Post Hoc Ergo Propter Hoc Fallacy
Habt ihr euch jemals gefragt, warum euer Lieblingsfußballteam immer gewinnt, wenn ihr eure Glückssocken tragt? Oder warum ihr am nächsten Tag eine Erkältung habt, nachdem ihr gestern ein Eis gegessen habt? Vielleicht habt ihr die Antwort gefunden, vielleicht auch nicht. Aber es gibt eine Denkfalle, die uns oft einen Streich spielt und uns dazu bringt, falsche Schlüsse zu ziehen. Und diese Falle hat einen schicken lateinischen Namen: Post hoc ergo propter hoc. Klingt kompliziert? Keine Sorge, ist es nicht!
Was bedeutet das nun wirklich?
Post hoc ergo propter hoc bedeutet übersetzt so viel wie: "Danach, also deswegen". Im Grunde besagt diese Denkweise, dass, wenn Ereignis B nach Ereignis A eintritt, Ereignis A die Ursache für Ereignis B sein muss. Klingt logisch, oder? Nun, nicht immer!
Stellt euch vor, jeden Morgen, wenn der Hahn kräht, geht die Sonne auf. Könnten wir daraus schließen, dass das Krähen des Hahns die Sonne aufgehen lässt? Natürlich nicht! Das ist ein klassisches Beispiel für den Post hoc-Fehlschluss. Die Sonne würde auch ohne den Hahn aufgehen. Der Hahn kräht einfach *vor* dem Sonnenaufgang, aber er *verursacht* ihn nicht.
Ein paar lustige Beispiele aus dem Alltag
Wir alle kennen solche Situationen. Hier sind ein paar Beispiele, die euch vielleicht zum Schmunzeln bringen:
“Ich habe gestern ein neues Amulett gekauft und heute im Lotto gewonnen! Das Amulett bringt mir Glück!”
Klar, vielleicht hat das Amulett geholfen. Oder vielleicht war es einfach nur Glück. Die Wahrscheinlichkeit, im Lotto zu gewinnen, ist nun mal ziemlich gering, egal ob man ein Amulett trägt oder nicht.
“Immer wenn ich mein rotes Hemd trage, passieren mir Missgeschicke. Das Hemd ist verflucht!”
Vielleicht ist das Hemd wirklich verflucht (wer weiß?), aber es ist wahrscheinlicher, dass die Missgeschicke zufällig passieren und man sie nur mit dem Hemd in Verbindung bringt, weil man es gerade trägt.
Oder wie wäre es mit diesem Klassiker:
“Seitdem die neue Regierung im Amt ist, ist das Wetter schlechter geworden. Die Regierung ist schuld am schlechten Wetter!”
Politik und Wetter sind selten direkt miteinander verbunden (obwohl der Klimawandel natürlich eine Ausnahme bildet). Die Regierung ist wahrscheinlich nicht für den Regen verantwortlich.
Warum ist das so wichtig?
Der Post hoc-Fehlschluss ist mehr als nur ein lustiges Gedankenspiel. Er kann uns dazu bringen, falsche Entscheidungen zu treffen, uns von unnötigen Ängsten leiten zu lassen und sogar zu falschen Schlussfolgerungen in wissenschaftlichen Studien zu gelangen.
Stellt euch vor, ein Unternehmen bringt ein neues Produkt auf den Markt und nach der Werbekampagne steigen die Verkaufszahlen. Schließen sie automatisch, dass die Werbekampagne erfolgreich war? Nicht unbedingt! Es könnten auch andere Faktoren eine Rolle spielen, wie zum Beispiel eine positive Wirtschaftslage oder eine Veränderung im Konsumentenverhalten.
In der Medizin kann der Post hoc-Fehlschluss besonders gefährlich sein. Wenn sich ein Patient nach der Einnahme eines Medikaments besser fühlt, bedeutet das nicht automatisch, dass das Medikament die Ursache für die Besserung ist. Es könnte auch ein Placebo-Effekt sein oder die Krankheit hätte sich von selbst gebessert.
Wie können wir uns schützen?
Die gute Nachricht ist, dass wir uns vor dem Post hoc-Fehlschluss schützen können, indem wir uns bewusst machen, dass Korrelation nicht gleich Kausalität ist. Das bedeutet, nur weil zwei Ereignisse gleichzeitig oder kurz nacheinander auftreten, bedeutet das nicht, dass das eine das andere verursacht hat.
Hier sind ein paar Tipps, um dieser Denkfalle zu entkommen:
- Denkt kritisch: Hinterfragt eure Annahmen und sucht nach alternativen Erklärungen.
- Sammelt Beweise: Sucht nach Beweisen, die eure Schlussfolgerung stützen, und achtet auf Gegenbeweise.
- Berücksichtigt andere Faktoren: Gibt es andere Faktoren, die das Ergebnis beeinflusst haben könnten?
- Sucht nach Kausalzusammenhängen: Gibt es einen plausiblen Mechanismus, der erklärt, wie Ereignis A Ereignis B verursacht?
Und vor allem: Bleibt neugierig und hinterfragt alles! Die Welt ist voller Überraschungen, und nicht alles, was wir sehen, ist so, wie es scheint.
Also, das nächste Mal, wenn ihr eure Glückssocken tragt und euer Team gewinnt, denkt daran: Es könnte auch einfach nur Zufall sein. Aber hey, wenn es euch ein gutes Gefühl gibt, schadet es ja nicht, oder?
Denn manchmal ist es auch einfach schön, an etwas zu glauben, selbst wenn es nicht ganz logisch ist. Aber solange wir uns bewusst sind, dass es sich nur um einen Glauben handelt, und nicht um eine unumstößliche Wahrheit, können wir uns vor den negativen Auswirkungen des Post hoc-Fehlschlusses schützen.
Und wer weiß, vielleicht bringt uns das Tragen von Glückssocken ja doch zum Lächeln – und das ist ja auch schon mal was wert, oder?
