Present Perfect Or Past Simple
Hallo liebe Reisefreunde! Ich bin's, eure Lisa, und heute nehme ich euch mit auf eine kleine grammatikalische Abenteuerreise. Keine Angst, das klingt schlimmer, als es ist! Wir sprechen über etwas, das mir auf meinen vielen Reisen immer wieder begegnet ist, und zwar: der Unterschied zwischen dem Present Perfect und dem Past Simple. Glaubt mir, wenn ihr das draufhabt, klingen eure Reisegeschichten nicht nur besser, sondern ihr werdet euch auch viel sicherer fühlen, wenn ihr euch mit Einheimischen unterhaltet!
Als ich das erste Mal in London war, habe ich mich ständig gefragt: Wann sage ich "I have been to Buckingham Palace" und wann "I went to Buckingham Palace"? Es schien so willkürlich, aber dann habe ich es endlich verstanden – und jetzt möchte ich mein Wissen mit euch teilen!
Das Past Simple – Der abgeschlossene Fall
Stellt euch das Past Simple wie ein Foto vor, das einen Moment in der Vergangenheit festhält. Es ist eine abgeschlossene Handlung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit stattgefunden hat. Der Zeitpunkt ist dabei sehr wichtig.
Hier sind ein paar Beispiele aus meinen Reisen:
- Ich war letztes Jahr in Rom. (I went to Rome last year.)
- Wir haben gestern Abend Pizza gegessen. (We ate pizza last night.)
- Sie besuchte das Kolosseum im Jahr 2015. (She visited the Colosseum in 2015.)
Seht ihr, wie in jedem Satz ein konkreter Zeitpunkt angegeben ist? "Letztes Jahr", "gestern Abend", "im Jahr 2015". Das sind die Stichworte, die uns zum Past Simple führen. Oft findet ihr auch Signalwörter wie ago (vor), yesterday (gestern), last week/month/year (letzte Woche/Monat/Jahr) oder in 1998 (im Jahr 1998).
Denkt daran: Es geht um eine abgeschlossene Handlung in der Vergangenheit. Ob die Handlung Auswirkungen auf die Gegenwart hat, ist für das Past Simple nicht relevant.
Ein kleiner Tipp: Achtet bei Gesprächen mit Einheimischen darauf, ob sie nach einem bestimmten Zeitpunkt fragen. Wenn jemand fragt: "When did you visit Paris?", dann ist die Antwort natürlich im Past Simple: "I visited Paris in June."
Das Present Perfect – Die Verbindung zur Gegenwart
Das Present Perfect ist etwas kniffliger, aber keine Sorge, wir kriegen das hin! Stellt euch das Present Perfect wie eine Brücke vor, die die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet. Es geht um eine Handlung, die in der Vergangenheit begonnen hat und bis in die Gegenwart andauert oder deren Ergebnis in der Gegenwart relevant ist.
Hier sind wieder ein paar Beispiele aus meinen Reisen:
- Ich war schon dreimal in Japan. (I have been to Japan three times.)
- Wir haben noch nie Sushi probiert. (We have never tried sushi.)
- Sie hat ihren Reisepass verloren. (She has lost her passport.)
Beachtet, dass in diesen Sätzen kein konkreter Zeitpunkt genannt wird. Es geht nicht darum, wann ich in Japan war, sondern dass ich schon dort war. Es geht nicht darum, wann wir kein Sushi gegessen haben, sondern dass wir es noch nie gegessen haben. Und es geht nicht darum, wann sie ihren Reisepass verloren hat, sondern dass er jetzt weg ist.
Die Auswirkungen der Handlung sind jetzt spürbar. Wenn ich sage "I have been to Japan three times", dann impliziert das, dass ich Erfahrungen mit Japan habe, die meine aktuelle Sichtweise beeinflussen. Wenn ich sage "We have never tried sushi", dann impliziert das, dass wir vielleicht jetzt darüber nachdenken, es zu probieren. Und wenn ich sage "She has lost her passport", dann impliziert das, dass sie jetzt ein Problem hat und vielleicht nicht reisen kann.
Oft findet ihr beim Present Perfect Signalwörter wie ever (jemals), never (niemals), already (bereits), yet (noch nicht), just (gerade), since (seit) und for (seit).
Noch ein Tipp: Achtet darauf, ob die Frage offen ist und nicht nach einem bestimmten Zeitpunkt fragt. Wenn jemand fragt: "Have you ever been to Thailand?", dann ist die Antwort im Present Perfect: "Yes, I have." oder "No, I haven't."
Ein paar typische Stolpersteine
Es gibt ein paar Situationen, in denen man sich leicht vertun kann. Hier sind ein paar Beispiele, die mir selbst passiert sind:
Falsch: I have seen the Eiffel Tower last year.
Richtig: I saw the Eiffel Tower last year.
Warum? Weil "last year" ein konkreter Zeitpunkt in der Vergangenheit ist, der das Past Simple erfordert.
Falsch: I went to Italy for three years.
Richtig: I have been to Italy for three years.
Warum? Weil "for three years" eine Zeitspanne beschreibt, die bis in die Gegenwart andauert. Das impliziert, dass ich entweder immer noch in Italien bin oder dass meine Erfahrungen aus dieser Zeit immer noch relevant sind.
Ein weiteres Beispiel:
Situation: Jemand fragt dich, ob du jemals Fallschirmspringen warst.
Richtig: Have you ever been skydiving?
Antwort: Yes, I have. / No, I haven't.
Hier geht es nicht darum, wann du Fallschirmspringen warst, sondern ob du die Erfahrung gemacht hast.
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
Um das Ganze noch einmal zusammenzufassen, hier die wesentlichen Unterschiede zwischen Past Simple und Present Perfect:
- Past Simple: Abgeschlossene Handlung in der Vergangenheit zu einem bestimmten Zeitpunkt. Der Zeitpunkt ist wichtig.
- Present Perfect: Handlung, die in der Vergangenheit begonnen hat und bis in die Gegenwart andauert oder deren Ergebnis in der Gegenwart relevant ist. Der Zeitpunkt ist unwichtig.
Denkt an das Foto (Past Simple) und die Brücke (Present Perfect). Das hilft mir immer!
Übung macht den Meister
Der beste Weg, den Unterschied zwischen Past Simple und Present Perfect zu lernen, ist üben, üben, üben! Lest englische Bücher, schaut englische Filme und Serien, und achtet darauf, wie die beiden Zeitformen verwendet werden. Und vor allem: Sprecht! Sprecht mit Muttersprachlern, auch wenn ihr Fehler macht. Das ist der beste Weg, um dazuzulernen!
Eine kleine Übung für euch: Schreibt ein paar Sätze über eure letzte Reise. Verwendet sowohl das Past Simple als auch das Present Perfect. Zum Beispiel:
"I went to Barcelona last summer. I visited the Sagrada Familia and ate paella. I have never seen such beautiful architecture. This trip has inspired me to learn Spanish."
So, das war's für heute von eurer Lisa. Ich hoffe, dieser kleine grammatikalische Ausflug hat euch geholfen. Und denkt daran: Reisen soll Spaß machen! Lasst euch nicht von der Grammatik stressen. Mit ein bisschen Übung werdet ihr den Dreh rauskriegen und eure Reisegeschichten noch lebendiger erzählen können!
Bis zum nächsten Mal und happy travels!
