sie vermutlich schon bei der Mondlandung benutzt hatte, näherte sich der toten Glühbirne. Ich stand daneben, mehr als hilflos. Ich hätte ihr höchstens die Handtasche halten können, aber da hätte ich befürchten müssen, dass sie dort versehentlich einen Schraubenschlüssel reinwirft.
Es folgten Geräusche. Leise Stöhnen, ein Knacken hier, ein Knirschen da. Erna fluchte leise vor sich hin. Ich dachte, jetzt ist es soweit, jetzt ruft sie doch den ADAC. Aber dann, plötzlich, ein triumphierendes "Aha!"
"Man muss nur wissen, wo man drücken muss!", verkündete sie stolz und präsentierte mir die Übeltäterin: Eine winzige, verkohlte Glühbirne.
Die neue Glühbirne war schnell eingesetzt. Ein Klick, ein kurzes Aufleuchten, und Zaffi strahlte wieder. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Magie des Schraubenziehers
Während Erna ihr wohlverdientes Bier genoss, fragte ich mich, wie sie das gemacht hatte. War es die jahrelange Erfahrung? Die geheimen Schraubenzieher-Techniken, die sie von ihrem Großvater gelernt hatte? Oder einfach nur die unerschütterliche Überzeugung, dass man jedes Problem mit ein bisschen Geduld und einem guten Werkzeug lösen kann?
Vermutlich von allem etwas. Und natürlich die Tatsache, dass Erna einfach eine begnadete Handwerkerin ist. Eine Frau, die sich von komplizierten Lampeneinheiten und Spezialwerkzeugen nicht einschüchtern lässt.
Die Heimfahrt
Auf der Heimfahrt fühlte ich mich irgendwie befreit. Nicht nur, weil Zaffi wieder funktionierte. Sondern auch, weil ich wieder einmal erlebt hatte, dass es im Leben oft die einfachen Lösungen sind, die uns am meisten Freude bereiten. Und dass man manchmal einfach nur Tante Erna anrufen muss.
Und was habe ich gelernt? Vielleicht, dass ich mich doch mal mit der Bedienungsanleitung von Zaffi auseinandersetzen sollte. Oder zumindest, dass ich mir einen eigenen Schraubenzieher zulege. Aber vor allem, dass ich Tante Erna für immer dankbar sein werde. Und dass ich ihr beim nächsten Mal zwei Bier mitbringe. Sicher ist sicher.
P.S.: Ich habe später versucht, die alte Glühbirne zu reparieren. Mit mäßigem Erfolg. Sie sieht jetzt aus wie ein Miniatur-Explosionskunstwerk. Vielleicht sollte ich sie Erna schenken.
Der Moral von der Geschicht? Manchmal ist die Lösung näher, als man denkt. Und manchmal ist sie in einem Schrebergarten mit Rosen und Schraubenschlüsseln zu finden. Und unterschätze niemals die Kraft von Tante Erna und einem gut platzierten Schraubenzieher!
