Ps4 Controller Rechter Stick Zieht Nach Links
Es begann harmlos, wie so viele große Tragödien. Ein leises Zucken. Ein kaum merkliches Abdriften. Mein PS4 Controller, mein treuer Gefährte in unzähligen virtuellen Schlachten, hatte begonnen, eine subtile, aber unaufhaltsame Neigung zu entwickeln. Eine Neigung… nach links.
Zuerst dachte ich, ich bilde es mir ein. War ich müde? Hatte ich einfach nur eine schlechte Woche? Vielleicht war es der Käse-Igel, den ich zum Mittagessen gegessen hatte (eine Entscheidung, die ich bereits bereute). Aber nein. Jedes Mal, wenn ich ihn in die Hand nahm, während ich durch die weiten Landschaften von Red Dead Redemption 2 ritt, oder versuchte, in Fortnite einen präzisen Schuss abzugeben, zog es meinen Charakter unaufhaltsam nach links. Er marschierte, als hätte er einen inneren Kompass, der ausschließlich auf Westen eingestellt war (oder, in diesem Fall, auf links).
Ich nannte ihn liebevoll „Linksdrall-Larry“. (Meine Frau fand das nicht so lustig.)
Anfangs war es fast amüsant. In Grand Theft Auto V führte es zu einigen unerwarteten, aber urkomischen Wendungen, während ich versuchte, durch die Straßen von Los Santos zu navigieren. Plötzlich war ich ein unwillkommener Gast auf dem Golfplatz, oder ich raste mit meinem Sportwagen in einen Swimmingpool. Das Leben war unberechenbar, besonders mit Linksdrall-Larry am Steuer.
Die Eskalation
Aber das Lachen währte nicht ewig. Was als belustigende Eigenart begann, entwickelte sich zu einer ausgewachsenen Plage. In Dark Souls III, einem Spiel, das ohnehin schon für seinen unbarmherzigen Schwierigkeitsgrad bekannt ist, wurde Linksdrall-Larry zu meinem schlimmsten Albtraum. Jeder Kampf war ein Tanz mit dem Tod, bei dem ich nicht nur gegen die abscheulichen Kreaturen des Spiels, sondern auch gegen meinen eigenen, unzuverlässigen Controller kämpfen musste. Ich starb. Oft. Sehr oft.
Ich versuchte alles. Ich pustete in die Ritzen, wie mein Großvater es immer mit seinen alten Kassettenrekordern tat. Ich schüttelte ihn heftig, in der Hoffnung, dass irgendetwas verrutschen und die Anomalie beheben würde. Ich googelte verzweifelt nach Lösungen, las Forenbeiträge voller kryptischer Anweisungen und obskurer technischer Begriffe. Nichts half.
Die Therapie
Ich sprach sogar mit Freunden darüber. „Ja, das kenne ich“, sagte Markus, ein alter Kumpel, der seit der PS1-Ära mit mir zockt. „Das ist der berüchtigte Stick-Drift. Eine Krankheit, die jeden Controller irgendwann befällt.“
„Gibt es eine Heilung?“, fragte ich hoffnungsvoll.
Markus zuckte mit den Schultern. „Es gibt Videos auf YouTube, in denen Leute ihre Controller auseinandernehmen und versuchen, das Problem zu beheben. Aber ehrlich gesagt, ich würde mir einfach einen neuen kaufen.“
Die Vorstellung, Linksdrall-Larry einfach so aufzugeben, war mir zuwider. Wir hatten so viel zusammen durchgemacht. Die epischen Siege, die herzzerreißenden Niederlagen, die unzähligen Stunden des gemeinsamen Spielens. Er war mehr als nur ein Controller. Er war ein Freund. (Okay, vielleicht war das etwas übertrieben.)
„Gib niemals auf!“, sagte meine innere Stimme (die, wie ich vermute, ziemlich oft Videospiele spielt).
Ich beschloss, Markus' Rat zu ignorieren und es selbst zu versuchen. Ich schaute mir Dutzende von YouTube-Videos an, las Anleitungen, die von „Isopropylalkohol“ und „kontaktierten Platinen“ sprachen, und fühlte mich zunehmend überfordert. Ich war kein Elektriker! Ich bin ein Mensch, der einfach nur nach einem langen Arbeitstag seine Videospiele genießen möchte!
Die Reparatur (Versuch Eins)
Schließlich nahm ich meinen Mut zusammen und kaufte ein Reparaturset für PS4 Controller. Mit zitternden Händen schraubte ich meinen Controller auf. Das Innenleben war schockierend komplex. Kleine Kabel, winzige Chips, alles sah aus, als könnte es jeden Moment explodieren.
Ich befolgte die Anweisungen so gut ich konnte, reinigte die Kontakte, drückte hier und da etwas fest, und setzte dann alles wieder zusammen. Voller Hoffnung schloss ich den Controller an meine PS4 an. Und… nichts. Es war schlimmer als zuvor. Jetzt zog er nicht nur nach links, sondern auch noch nach oben! Linksdrall-Larry war zu Linksdrall-Larry-mit-Aufwärtsneigung mutiert.
Das Fazit
Nach einer kurzen Phase der Verzweiflung (und einer Bestellung eines neuen Controllers) beschloss ich, meine Niederlage zu akzeptieren. Linksdrall-Larry wurde ehrenhaft in den Ruhestand versetzt. Er steht jetzt auf einem Regal in meinem Arbeitszimmer, ein stummer Zeuge meiner Gaming-Abenteuer. Und jedes Mal, wenn ich ihn sehe, erinnere ich mich daran, dass selbst die treuesten Begleiter irgendwann ihre Macken entwickeln. Und dass es manchmal einfach besser ist, sich einen neuen Controller zu kaufen. Aber die Erinnerungen, die bleiben, die sind unbezahlbar. Sogar die an die unzähligen Tode in Dark Souls III, verursacht durch eine unaufhaltsame Neigung… nach links.
Und vielleicht, ganz vielleicht, werde ich irgendwann den Mut finden, ihn noch einmal auseinanderzunehmen. Aber bis dahin… Ruhe in Frieden, Linksdrall-Larry. Ruhe in Frieden.
