Organon Modell Karl Bühler
Habt ihr euch jemals gefragt, was passiert, wenn ihr redet? Also, wirklich passiert? Klingt erstmal doof, klar, Worte kommen aus dem Mund, Botschaft geht ins Ohr, fertig. Aber Moment mal! Da steckt mehr dahinter, als man denkt. Und ein schlauer Kopf namens Karl Bühler hat sich das Ganze mal genauer angeschaut und ein supercooles Modell entwickelt, das uns hilft, das Sprechen und Verstehen zu begreifen.
Das Organon-Modell: Ein Dreieck voller Wahrheit
Bühler nannte sein Modell das Organon-Modell. Klingt erstmal nach einem Instrument aus einem Science-Fiction-Film, aber keine Sorge, es ist viel einfacher. Stellt euch einfach ein Dreieck vor. Ja, ein ganz normales Dreieck. Aber dieses Dreieck hat es in sich!
An jeder Ecke des Dreiecks sitzt eine wichtige Person oder Sache:
- Der Sprecher (oder Sender): Das bist du, wenn du redest, eine SMS schreibst oder sogar nur ein genervtes Augenrollen in Richtung deines Mitbewohners schickst. Du bist derjenige, der etwas ausdrücken will.
- Der Hörer (oder Empfänger): Das ist die Person, die deine Worte, Nachrichten oder Augenrollen empfängt und versucht zu verstehen.
- Der Gegenstand (oder die Sache): Das ist das, worüber du redest. Dein neuer Lieblingsschuh, das schreckliche Wetter oder der letzte Klatsch und Tratsch über deinen Chef.
Und was verbindet diese drei Ecken? Na klar, das sprachliche Zeichen! Das ist das Wort, das Bild, das Geräusch – kurz gesagt, alles, was wir benutzen, um uns zu verständigen.
Die drei Funktionen der Sprache
Jetzt kommt der Clou: Bühler meinte, dass Sprache nicht nur eine Sache macht, sondern gleich drei! Und jede Funktion hängt mit einer der Ecken des Dreiecks zusammen:
- Ausdrucksfunktion (zum Sprecher): Wenn du "Aua!" schreist, weil du dir den Zeh gestoßen hast, dann drückst du dein Gefühl aus. Die Sprache dient hier dazu, deine innere Welt nach außen zu tragen. Denk an ein pubertierendes Kind, das "Ich hasse dich!" brüllt – meistens meint es damit eigentlich nur, dass es gerade frustriert ist.
- Appellfunktion (zum Hörer): Wenn du sagst: "Kannst du mir mal das Salz reichen?", dann willst du, dass der Hörer etwas tut. Du appellierst an ihn. Werbung ist voll von Appellfunktionen: "Kauf mich!", "Probier mich!", "Wähl mich!".
- Darstellungsfunktion (zum Gegenstand): Wenn du sagst: "Der Himmel ist blau", dann beschreibst du einfach etwas. Du stellst einen Sachverhalt dar. Nachrichten, wissenschaftliche Artikel und Kochrezepte sind voll von Darstellungsfunktionen.
Das Geniale daran ist: Jede Äußerung hat alle drei Funktionen, nur in unterschiedlicher Gewichtung! Wenn du sagst: "Mir ist so kalt, könntest du bitte das Fenster schließen?", dann drückst du (Ausdruck) dein Frieren aus, appellierst (Appell) an den Hörer, das Fenster zu schließen, und stellst (Darstellung) fest, dass es dir kalt ist.
Warum ist das Ganze wichtig?
Weil das Organon-Modell uns hilft, Missverständnisse zu vermeiden! Wenn wir uns bewusst sind, dass Sprache nicht nur Fakten vermittelt (Darstellung), sondern auch Gefühle transportiert (Ausdruck) und Handlungen auslösen soll (Appell), können wir besser kommunizieren. Und das ist doch was, oder?
Stellt euch vor, euer Partner sagt: "Du räumst nie auf!" Was steckt dahinter? Vielleicht ist es nicht nur eine Feststellung (Darstellung), sondern auch ein Ausdruck von Frustration (Ausdruck) und ein versteckter Appell (Appell), dass ihr endlich mal den Staubsauger schwingen sollt.
Das nächste Mal, wenn ihr also mit jemandem redet, denkt an Karl Bühler und sein Dreieck. Überlegt, was ihr wirklich ausdrücken wollt, was ihr beim Hörer bewirken wollt und wie ihr die Sache am besten darstellt. Wer weiß, vielleicht vermeidet ihr so den nächsten großen Streit über die liegengebliebene Socke unter dem Sofa. Und das ist doch ein Gewinn für alle Beteiligten!
Also, los geht's! Kommuniziert bewusst, seid ehrlich und drückt euch klar aus. Und vergesst nicht: Ein bisschen Augenzwinkern und Humor schadet nie!
"Sprache ist das Werkzeug der Werkzeuge." – Karl Bühler (etwas frei interpretiert ;) )
