Pflegemodelle In Der Pflege
Stellt euch vor, ihr seid in einem Zirkus. Ja, genau! Aber statt Clowns und Akrobaten geht es hier um… Pflege! Klingt erstmal komisch, ich weiß. Aber im Grunde sind Pflegemodelle wie die verschiedenen Nummern in einer Zirkusvorstellung. Jede hat ihren eigenen Stil, ihre eigene Art, die Zuschauer (in diesem Fall: die Patienten) zu begeistern und zu unterstützen.
Das Roper-Logan-Tierney-Modell: Der 12-Punkte-Tanz
Ein Pflegemodell, das klingt wie eine irische Tanzgruppe, ist das Roper-Logan-Tierney-Modell. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht! Stellt euch zwölf kleine Zwerge vor, die jeweils für eine Lebensaktivität stehen: Atmen, Essen, Ausscheiden, Bewegen... Ihr wisst schon, die Dinge, die wir alle den ganzen Tag so machen. Das Modell schaut, wie gut jeder dieser Zwerge seine Aufgabe erfüllt und wo er vielleicht Hilfe braucht. Manchmal stolpert der "Bewegungs-Zwerg" und dann muss der Pfleger ein bisschen nachhelfen. Klingt doch putzig, oder?
Ich erinnere mich an Frau Schmidt, die nach einer Hüftoperation nur widerwillig aufstehen wollte. Der "Bewegungs-Zwerg" hatte echt keine Lust. Aber die Pflegerin hat sich was einfallen lassen: Sie hat Frau Schmidt von ihrem Lieblings-Garten erzählt und wie die Rosen darauf warteten, gegossen zu werden. Plötzlich war der "Bewegungs-Zwerg" ganz vorne mit dabei und Frau Schmidt hat sich mit einem Lächeln auf den Lippen aus dem Bett gequält. Zwerge können eben doch motivieren!
Das AEDL-Modell: Ein Alphabet der Bedürfnisse
Dann gibt es das AEDL-Modell. Keine Sorge, es hat nichts mit Elektrizität zu tun, auch wenn es wie ein technisches Gerät klingt. AEDL steht für Aktivitäten und existenzielle Erfahrungen des Lebens. Klingt schon wieder kompliziert, aber denkt einfach an ein Alphabet. Jede Aktivität hat ihren eigenen Buchstaben: A wie Atmen, E wie Essen, D wie Denken, L wie Lernen… und so weiter. Der Pfleger schaut, ob das Alphabet vollständig ist und wo Buchstaben fehlen oder undeutlich sind.
Ich habe mal einen Pfleger getroffen, der das AEDL-Modell liebevoll "Lebens-ABC" nannte. Er erzählte mir von Herrn Müller, der nach einem Schlaganfall Schwierigkeiten hatte, seinen "Sprach-Buchstaben" richtig auszusprechen. Der Pfleger hat mit ihm geübt, indem er ihm Witze erzählte und ihn aufforderte, sie nachzuerzählen. Am Anfang klang es eher wie ein Kauderwelsch, aber mit der Zeit wurde der "Sprach-Buchstabe" immer deutlicher. Am Ende konnte Herr Müller den Pfleger sogar selbst mit Witzen zum Lachen bringen. Ein voller Erfolg, dank des Lebens-ABCs!
Das Krohwinkel-Modell: Die Geschichte vom Märchenwald
Und dann ist da noch das Krohwinkel-Modell. Das ist wie ein Spaziergang durch einen Märchenwald. Hier geht es um die individuellen Ressourcen und Probleme des Patienten. Stellt euch vor, der Patient ist ein Wanderer, der durch den Wald geht. Manche Wege sind leicht zu gehen, andere sind steinig und holprig. Der Pfleger ist der Waldhüter, der dem Wanderer hilft, den besten Weg zu finden und Hindernisse zu überwinden.
Eine Pflegerin hat mir erzählt, wie sie das Krohwinkel-Modell bei einem jungen Mann mit Depressionen angewendet hat. Sie hat ihn nicht einfach nur mit Medikamenten vollgestopft, sondern versucht, seine "inneren Ressourcen" zu entdecken. Sie fand heraus, dass er früher leidenschaftlich gerne Gitarre gespielt hat. Die Pflegerin organisierte ihm eine Gitarre und ermutigte ihn, wieder zu spielen. Langsam aber sicher erwachte der "innere Musiker" wieder zum Leben und der junge Mann fand neuen Lebensmut. Der Märchenwald hatte ihm eine neue Richtung gezeigt!
Warum die ganze Zirkusnummer?
Warum also diese ganzen Modelle? Ganz einfach: Weil jeder Mensch anders ist. Was für den einen funktioniert, ist für den anderen vielleicht gar nichts. Pflegemodelle helfen den Pflegekräften, den Patienten besser zu verstehen und eine individuelle Betreuung zu entwickeln. Sie sind wie ein Werkzeugkasten, aus dem man das passende Werkzeug für jede Situation herausholen kann. Und manchmal sind sie auch einfach nur eine Inspiration, um kreative und humorvolle Lösungen zu finden. Denn Lachen ist ja bekanntlich die beste Medizin – zumindest im Zirkus der Pflege!
Also, das nächste Mal, wenn ihr von Pflegemodellen hört, denkt nicht an komplizierte Theorien, sondern an tanzende Zwerge, ein Lebens-ABC und einen Märchenwald. Und daran, dass hinter jedem Modell ein Mensch steht, der versucht, das Leben anderer ein bisschen leichter und schöner zu machen.
Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr ja auch euren eigenen "inneren Zwerg" oder euren ganz persönlichen "Lebens-Buchstaben". Die Pflege hat für jeden etwas zu bieten – auch für euch!
