Puerto De La Cruz Santa Cruz Bus
Okay, lasst uns ehrlich sein. Der Bus von Puerto de la Cruz nach Santa Cruz. Viele lieben ihn. Ich… naja, sagen wir, ich habe eine komplizierte Beziehung dazu.
Die Romantik der Serpentinen
Klar, die Aussicht ist atemberaubend. Man schlängelt sich die Küste entlang. Blaues Meer, grüne Bananenplantagen. Postkartenidylle pur. Aber nach der fünften Haarnadelkurve wird mir dann doch etwas anders. Sagen wir mal, mein Magen spielt dann nicht mehr so begeistert mit.
Die Einheimischen sitzen da ganz entspannt. Lesen Zeitung, stricken. Ich hingegen klammere mich an meinem Sitz fest. Und versuche, nicht an das Frühstück von heute Morgen zu denken. Es ist ein Tanz. Ein Tanz zwischen „Wow, ist das schön!“ und „Oh Gott, ich muss hier raus!“.
Es gibt diese Momente, in denen man sich fragt: Warum bin ich nicht einfach mit dem Taxi gefahren? Oder vielleicht sogar gelaufen? (Okay, laufen ist vielleicht doch etwas übertrieben.) Aber dann sieht man wieder diese unglaubliche Aussicht. Und man denkt: Ach, was soll’s. Irgendwie ist es ja doch ein Abenteuer.
Die Sache mit dem Platz
Und dann ist da noch die Sache mit dem Platz. Besonders in der Hauptsaison. Manchmal fühlt es sich an, als würde man in einer Sardinenbüchse reisen. Mit Rollkoffern, die einem in die Rippen stechen. Und quengelnden Kindern, die einem ins Ohr schreien.
Ich weiß, ich weiß. Man muss tolerant sein. Es ist Urlaub für alle. Aber manchmal wünsche ich mir einfach nur ein bisschen mehr persönlichen Raum. Ist das zu viel verlangt?
Ich habe mal gehört, jemand hat gesagt: "Reisen bildet". Ich glaube, das stimmt. Besonders wenn man lernt, wie man sich in einem vollgestopften Bus optimal platziert. Das ist eine Kunst für sich.
Und die Klimaanlage? Manchmal ein Segen. Manchmal eine arktische Brise, die einen bis ins Mark erfrieren lässt. Man kann es nie genau wissen.
Die Busfahrer: Helden des Alltags
Aber bei all dem Gemecker muss ich auch etwas Positives sagen. Die Busfahrer. Die sind wirklich unglaublich. Wie sie diese riesigen Busse durch die engen Straßen manövrieren. Respekt! Das ist eine Leistung, die man nicht unterschätzen sollte. Die sind wie die Formel-1-Fahrer des öffentlichen Nahverkehrs.
Ich habe mal einen Busfahrer gesehen, der gleichzeitig telefoniert (natürlich mit Freisprecheinrichtung!), das Fahrgeld kassiert und einen Touristen nach dem Weg fragt. Und das alles, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Chapeau!
Und dann sind da noch die kleinen Gesten. Das freundliche Lächeln. Der hilfsbereite Hinweis. Die Geduld mit den Touristen, die nicht wissen, wie man ein Ticket kauft. Sie sind die wahren Helden des Alltags.
Santa Cruz, wir kommen! (Irgendwann…)
Die Fahrt dauert. Ja, sie dauert. Aber sie ist auch eine Erfahrung. Eine Erfahrung, die man so schnell nicht vergisst. Und am Ende kommt man in Santa Cruz an. Und dann hat man es geschafft. Man hat den Bus überlebt.
Und dann steht man da. In der Hauptstadt. Mit all ihren Sehenswürdigkeiten. Den Geschäften. Den Restaurants. Und man denkt: Okay, es hat sich gelohnt. Die Strapazen waren es wert.
Oder man denkt: Nie wieder! Aber tief im Inneren weiß man: Man wird wieder mit dem Bus fahren. Denn irgendwie gehört es ja doch dazu. Zum Urlaub auf Teneriffa. Zum Abenteuer. Zum Leben.
Vielleicht ist es ja auch nur ein bisschen Liebe. Getarnt als leichte Verzweiflung. Wer weiß?
Also, das nächste Mal, wenn ihr in Puerto de la Cruz seid und nach Santa Cruz wollt. Steigt in den Bus. Lasst euch auf das Abenteuer ein. Und vergesst nicht: Es ist nur eine Busfahrt. Eine sehr, sehr lange Busfahrt. Mit vielen Kurven. Und vielleicht ein bisschen Übelkeit. Aber hey, was wäre das Leben ohne ein bisschen Herausforderung?
Viel Spaß!
