Prinzip Des Trainingswirksamen Reizes
Stell dir vor, du bist ein fauler Kater namens Minka. Minka liegt den ganzen Tag auf dem Sofa, sonnt sich und lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Ihr Leben ist ein einziger langer, glücklicher Nickerchen. Eines Tages beschließt Frauchen, Minka zu bespaßen. Sie holt eine Federangel raus.
Minka, zunächst desinteressiert, blinzelt kurz. Frauchen wedelt mit der Federangel hin und her. Minka zuckt nicht. Kein Wunder, das ist ja auch keine Herausforderung für eine Katze, die Mäuse jagen könnte, wenn sie wollte (aber das Sofa ist halt so bequem!). Das ist kein Trainingswirksamer Reiz für Minka.
Frauchen gibt nicht auf. Sie wedelt schneller, höher, und plötzlich... ein kleiner Ruck! Minka hebt den Kopf. Die Federangel saust knapp über ihre Nase. Ein leises Knurren entfährt ihr. Jetzt passiert etwas! Sie wird gefordert. Dieser schnellere Wedler, dieser plötzliche Richtungswechsel – das ist schon eher ein Reiz, der Minka aus ihrer Komfortzone holt.
Nach ein paar Minuten tobt Minka wie wild. Sie springt, sie jagt, sie faucht die Federangel an. Frauchen ist stolz wie Oskar. Minka ist erschöpft, aber zufrieden. Sie hat sich bewegt, sie hat ihre Muskeln benutzt, sie hat etwas geleistet. Dieser kleine, aber wirksame "Kampf" mit der Federangel war ein Trainingswirksamer Reiz. Er hat Minkas Fähigkeiten herausgefordert und sie ein bisschen fitter gemacht.
Was Minka uns lehrt
Was hat Minkas Federangel-Abenteuer mit uns Menschen zu tun? Sehr viel! Das Prinzip des Trainingswirksamen Reizes besagt nämlich, dass unser Körper sich nur dann anpasst und verbessert, wenn er mit einer Belastung konfrontiert wird, die ihn fordert. Eine Belastung, die über das hinausgeht, was er gewohnt ist.
Denk an deinen letzten Spaziergang. War er einfach nur ein netter Zeitvertreib oder bist du dabei leicht aus der Puste gekommen? Wenn du gemütlich geschlendert bist, war es wahrscheinlich nur ein erholsamer Spaziergang. Aber wenn du zügig gegangen bist oder sogar einen kleinen Anstieg bewältigt hast, dann war das schon eher ein Trainingswirksamer Reiz für dein Herz-Kreislauf-System und deine Beinmuskulatur.
Die Überraschung
Die Überraschung ist: Der Trainingswirksame Reiz muss nicht immer anstrengend sein. Er muss nur neu sein. Stell dir vor, du bist ein Mensch, der immer nur Krafttraining macht. Plötzlich entscheidest du dich, Yoga auszuprobieren. Die Dehnübungen und die ungewohnten Positionen sind vielleicht gar nicht so anstrengend, aber sie fordern deinen Körper auf eine neue Weise. Sie sind ein Trainingswirksamer Reiz für deine Flexibilität und dein Körpergefühl.
Oder denk an das Klavierspielen. Am Anfang ist es vielleicht anstrengend, die Finger richtig zu positionieren und die Noten zu lesen. Aber wenn du dranbleibst, werden die Bewegungen flüssiger und die Musik schöner. Das Üben ist ein Trainingswirksamer Reiz für dein Gehirn und deine Feinmotorik.
Zu viel ist auch nicht gut!
Aber Achtung! So wie Minka irgendwann genug vom Federangel-Spiel hat, so kann auch zu viel Training schädlich sein. Wenn du deinen Körper überforderst, riskierst du Verletzungen und Übertraining. Der Schlüssel ist, die Belastung langsam und stetig zu steigern. Gib deinem Körper Zeit, sich anzupassen und zu erholen.
Stell dir vor, du versuchst, Minka sofort zu einem Marathon zu überreden. Das würde nicht gut enden. Genauso wenig solltest du versuchen, von Null auf Hundert Kilo zu stemmen. Fang klein an, steigere dich langsam, und hör auf deinen Körper. Er wird dir sagen, wann es genug ist.
Die Kunst der Balance
Die Kunst ist, den richtigen Reiz zu finden, der dich fordert, aber nicht überfordert. Einen Reiz, der dich aus deiner Komfortzone holt, aber nicht in die Überlastung treibt. Ein Reiz, der dich motiviert, aber nicht demotiviert.
Denk an den Gärtner, der seine Pflanzen pflegt. Er gießt sie, düngt sie, beschneidet sie. Er gibt ihnen genau das, was sie brauchen, um zu wachsen und zu gedeihen. Er versteht das Prinzip des Trainingswirksamen Reizes im übertragenen Sinne. Er weiß, dass jede Pflanze ihre eigenen Bedürfnisse hat und dass zu viel oder zu wenig Pflege schädlich sein kann.
Also, worauf wartest du noch? Finde deinen eigenen "Federangel", deinen eigenen "Berg", deine eigene "Klavierlektion". Fordere dich selbst heraus, probiere etwas Neues aus, und lass deinen Körper und Geist wachsen. Aber vergiss nicht: Höre auf deinen Körper, gib ihm Zeit zur Erholung und hab Spaß dabei! Und vielleicht, ganz vielleicht, wirst du eines Tages so fit und zufrieden sein wie Minka nach einer ausgiebigen Federangel-Session.
"Nur wer sich fordert, kommt weiter", so lautet die Devise. Und das gilt für Katzen und Menschen gleichermaßen.
