River Flows In You Noten Für Klavier
Okay, Leute, lasst uns ehrlich sein. Wir müssen über etwas reden. Etwas, das uns alle betrifft. Etwas, das in fast jedem Haushalt lauert, wo ein Klavier steht. Ich spreche natürlich von… *River Flows In You*.
Ja, ich weiß, ich weiß. Bevor ihr eure Mistgabeln herausholt, hört mir kurz zu. Ich sage nicht, dass das Stück schlecht ist. Im Gegenteil, es ist wunderschön. Wirklich. Aber… ist es nicht ein bisschen *zu* wunderschön?
Ich meine, wann immer ich ein Klavier sehe, egal wo, bin ich innerlich darauf vorbereitet. Darauf, dass jemand – und ich wette, ihr kennt diese Person auch – sich hinsetzen wird und die ersten paar Takte von River Flows In You anspielt. Meistens ohne Vorwarnung.
Das "Ich-kann-auch-Klavier-spielen"-Phänomen
Es ist fast so, als ob dieses Stück ein heimlicher Code ist. Ein Code für: "Hey, schaut mal, ich habe mal Klavierunterricht gehabt! Und ich kann mich sogar noch an etwas erinnern!"
Nichts gegen Klavierunterricht! Ich finde es toll, wenn Leute ein Instrument spielen. Aber dieses eine Lied… es ist einfach *überall*. Es ist wie der musikalische Klebstoff, der jede Gelegenheit zusammenhält, bei der ein Klavier in Sichtweite ist.
Die Fluch und Segen-Beziehung
Versteht mich nicht falsch. Ich schätze die Einfachheit und die Melancholie. Yiruma, der Komponist, hat wirklich etwas geschaffen, das die Leute berührt. Aber manchmal, nur manchmal, wünsche ich mir, die Leute würden etwas anderes spielen. Irgendetwas. Selbst "Für Elise" wäre eine willkommene Abwechslung!
Ich meine, es gibt so viele andere fantastische Klavierstücke. Warum immer nur River Flows In You? Ist es, weil es relativ einfach zu lernen ist? Wahrscheinlich. Ist es, weil es tiefgründig und emotional klingt, obwohl man nicht viel können muss? Wahrscheinlich auch.
Aber das ist doch ein bisschen… traurig, oder? Dass ein Stück so dominant geworden ist, dass es fast alle anderen in den Schatten stellt.
Die Unausweichlichkeit
Ich war mal auf einer Hochzeit. Eine wunderschöne Hochzeit. Und wisst ihr, was im Hintergrund gespielt wurde, während die Gäste auf das Brautpaar warteten? Richtig. River Flows In You. Ich meine, es war ja passend, aber… ein bisschen vorhersehbar.
Und bei Beerdigungen? Ich schwöre, ich habe es da auch schon gehört! Okay, vielleicht übertreibe ich. Aber ihr wisst, was ich meine. Es ist wie der musikalische Schweizer Taschenmesser. Es passt irgendwie immer. Aber ist das wirklich gut?
Manchmal denke ich, Yiruma muss sich fragen, ob er nicht einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Einen Pakt, der ihm weltweiten Ruhm für dieses eine Stück eingebracht hat, aber gleichzeitig alle anderen seiner Kompositionen in den Hintergrund drängt.
Vielleicht bin ich auch einfach nur ein bisschen übersättigt. Ich habe es wahrscheinlich schon so oft gehört, dass ich langsam immun gegen seine angebliche Magie werde. Vielleicht. Aber ich bin mir sicher, ich bin nicht der Einzige, der manchmal denkt: "Nicht schon wieder River Flows In You!"
Die Lösung?
Also, was können wir tun? Ich habe da ein paar Ideen. Erstens: Lasst uns alle gemeinsam versprechen, ein neues Klavierstück zu lernen. Irgendetwas. Egal was. Hauptsache, es ist nicht River Flows In You.
Zweitens: Lasst uns diejenigen loben, die den Mut haben, etwas anderes zu spielen. Wenn jemand sich an ein unbekanntes Klavierstück wagt, dann sollten wir applaudieren. Und drittens: Lasst uns Yiruma nicht vergessen! Der Mann hat mehr komponiert als nur dieses eine Stück!
Vielleicht ist es ja nur ein Phänomen unserer Zeit. Vielleicht wird River Flows In You irgendwann von einem anderen, noch eingängigeren Klavierstück abgelöst. Aber bis dahin… werde ich mich wohl oder übel damit abfinden müssen. Und vielleicht, ganz vielleicht, werde ich irgendwann wieder Freude daran finden. Aber im Moment brauche ich eine Pause. Eine lange, lange Pause.
Und jetzt entschuldigt mich. Ich glaube, ich muss mal kurz ans Klavier. Aber keine Angst, ich werde *nicht* River Flows In You spielen. Versprochen!
