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Scham Und Ekel In Der Pflege


Scham Und Ekel In Der Pflege

Die Pflege hilfsbedürftiger Menschen, sei es im Alter, aufgrund von Krankheit oder Behinderung, ist eine Aufgabe, die oft mit körperlichen und emotionalen Herausforderungen verbunden ist. Neben den offensichtlichen Belastungen, wie der Bewältigung von Zeitmangel und körperlicher Anstrengung, können auch Gefühle von Scham und Ekel bei Pflegenden und den zu Pflegenden selbst eine erhebliche Rolle spielen. Dieses Thema ist oft tabuisiert, aber es ist wichtig, es anzusprechen, um Pflegesituationen humaner zu gestalten und sowohl Pflegende als auch Pflegebedürftige zu unterstützen.

Scham in der Pflege

Scham ist ein komplexes Gefühl, das entsteht, wenn wir uns in den Augen anderer als unzulänglich, beschämend oder unwürdig wahrnehmen. In der Pflege kann Scham auf beiden Seiten auftreten:

Scham bei Pflegebedürftigen

Für Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, kann der Verlust von Autonomie und Kontrolle über ihren Körper und ihre Lebensführung tiefe Schamgefühle auslösen. Dies gilt besonders für Tätigkeiten, die traditionell als sehr privat gelten, wie beispielsweise:

  • Körperpflege: Waschen, An- und Ausziehen, Toilettengang
  • Inkontinenz: Der Verlust der Kontrolle über Blase oder Darm
  • Ernährung: Abhängigkeit beim Essen und Trinken
  • Kognitive Einschränkungen: Gedächtnisverlust, Orientierungslosigkeit

Die Scham kann sich darin äußern, dass sich die Pflegebedürftigen zurückziehen, ablehnend oder aggressiv reagieren oder versuchen, ihre Hilfsbedürftigkeit zu verbergen. Sie fürchten, zur Last zu fallen, ihre Würde zu verlieren oder von ihren Angehörigen oder Pflegenden anders wahrgenommen zu werden.

Scham bei Pflegenden

Auch Pflegende können Scham empfinden, obwohl dies oft weniger thematisiert wird. Die Gründe dafür können vielfältig sein:

  • Überforderung: Das Gefühl, der Situation nicht gewachsen zu sein, Fehler zu machen oder den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen nicht gerecht werden zu können.
  • Eigene Ekelgefühle: Unbehagen oder Abneigung gegenüber bestimmten pflegerischen Tätigkeiten, insbesondere im Zusammenhang mit Ausscheidungen.
  • Schuldgefühle: Das Gefühl, nicht genug Zeit oder Energie für die Pflege aufbringen zu können oder eigene Bedürfnisse zu vernachlässigen.
  • Sozialer Druck: Der Anspruch, eine perfekte Pflegeperson zu sein und die Angst, von anderen für mangelnde Fürsorge verurteilt zu werden.

Diese Schamgefühle können dazu führen, dass Pflegende sich isolieren, ihre eigenen Bedürfnisse ignorieren oder sogar die Pflegequalität vernachlässigen.

Ekel in der Pflege

Ekel ist eine starke emotionale Reaktion, die uns vor potenziell schädlichen oder abstoßenden Dingen schützen soll. In der Pflege kann Ekel durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Ausscheidungen: Urin, Stuhl, Erbrochenes, Wundsekret
  • Körperliche Veränderungen: Wunden, Geschwüre, Hauterkrankungen
  • Gerüche: Unangenehme Gerüche, die mit Krankheit oder mangelnder Hygiene verbunden sind

Ekel ist eine natürliche Reaktion, aber er kann die Pflegebeziehung belasten, wenn er nicht angemessen bewältigt wird. Pflegende, die Ekel empfinden, können sich innerlich distanzieren, die Pflege mit Widerwillen ausführen oder sogar den Kontakt zum Pflegebedürftigen vermeiden. Dies kann zu Gefühlen der Verletzung und Demütigung beim Pflegebedürftigen führen.

