Passive Simple Present Simple Past übungen
Hallo liebe Reisende und Sprachbegeisterte! Ihr plant einen Trip nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz und möchtet euer Deutsch auf Vordermann bringen? Oder vielleicht seid ihr schon hier und merkt, dass euch die Grammatik manchmal einen Streich spielt? Keine Sorge! Heute tauchen wir in die Welt des Passivs im Simple Present und Simple Past ein. Keine Angst vor komplizierten Regeln – wir machen das Ganze interaktiv und praxisnah, damit ihr euch im Alltag besser verständigen könnt.
Das Passiv: Was ist das überhaupt?
Bevor wir uns den Zeitformen zuwenden, klären wir erstmal, was das Passiv eigentlich bedeutet. Im Grunde ist das Passiv eine Satzkonstruktion, bei der die Handlung wichtiger ist als der Handelnde. Stellt euch vor: Ihr steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Anstatt zu sagen: "Der Architekt hat das Brandenburger Tor entworfen", könnt ihr auch sagen: "Das Brandenburger Tor wurde vom Architekten entworfen." Der Fokus liegt hier auf dem Brandenburger Tor und der Tatsache, dass es entworfen wurde, nicht so sehr darauf, wer es entworfen hat.
Warum ist das wichtig? Weil im Deutschen oft Handlungen oder Ergebnisse wichtiger sind als die Person, die sie ausführt. Besonders in formellen Situationen, in Nachrichten oder wenn der Handelnde unbekannt oder unwichtig ist, wird gerne das Passiv verwendet. Denkt nur an Schilder: "Der Rasen darf nicht betreten werden" statt "Du darfst den Rasen nicht betreten."
Das Passiv im Simple Present (Präsens)
Das Simple Present verwenden wir, um allgemeine Aussagen, Fakten oder regelmäßige Handlungen zu beschreiben. Im Passiv sieht das dann so aus:
Bildung: werden (konjugiert im Präsens) + Partizip II (Grundform des Verbs)
Beispiele:
- Der Müll wird jeden Dienstag abgeholt. (The trash is collected every Tuesday.)
- Deutsch wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen. (German is spoken in Germany, Austria and Switzerland.)
- Diese Briefe werden jeden Tag bearbeitet. (These letters are processed every day.)
Übungen zum Simple Present Passiv:
- Verwandle folgende Sätze ins Passiv:
- Die Touristen fotografieren das Schloss.
- Der Koch bereitet das Abendessen zu.
- Die Firma exportiert die Produkte ins Ausland.
- Ergänze die fehlenden Wörter in den Sätzen:
- Das Brot ______ (backen) jeden Morgen frisch.
- Die Zimmer ______ (reinigen) täglich.
- Die Tickets ______ (verkaufen) online und an der Kasse.
Lösungen:
-
- Das Schloss wird von den Touristen fotografiert.
- Das Abendessen wird vom Koch zubereitet.
- Die Produkte werden von der Firma ins Ausland exportiert.
-
- Das Brot wird jeden Morgen frisch gebacken.
- Die Zimmer werden täglich gereinigt.
- Die Tickets werden online und an der Kasse verkauft.
Tipp für den Alltag:
Achtet darauf, wie oft ihr im Restaurant oder im Hotel Sätze im Passiv hört. Zum Beispiel: "Ihr Zimmer wird in Kürze gereinigt" oder "Das Essen wird frisch zubereitet." Das hilft euch, das Passiv besser zu verstehen und selbst anzuwenden.
Das Passiv im Simple Past (Präteritum)
Das Simple Past (oder Präteritum) verwenden wir, um abgeschlossene Handlungen in der Vergangenheit zu beschreiben. Im Passiv sieht das dann ähnlich aus, nur dass wir die Vergangenheitsform von "werden" benutzen.
Bildung: wurden (konjugiert im Präteritum) + Partizip II (Grundform des Verbs)
Beispiele:
- Das Brandenburger Tor wurde im 18. Jahrhundert erbaut. (The Brandenburg Gate was built in the 18th century.)
