Pflegemodell Orem Einfach Erklärt
Hand aufs Herz: Wer hat beim Wort Pflegemodell nicht erstmal an verstaubte Lehrbücher und gähnende Langeweile gedacht? Ich gestehe! Aber dann kam Orem. Und plötzlich wurde es...interessant. (Okay, zumindest ein bisschen weniger trocken.)
Orem? War da was mit Selbstversorgung?
Ja! Genau das ist der Clou. Orem, oder besser gesagt, Dorothea Orem (klingt fast wie eine Operndiva, oder?), hatte eine ziemlich simple Idee: Jeder Mensch kann und sollte so gut wie möglich für sich selbst sorgen. Ist ja eigentlich logisch, oder?
Aber jetzt kommt der "unpopuläre" Teil meiner Meinung: Ist das nicht total offensichtlich? Wir alle versuchen doch, uns selbst zu versorgen! Essen, trinken, Zähne putzen...all das Zeug. Ist das wirklich ein ganzes Pflegemodell wert?
Bevor ihr mich jetzt steinigt, lasst mich das erklären. Orem hat das Ganze systematisiert. Sie hat gesagt: Es gibt grundlegende Dinge, die wir alle brauchen, um gesund zu bleiben. Sie nannte das universelle Selbstpflegeerfordernisse. Klingt kompliziert, ist es aber nicht wirklich.
Denkt an eure Grundbedürfnisse
Stellt euch vor, ihr seid ein kleines Tamagotchi. Was braucht ihr zum Überleben? Wahrscheinlich:
- Frische Luft
- Genug zu trinken
- Ausgewogene Ernährung
- Aktivität und Ruhe
- Soziale Kontakte
Und, sind wir nicht alle ein bisschen wie Tamagotchis? Wenn uns etwas davon fehlt, geht es uns schlecht. Und genau hier kommt die Pflege ins Spiel. Wenn jemand nicht in der Lage ist, diese Bedürfnisse selbst zu erfüllen, dann helfen Pflegekräfte.
Wenn's hakt: Orem als Detektiv
Orem hat auch gesagt, dass es Gesundheitsbedingte Selbstpflegeerfordernisse gibt. Das sind die Dinge, die wir zusätzlich brauchen, wenn wir krank sind oder eine bestimmte Erkrankung haben. Also, zum Beispiel:
- Medikamente nehmen
- Zum Arzt gehen
- Sich schonen
Und hier wird Orem's Modell richtig spannend. Denn die Pflegekraft wird zum Detektiv. Sie muss herausfinden, wo es hakt. Welche Bedürfnisse kann der Patient nicht mehr selbst erfüllen? Und wie kann man ihm dabei helfen, wieder selbstständig zu werden?
Das Ziel ist immer: So viel Selbstständigkeit wie möglich. So wenig Hilfe wie nötig.
Orem im Alltag: Mehr als nur Theorie
Klar, das klingt jetzt alles ganz theoretisch. Aber Orem's Modell kann im Alltag super hilfreich sein. Denkt mal an eure Oma, die nach einer Hüft-OP Schwierigkeiten hat, sich selbst anzuziehen. Oder an den Freund, der nach einem Burnout einfach nicht mehr aus dem Bett kommt.
In solchen Fällen hilft es, sich zu fragen: Welche Selbstpflegeerfordernisse sind betroffen? Und wie können wir die Person dabei unterstützen, diese wieder selbstständig zu erfüllen? Vielleicht braucht Oma einen Anziehhilfe oder eine Physiotherapie. Vielleicht braucht der Freund einfach nur jemanden, der ihm zuhört und ihn ermutigt, kleine Schritte zu gehen.
Nochmal meine "unpopuläre" Meinung...
Vielleicht ist Orem's Modell so erfolgreich, weil es so simpel ist. Es erinnert uns daran, dass wir alle Menschen sind. Mit den gleichen grundlegenden Bedürfnissen. Und dass wir alle das Recht haben, so selbstständig und unabhängig wie möglich zu leben. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich, wider Erwarten, doch etwas für dieses Pflegemodell übrig habe. Es ist eben nicht nur Theorie, sondern eine Erinnerung daran, was Menschsein wirklich bedeutet.
Und jetzt seid ehrlich: Habt ihr beim Lesen nicht auch kurz darüber nachgedacht, was ihr heute schon für eure eigene Selbstpflege getan habt? Ich hoffe doch! 😉
