Present Perfect To Be
Hach, die deutsche Sprache! Manchmal ist sie wie eine temperamentvolle Tante, die einem ungefragt Ratschläge gibt und dann erwartet, dass man sich freut. Aber keine Sorge, heute zähmen wir eine ihrer Eigenheiten, die uns manchmal ein kleines bisschen Kopfzerbrechen bereitet: Das Perfekt mit "sein". Keine Panik, es wird lustiger, als es klingt!
Was macht das Perfekt mit "sein" denn so besonders?
Okay, wir alle kennen das Perfekt. Wir basteln es mit "haben" oder "sein" + Partizip II. Bei den meisten Verben nehmen wir ganz brav "haben". Aber dann gibt es diese kleinen Quälgeister, die unbedingt mit "sein" ins Bett wollen. Warum? Weil sie Drama lieben! Nein, Spaß. Es gibt eigentlich logische Gründe.
Verben, die eine Bewegung oder eine Zustandsänderung beschreiben, bevorzugen "sein". Denkt daran wie an eine kleine Party: Wenn sich was bewegt, muss "sein" dabei sein!
Beispiele gefällig? Aber hallo!
Nehmen wir mal an, ihr seid gestern total übermüdet ins Bett gefallen. (Hoffentlich weich!) Dann sagt ihr: "Ich bin gestern ins Bett gefallen." Nicht: "Ich habe gestern ins Bett gefallen." Das klingt ja, als hättet ihr das Bett irgendwie...gestoßen? Nein, ihr *seid* gefallen. Bewegung! "Sein" ist euer Freund.
Oder stellt euch vor, ihr seid von eurer letzten Reise nach Italien zurückgekehrt. "Ich bin aus Italien zurückgekehrt." Wieder eine Bewegung, eine Ortsveränderung. "Haben" klingt hier einfach falsch. Es würde sich anfühlen, als hättet ihr Italien irgendwohin zurückgegeben. (Italien zurückgegeben? Wo denn? Zurück in die Schublade? Absurd!) "Sein" ist hier absolut notwendig.
Ein anderes Beispiel: Ihr seid vor Lachen fast gestorben. "Ich bin vor Lachen fast gestorben!" Okay, hoffentlich nicht wirklich. Aber der Zustand hat sich verändert! Von lebendig zu fast tot. Zustandsänderung = "sein". (Kleiner Tipp: Bitte lacht nicht so viel, dass ihr wirklich sterbt! Das wäre dann doch ein bisschen zu viel Perfekt mit "sein".)
Die berüchtigten "sein"-Verben: Eine kleine Liste zum Liebhaben (oder zumindest zum Kennenlernen)
Es gibt eine kleine Gruppe von Verben, die quasi chronisch "sein"-süchtig sind. Merkt euch diese, und ihr seid schon halb im Ziel:
- sein (Überraschung!)
- werden
- bleiben
- Verben der Bewegung: gehen, fahren, laufen, rennen, schwimmen, fliegen, steigen, fallen, kommen, reisen, wandern, zurückkehren (und viele mehr)
- Verben der Zustandsänderung: sterben, aufwachen, einschlafen, geschehen, passieren
Diese Liste ist nicht erschöpfend, aber sie ist ein guter Anfang. Wenn ihr euch unsicher seid, fragt euch: Beschreibt das Verb eine Bewegung, eine Zustandsänderung oder eines der oben genannten Verben? Wenn ja, dann greift mutig zu "sein"!
Ein kleiner Trick: Der "Wo-hin?"-Test
Wenn ihr euch immer noch unsicher seid, probiert mal den "Wo-hin?"-Test. Wenn ihr die Frage "Wo-hin?" sinnvoll beantworten könnt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ihr "sein" braucht.
Beispiel: "Ich bin ins Kino gegangen." Wo-hin bin ich gegangen? Ins Kino! "Sein" ist richtig.
Beispiel: "Ich habe einen Film gesehen." Wo-hin habe ich einen Film gesehen? Ähm... Das macht keinen Sinn. "Haben" ist richtig.
Keine Angst vor Fehlern!
Das Wichtigste ist: Lasst euch nicht entmutigen! Fehler passieren, und das ist völlig normal. Sogar Muttersprachler machen Fehler beim Perfekt. (Psst! Nicht verraten!) Je mehr ihr übt und experimentiert, desto sicherer werdet ihr euch fühlen. Und wer weiß, vielleicht entwickelt ihr ja eine heimliche Liebe für das Perfekt mit "sein". Man soll niemals nie sagen!
Und denkt daran: Die deutsche Sprache ist zwar manchmal ein bisschen kompliziert, aber sie ist auch wunderschön und voller Überraschungen. Also, Kopf hoch und weiter geht's! Ihr schafft das!
Merke: Bewegung und Zustandsänderung = "sein"!
P.S. Ich bin jetzt total erschöpft vom Erklären. Ich glaube, ich bin ins Bett gegangen! Gute Nacht!
