Rawls Schleier Des Nichtwissens
Okay, Leute, mal ehrlich: Habt ihr euch jemals gefragt, warum die Welt so… ungerecht ist? Ich meine, manche Leute werden mit goldenem Löffel im Mund geboren, andere kämpfen ums nackte Überleben. Ist das fair? Nein, natürlich nicht. Aber wie ändert man das?
Da kommt ein Typ namens John Rawls ins Spiel. War kein Rockstar, eher ein Philosophie-Nerd. Aber ein Nerd mit einer ziemlich coolen Idee. Er nannte sie den Schleier des Nichtwissens.
Was ist dieser Schleier, bitte?
Stellt euch vor, ihr spielt ein Spiel. Ein Spiel, bei dem ihr die Regeln für die gesamte Gesellschaft festlegt. Aber es gibt einen Haken: Bevor das Spiel beginnt, vergesst ihr alles über euch selbst. Euer Geschlecht? Weg. Eure Hautfarbe? Futsch. Eure Intelligenz? Pustekuchen. Euer Kontostand? Davon reden wir erst gar nicht!
Ihr wisst absolut nichts darüber, wer ihr nach den Regeln sein werdet. Ob ihr ein reicher Banker seid oder ein Tellerwäscher. Ob ihr gesund seid oder krank. Ob ihr schlau seid oder… naja, nicht so schlau.
Das, meine Freunde, ist der Schleier des Nichtwissens. Ihr legt die Regeln für eine Gesellschaft fest, ohne zu wissen, wo ihr in dieser Gesellschaft landen werdet.
Warum das Ganze?
Rawls glaubte, dass wir unter diesem Schleier viel gerechtere Regeln aufstellen würden. Warum? Weil wir Angst hätten, die Verlierer zu sein. Wir würden also Regeln wählen, die auch für die Schwächsten und Benachteiligten akzeptabel sind.
Denkt mal drüber nach. Würdet ihr ein System befürworten, in dem die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer? Wohl kaum, denn ihr könntet ja selbst der Arme sein! Ihr würdet wahrscheinlich ein System wählen, das zumindest ein soziales Netz bietet, falls ihr mal straucheln solltet.
Oder würdet ihr ein System unterstützen, in dem bestimmte Ethnien diskriminiert werden? Eher nicht, denn ihr könntet ja selbst dieser Ethnie angehören! Ihr würdet wahrscheinlich Gleichberechtigung für alle fordern.
Die Idee ist also: Wenn wir nicht wissen, wer wir sein werden, treffen wir Entscheidungen, die fair für alle sind.
Meine (leicht unpopuläre) Meinung
Jetzt kommt meine unpopuläre Meinung: Ich glaube, wir bräuchten diesen Schleier des Nichtwissens viel öfter. Nicht nur in der Politik, sondern auch im Alltag.
Klar, es ist ein Gedankenexperiment. Wir können unser Wissen über uns selbst nicht einfach ausknipsen. Aber wir können versuchen, uns in andere hineinzuversetzen. Wir können versuchen, die Welt aus ihren Augen zu sehen.
Vielleicht würden wir dann nicht so schnell über Menschen urteilen. Vielleicht würden wir nicht so egoistisch handeln. Vielleicht würden wir ein bisschen netter zueinander sein.
Ich weiß, klingt naiv. Aber hey, ein bisschen Naivität hat noch niemandem geschadet. Oder?
Und noch was: Ich glaube, dass viele unserer heutigen Probleme daher rühren, dass wir den Schleier des Nichtwissens komplett ignorieren. Die Reichen denken nur an sich selbst, die Mächtigen missbrauchen ihre Macht und die Privilegierten vergessen, dass nicht jeder die gleichen Chancen hat.
Stellt euch vor, jeder Politiker, jeder CEO, jeder Influencer müsste vor jeder Entscheidung kurz unter den Schleier des Nichtwissens schlüpfen. Was wäre dann wohl anders?
Ich wette, einiges.
Also, liebe Leute, lasst uns ein bisschen mehr Rawls in unser Leben bringen. Lasst uns versuchen, die Welt ein bisschen gerechter zu machen. Auch wenn es nur in unseren Gedanken ist. Denn wer weiß, vielleicht färbt das ja irgendwann auf die Realität ab.
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss noch ein paar ethische Dilemmata lösen. Unter meinem persönlichen Schleier des Nichtwissens, versteht sich.
