Powers Of Horror An Essay On Abjection
Hast du dich jemals dabei erwischt, wie du von etwas absolut Abstoßendem fasziniert warst? So richtig geekelt, aber trotzdem nicht wegschauen konntest? Dann bist du hier genau richtig! Wir tauchen ein in die Welt der Abjektion – einem Konzept, das klingt, als wäre es aus einem Horrorfilm entsprungen, aber eigentlich super spannend ist.
Keine Sorge, wir reden hier nicht über komplizierte Philosophie (naja, nicht *allzu* kompliziert). Es geht um dieses komische, unangenehme Gefühl, das wir bekommen, wenn etwas unsere Grenzen überschreitet. Denk an verdorbene Milch, eitrige Wunden oder sogar eine Leiche. Iiiih! Aber warte, bleib dran!
Die französische Psychoanalytikerin Julia Kristeva hat sich in ihrem Essay "Macht der Ekels" (oder im Original "Pouvoirs de l'horreur") genau mit diesem Thema auseinandergesetzt. Sie fragt: Warum ekeln wir uns? Und was sagt das über uns selbst aus?
Was ist das Abjekt überhaupt?
Stell dir vor, du bist ein kleines Kind. Du weißt, was "ich" und "nicht-ich" ist. Du bist du, und alles andere ist draußen. Aber dann gibt es Dinge, die dazwischen liegen. Die weder ganz "ich" noch ganz "nicht-ich" sind. Das ist das Abjekt.
Es ist das, was unsere Ordnung durcheinanderbringt. Was nicht in unsere Kategorien passt. Was uns an unsere eigene Sterblichkeit erinnert. Und das macht uns Angst. Aber gleichzeitig… zieht es uns an. Komisch, oder?
Das Abjekt im Alltag
Vielleicht denkst du jetzt: "Okay, das klingt alles sehr theoretisch. Aber was hat das mit meinem Leben zu tun?" Mehr, als du denkst! Das Abjekt lauert überall.
Denk an Horrorfilme. Warum schauen wir sie? Weil wir uns gruseln wollen. Weil wir diese dunklen, abstoßenden Dinge sehen wollen, aber aus sicherer Entfernung. Es ist wie ein Nervenkitzel. Wir konfrontieren uns mit dem, was uns Angst macht, und fühlen uns danach irgendwie... lebendiger.
Oder denk an Kunst. Viele Künstler spielen mit dem Abjekt, um uns zu provozieren und zum Nachdenken anzuregen. Sie zeigen uns Dinge, die wir normalerweise ignorieren oder verdrängen würden. Und das kann sehr befreiend sein.
Sogar in unseren sozialen Normen spielt das Abjekt eine Rolle. Was gilt als "sauber" und "unrein"? Was ist "normal" und "abartig"? Diese Kategorien sind oft willkürlich und basieren auf unseren Ängsten und Abneigungen.
Warum ist das alles so unterhaltsam?
Okay, wir haben festgestellt, dass das Abjekt ekelhaft ist. Aber warum ist es auch so faszinierend? Warum schauen wir uns Videos von Pickeln an, die ausgedrückt werden? (Sorry, falls ich dir gerade den Appetit verdorben habe!).
Ein Grund ist, dass wir durch die Konfrontation mit dem Abjekt unsere eigenen Grenzen austesten. Wir fragen uns: "Was kann ich ertragen? Was ist für mich zu viel?" Es ist wie ein Spiel mit dem Feuer. Wir spielen mit der Gefahr, ohne uns wirklich zu verbrennen.
Ein weiterer Grund ist, dass das Abjekt uns an unsere Menschlichkeit erinnert. Wir sind sterblich, vergänglich und nicht perfekt. Und das ist okay. Indem wir uns dem Abstoßenden stellen, akzeptieren wir auch diese Aspekte von uns selbst.
Und schließlich kann die Beschäftigung mit dem Abjekt auch eine Art Katharsis sein. Wir können unsere Ängste und Aggressionen abreagieren, indem wir uns Gruselgeschichten anschauen oder uns über eklige Bilder lustig machen.
Ein bisschen mehr Kristeva gefällig?
Wenn du jetzt neugierig geworden bist und mehr über das Thema erfahren möchtest, kann ich dir nur empfehlen, "Macht der Ekels" von Julia Kristeva selbst zu lesen. Keine Sorge, es ist kein leichtes Buch, aber es ist unglaublich anregend und öffnet die Augen für eine ganz neue Perspektive auf die Welt um uns herum.
Klar, es ist kein Roman zum Einschlafen. Aber es ist ein Buch, das dich zum Nachdenken anregt und dir hilft, deine eigenen Ängste und Abneigungen besser zu verstehen. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du ja sogar eine neue Faszination für das Eklige!
Also, trau dich! Tauche ein in die Welt der Abjektion und entdecke die Macht des Ekels! Es könnte dich überraschen, was du alles findest… und vielleicht auch, was du alles in dir selbst findest.