- Die Briefe wurden gestern bearbeitet. (The letters were processed yesterday.)
- Das Konzert wurde aufgrund des schlechten Wetters abgesagt. (The concert was cancelled due to the bad weather.)
Übungen zum Simple Past Passiv:
- Verwandle folgende Sätze ins Passiv:
- Der Künstler malte das Bild.
- Die Polizei verhaftete den Dieb.
- Die Firma baute das Haus.
- Ergänze die fehlenden Wörter in den Sätzen:
- Das Fenster ______ (zerbrechen) durch den Sturm.
- Die Tür ______ (schließen) automatisch.
- Das Problem ______ (lösen) schnell.
Lösungen:
-
- Das Bild wurde vom Künstler gemalt.
- Der Dieb wurde von der Polizei verhaftet.
- Das Haus wurde von der Firma gebaut.
-
- Das Fenster wurde durch den Sturm zerbrochen.
- Die Tür wurde automatisch geschlossen.
- Das Problem wurde schnell gelöst.
Achtung, Stolperfallen!
Manchmal klingt das Passiv im Deutschen etwas umständlich. Oft können wir stattdessen auch einfachere Sätze bilden. Zum Beispiel, anstatt zu sagen: "Das Auto wurde repariert" können wir auch sagen: "Das Auto ist repariert." (im Perfekt). Beides ist korrekt, aber die zweite Variante ist oft natürlicher.
Passiv mit Modalverben
Es wird noch interessanter! Wir können das Passiv auch mit Modalverben (dürfen, können, müssen, sollen, wollen) kombinieren. Das verändert die Bedeutung leicht:
Bildung: Modalverb + werden (Infinitiv) + Partizip II
Beispiele:
- Der Müll muss jeden Dienstag abgeholt werden. (The trash must be collected every Tuesday.)
- Das Formular soll bis Freitag ausgefüllt werden. (The form should be filled out by Friday.)
- Das Problem kann gelöst werden. (The problem can be solved.)
Das Zustandspassiv
Es gibt noch eine spezielle Form des Passivs, das sogenannte Zustandspassiv. Hier geht es nicht um die Handlung selbst, sondern um den Zustand, der nach der Handlung entstanden ist. Es wird mit "sein" gebildet, nicht mit "werden".
Bildung: sein (konjugiert) + Partizip II
Beispiele:
- Die Tür ist geöffnet. (The door is open.)
- Das Essen ist zubereitet. (The food is prepared.)
- Das Haus ist renoviert. (The house is renovated.)
Der Unterschied zum "normalen" Passiv (Vorgangspassiv) ist wichtig. "Die Tür wird geöffnet" bedeutet, dass gerade jemand die Tür öffnet. "Die Tür ist geöffnet" bedeutet, dass die Tür bereits geöffnet ist und sich in diesem Zustand befindet.
Zusammenfassung und Tipps für die Praxis
Das Passiv im Simple Present und Simple Past ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Grammatik. Es hilft euch, euch präziser und formeller auszudrücken. Hier noch ein paar Tipps, um das Gelernte zu festigen:
- Hört genau zu: Achtet auf die Verwendung des Passivs in Nachrichten, Gesprächen und Texten.
- Übt regelmäßig: Verwandelt aktiv Sätze ins Passiv und umgekehrt.
- Habt keine Angst, Fehler zu machen: Fehler sind ein wichtiger Teil des Lernprozesses.
- Nutzt Online-Ressourcen: Es gibt viele Webseiten und Apps, die euch beim Üben des Passivs helfen können.
Ich hoffe, dieser Guide hat euch geholfen, das Passiv im Simple Present und Simple Past besser zu verstehen. Viel Erfolg beim Deutschlernen und viel Spaß auf eurer Reise! Auf Wiedersehen!
Und denkt daran: Übung macht den Meister! Bleibt dran und lasst euch nicht entmutigen.
Die deutsche Sprache ist vielleicht nicht die einfachste, aber sie ist wunderschön und öffnet euch die Tür zu einer reichen Kultur.