Umgang mit Scham und Ekel

Der Umgang mit Scham und Ekel in der Pflege erfordert Sensibilität, Empathie und offene Kommunikation. Hier sind einige Strategien, die sowohl Pflegebedürftigen als auch Pflegenden helfen können:

Für Pflegebedürftige:

  • Offene Kommunikation: Sprechen Sie über Ihre Gefühle von Scham und Hilflosigkeit. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Ängste und Sorgen äußern können.
  • Wahrung der Privatsphäre: Achten Sie darauf, dass Ihre Privatsphäre während der Pflege respektiert wird. Bitten Sie um Unterstützung bei der Organisation der Pflegeumgebung, um Ihre Intimität zu schützen.
  • Akzeptanz der Situation: Versuchen Sie, Ihre Situation anzunehmen und sich nicht dafür zu schämen, Hilfe zu benötigen. Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Sie noch selbstständig tun können.
  • Professionelle Hilfe: Scheuen Sie sich nicht, professionelle psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen, um Ihre Gefühle zu verarbeiten.

Für Pflegende:

  • Selbstreflexion: Erkennen Sie Ihre eigenen Gefühle von Scham und Ekel an. Verurteilen Sie sich nicht dafür, sondern versuchen Sie, die Ursachen zu verstehen.
  • Empathie: Versetzen Sie sich in die Lage des Pflegebedürftigen und versuchen Sie, seine Gefühle zu verstehen.
  • Offene Kommunikation: Sprechen Sie mit dem Pflegebedürftigen über Ihre Gefühle, aber achten Sie darauf, dies auf respektvolle und einfühlsame Weise zu tun.
  • Professionelle Unterstützung: Nutzen Sie Angebote zur Entlastung und Unterstützung für Pflegende, wie beispielsweise Pflegekurse, Selbsthilfegruppen oder psychologische Beratung.
  • Professionelle Distanz: Entwickeln Sie Strategien, um eine professionelle Distanz zu wahren, ohne die Wärme und Zuwendung zu vernachlässigen.
  • Humor: In manchen Situationen kann Humor helfen, die Anspannung abzubauen, aber achten Sie darauf, dass er nicht auf Kosten des Pflegebedürftigen geht.
  • Hygienemaßnahmen: Konsequente Hygienemaßnahmen können helfen, Ekelgefühle zu reduzieren und die Ausbreitung von Keimen zu verhindern. Tragen Sie Handschuhe und Schutzkleidung, und sorgen Sie für eine gründliche Reinigung und Desinfektion.

Weitere Hilfestellungen

Es gibt eine Vielzahl von Ressourcen und Organisationen, die Unterstützung für Pflegende und Pflegebedürftige anbieten:

  • Pflegestützpunkte: Bieten umfassende Informationen und Beratung zu allen Fragen rund um die Pflege.
  • Selbsthilfegruppen: Bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und gegenseitige Unterstützung zu erfahren.
  • Psychologische Beratungsstellen: Bieten professionelle Hilfe bei der Bewältigung von emotionalen Belastungen.
  • Pflegedienste: Können einen Teil der Pflege übernehmen und so Pflegende entlasten.
  • Kurse für pflegende Angehörige: Vermitteln wichtige Kenntnisse und Fertigkeiten für die Pflege.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Pflege eine herausfordernde Aufgabe ist, die viel Kraft und Engagement erfordert. Es ist keine Schande, sich Hilfe zu suchen, wenn man an seine Grenzen stößt. Indem wir offen über Scham und Ekel sprechen und uns gegenseitig unterstützen, können wir die Pflege humaner gestalten und sowohl Pflegenden als auch Pflegebedürftigen ein würdevolles Leben ermöglichen.

Denken Sie daran: Sie sind nicht allein. Es gibt viele Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen. Sprechen Sie darüber, suchen Sie sich Unterstützung und seien Sie freundlich zu sich selbst und anderen.

Die Bewältigung von Scham und Ekel in der Pflege ist ein fortlaufender Prozess. Es erfordert Geduld, Verständnis und die Bereitschaft, sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen.
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