Praktikum Oder Volontariat Im Hinblick Auf Das Jetzige Studium
Okay, Leute, mal ehrlich. Wir sitzen alle im Studium. Bücher wälzen, Klausuren schreiben, Kaffee in uns reinschütten als gäbe es kein Morgen. Aber was kommt danach? Die große, weite Arbeitswelt! Und da stehen wir dann vor der Frage aller Fragen: Praktikum oder Volontariat?
Ich habe da so eine... sagen wir mal... unpopuläre Meinung dazu. Und ich bin mir sicher, einige von euch nicken jetzt schon heimlich mit dem Kopf. Ihr wisst genau, was ich meine.
Die Qual der Wahl (oder eben auch nicht)
Praktikum. Das klingt nach "Kaffee kochen" und "die nervigsten Excel-Tabellen ausfüllen". Und ja, manchmal ist es das auch. Aber hey, wenigstens gibt’s oft ein bisschen Geld dafür. Ein bisschen. Genug für Ramen-Nudeln und vielleicht mal einen Döner.
Volontariat. Das klingt nach "die Chance deines Lebens". Nach "du lernst von den Besten" und "du gestaltest die Zukunft mit". Die Wahrheit? Oft ist es ein schlecht bezahltes Praktikum mit einem fancy Namen. Sorry, aber musste raus.
Wir alle kennen diese glorifizierten Beschreibungen. Man soll sich weiterentwickeln, Verantwortung übernehmen und das Team unterstützen. Und dann sitzt man da und formatiert endlose Word-Dokumente. Kennt ihr das? Ich weiß, ihr kennt das.
Die Realität hinter den Buzzwords
Versteht mich nicht falsch. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Praktika oder Volontariate. Sie können super wertvoll sein. Man sammelt Erfahrungen, knüpft Kontakte (die man dann hoffentlich nicht nur bei LinkedIn verstauben lässt) und bekommt einen Einblick in verschiedene Branchen.
Aber... (und jetzt kommt der unpopuläre Teil)... manchmal frage ich mich, ob der ganze Aufwand wirklich nötig ist, während wir noch studieren. Sollten wir nicht lieber die Zeit nutzen, um uns wirklich auf unser Studium zu konzentrieren? Um das Gelernte zu vertiefen? Um vielleicht sogar mal ein bisschen zu leben, bevor der Ernst des Lebens losgeht?
Klar, der Lebenslauf soll ja "glänzen". Aber was glänzt denn wirklich? Ein Praktikum, bei dem man gelangweilt am Schreibtisch saß, oder ein Semester, in dem man wirklich was gelernt hat? Ich persönlich würde ja zum Letzteren tendieren.
"Aber ohne Berufserfahrung kriegt man doch keinen Job!", höre ich euch schon rufen.
Ja, schon klar. Aber Berufserfahrung ist nicht alles. Persönlichkeit, Engagement und die Fähigkeit, sich schnell in neue Themen einzuarbeiten, sind mindestens genauso wichtig. Und die lernt man nicht nur im Praktikum.
Meine unpopuläre Meinung: Chillen erlaubt!
Also, hier ist meine (zugegebenermaßen leicht provokante) These: Lasst uns während des Studiums nicht zu sehr unter Druck setzen. Lasst uns lieber ein bisschen chillen, uns ausprobieren und unsere Interessen verfolgen. Es ist okay, nicht jedes Semester ein Praktikum zu machen. Es ist okay, sich mal eine Auszeit zu gönnen.
Denn mal ehrlich: Wer erinnert sich später noch an die Excel-Tabelle, die er im Praktikum erstellt hat? Aber die unvergessliche Party mit den Freunden, der Roadtrip mit dem alten Auto oder das spannende Buch, das man endlich mal gelesen hat – die bleiben im Gedächtnis.
Und vielleicht... nur vielleicht... ist ein ausgeruhter und motivierter Absolvent, der seine Stärken kennt und weiß, was er will, am Ende sogar attraktiver für Arbeitgeber als ein abgehetzter Praktikanten-Junkie. Nur so eine Idee.
Also, liebe Kommilitonen, lasst uns das Studium genießen. Lasst uns Fehler machen, lachen, lernen und das Leben feiern. Und wenn dann die Zeit für das Praktikum oder Volontariat kommt, sind wir bereit. Richtig bereit. Und nicht nur halbherzig, weil wir das Gefühl hatten, es machen zu müssen.
Und wer weiß, vielleicht ist die unpopulärste Meinung ja doch die klügste. Oder vielleicht auch nicht. Aber darüber können wir ja bei einer Tasse Kaffee diskutieren. Gerne auch selbstgekocht. Hauptsache, es schmeckt.
P.S.: Ich übernehme keine Haftung für Jobabsagen, die aufgrund dieser unpopulären Meinung entstehen. Aber ich bin mir sicher, ihr findet euren Weg. Und der ist vielleicht gar nicht so geradlinig, wie alle immer behaupten.
