Richtlinien Für Die Anlage Von Stadtstraßen
Kennen Sie das? Sie stehen an einer Ampel, die gefühlt seit dem Mauerfall rot ist. Oder Sie versuchen, mit dem Fahrrad einen Radweg zu nutzen, der so breit ist wie ein Lineal. Ich auch! Und ich habe so eine Ahnung, wer da vielleicht ein bisschen mitgemischt hat: die Richtlinien Für Die Anlage Von Stadtstraßen (RASt).
Ja, ich weiß, das klingt total spannend. Fast so aufregend wie Steuererklärung. Aber mal ehrlich, haben wir uns nicht alle schon mal gefragt, warum unsere Städte manchmal so seltsam geplant sind? Warum Kreuzungen so kompliziert sind, dass man eigentlich einen Lotsen bräuchte?
Parkplätze: Heilige Kühe der Stadtplanung?
Nehmen wir mal das Thema Parkplätze. Anscheinend ist es in manchen Köpfen immer noch so: Je mehr Parkplätze, desto besser! Aber ist das wirklich so? Ich behaupte: Nein! Brauchen wir wirklich vor jedem Bäcker, jedem Frisör, jedem Kiosk drei Parkplätze? Würde es nicht reichen, wenn man ein bisschen laufen müsste? (Ja, ich weiß, das ist eine radikale Meinung. Aber hört mich an!)
Ich meine, Bewegung ist gesund! Und wenn wir weniger Parkplätze hätten, gäbe es vielleicht mehr Platz für... Moment, ich hab’s gleich... ah ja: Bäume! Grünflächen! Oder sogar – haltet euch fest – Radwege!
Radwege: Die ewige Baustelle
Apropos Radwege: Kennt ihr diese Radwege, die abrupt enden, weil... ja, warum eigentlich? Oder die Radwege, die sich mit Fußgängern teilen, was dann zu einem Slalomlauf zwischen Kinderwagen, Rollatoren und Instagram-Selfies führt? Das sind Momente, in denen ich mir denke: Hat da jemand die RASt vielleicht etwas zu ernst genommen?
Ich meine, Radfahrer sind nicht irgendwelche Störenfriede, die man am liebsten in den Gully verbannen würde. Sie sind Teil der Lösung! Sie entlasten den Verkehr, sie sind umweltfreundlich und sie halten uns fit. Also, liebe Stadtplaner, gebt uns endlich Radwege, auf denen man auch gerne fährt!
Ampeln: Das rote Tuch
Und dann sind da noch die Ampeln. Diese rot leuchtenden Dinger, die uns das Leben so schwer machen. Ich weiß ja, dass Ampeln wichtig sind für die Sicherheit. Aber manchmal habe ich das Gefühl, sie wurden speziell dafür entwickelt, den Verkehrsfluss zu sabotieren. Man steht da, die Straße ist leer, und trotzdem: rot! Warum?
Ich träume von intelligenten Ampelsystemen, die den Verkehr wirklich regeln, anstatt ihn zu behindern. Ampeln, die erkennen, ob da überhaupt Autos kommen. Ampeln, die sich anpassen. Aber vielleicht bin ich da einfach zu naiv.
Der heilige Gral: Fußgängerzonen
Was ich wirklich liebe, sind Fußgängerzonen. Orte, an denen man einfach mal durchatmen kann. Orte, an denen man bummeln kann, ohne ständig Angst haben zu müssen, überfahren zu werden. Aber auch hier gilt: Fußgängerzonen sind nicht gleich Fußgängerzonen.
Eine gute Fußgängerzone ist belebt, hat schöne Geschäfte, Cafés und vielleicht sogar ein paar Bäume. Eine schlechte Fußgängerzone ist leer, trist und besteht hauptsächlich aus Wettbüros und Dönerbuden. (Nichts gegen Döner, aber ein bisschen Abwechslung wäre schon schön!)
Ich glaube, die RASt könnte sich ruhig mal ein bisschen mehr mit dem Thema Lebensqualität beschäftigen. Denn eine Stadt ist mehr als nur Straßen und Parkplätze. Sie ist ein Ort, an dem Menschen leben, arbeiten und sich wohlfühlen sollen. Und dazu gehört eben auch, dass man gerne durch die Straßen bummelt, mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt oder einfach mal in einem Café sitzt und das Leben genießt.
Mehr Mut zur Kreativität!
Also, liebe Stadtplaner, liebe RASt-Experten, traut euch doch mal, ein bisschen mutiger zu sein! Denkt um die Ecke! Probiert neue Dinge aus! Ich verspreche euch, die Leute werden es euch danken.
Vielleicht ist meine Meinung ja total unpopulär. Vielleicht bin ich ja einfach nur ein Träumer. Aber ich glaube fest daran, dass wir unsere Städte ein bisschen lebenswerter machen können. Und vielleicht fängt das ja schon damit an, dass wir die Richtlinien Für Die Anlage Von Stadtstraßen mal ein bisschen kritisch hinterfragen.
Denn am Ende des Tages wollen wir doch alle das Gleiche: Eine Stadt, in der es sich gut leben lässt. Eine Stadt, in der man gerne unterwegs ist. Eine Stadt, die einfach Spaß macht.
