Schriftliche Ausarbeitung Einer Aktivität Im Kindergarten Basteln
Ach, die Kindergartenzeit! Erinnert ihr euch noch daran? Eine Welt voller Farben, Lachen und endloser Kreativität. Ich war vor Kurzem auf einem kleinen Kurztrip zurück in diese Zeit, nicht direkt als Kind, sondern als helfende Hand in einem Kindergarten in einem kleinen Dorf. Was ich dort erlebt habe, war so inspirierend und hat mir so viel Freude bereitet, dass ich es unbedingt mit euch teilen muss. Es geht um das Basteln! Aber nicht einfach nur so, sondern um eine geplante und durchdachte Bastelaktivität, die den kleinen Künstlern Raum für Entfaltung lässt.
Bevor ich euch aber von der konkreten Bastelidee erzähle, möchte ich kurz auf die Bedeutung der schriftlichen Ausarbeitung solcher Aktivitäten eingehen. Denn hinter jedem noch so einfachen Bastelprojekt steckt im Kindergarten meist eine sorgfältige Planung. Stell dir vor, du planst eine Reise. Du überlegst dir nicht nur, wohin es gehen soll, sondern auch, wie du dorthin kommst, was du sehen möchtest und wie viel Zeit du dafür einplanst. Genauso ist es mit einer Bastelaktivität im Kindergarten. Eine schriftliche Ausarbeitung ist wie eine Art Reiseroute, die den Erzieherinnen und Erziehern hilft, den Überblick zu behalten und sicherzustellen, dass das Projekt auch wirklich gelingt.
Die Bedeutung der schriftlichen Ausarbeitung
Warum ist das so wichtig? Nun, eine gut durchdachte Planung hilft, die Ziele der Aktivität klar zu definieren. Was sollen die Kinder lernen? Welche Fähigkeiten sollen sie entwickeln? Geht es um die Förderung der Feinmotorik, der Kreativität, der Teamfähigkeit oder vielleicht sogar um das Kennenlernen bestimmter Materialien? Durch die schriftliche Fixierung dieser Ziele wird sichergestellt, dass die Aktivität einen pädagogischen Mehrwert bietet und nicht nur dem reinen Zeitvertreib dient.
Außerdem hilft die Ausarbeitung, den Materialbedarf realistisch einzuschätzen und die einzelnen Schritte der Aktivität sinnvoll zu strukturieren. Nichts ist frustrierender für Kinder (und Erzieherinnen!), als wenn mitten im Bastelprozess plötzlich das Klebeband fehlt oder die Schere unauffindbar ist. Eine detaillierte Materialliste und eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung beugen solchen Problemen vor und sorgen für einen reibungslosen Ablauf.
Und nicht zuletzt dient die schriftliche Ausarbeitung auch der Dokumentation. Sie ermöglicht es, die Aktivität im Nachhinein zu reflektieren und zu bewerten. Was hat gut funktioniert? Was könnte man beim nächsten Mal anders machen? Diese Erkenntnisse sind wertvoll für die Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit.
Die Bestandteile einer guten Ausarbeitung
Was gehört nun alles in so eine Ausarbeitung hinein? Im Wesentlichen sind es folgende Punkte:
- Thema und Zielsetzung: Was ist das Thema der Aktivität und welche Ziele sollen erreicht werden?
- Zielgruppe: Für welche Altersgruppe ist die Aktivität geeignet?
- Materialien: Welche Materialien werden benötigt? Eine detaillierte Liste ist hier unerlässlich.
- Vorbereitung: Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden? Müssen Materialien zugeschnitten oder vorbereitet werden?
- Durchführung: Eine genaue Beschreibung der einzelnen Schritte der Aktivität.
- Differenzierungsmöglichkeiten: Wie kann die Aktivität an unterschiedliche Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder angepasst werden?
- Reflexion: Was ist gut gelaufen? Was könnte man verbessern?
- Zeitlicher Rahmen: Wie viel Zeit wird für die Aktivität benötigt?
Das Bastelprojekt: Frühlingsblumen aus Eierkartons
Nun aber genug der Theorie! Kommen wir zum praktischen Teil. Das Projekt, an dem ich im Kindergarten mitwirken durfte, war das Basteln von Frühlingsblumen aus Eierkartons. Eine wunderbare Idee, wie ich finde, denn sie verbindet Kreativität mit Nachhaltigkeit.
Thema: Frühlingsblumen basteln
Zielsetzung: Förderung der Feinmotorik, der Kreativität, des Umgangs mit verschiedenen Materialien und der Wertschätzung für die Natur.
Zielgruppe: Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren.
Materialien:
- Eierkartons (am besten aus Pappe)
- Wasserfarben oder Acrylfarben
- Pinsel
- Schere
- Kleber (am besten Bastelkleber)
- Grüne Pfeifenreiniger oder Schaschlikspieße
- Knöpfe, Perlen oder Pailletten zur Dekoration
- Evtl. Glitzer
Vorbereitung:
Die Eierkartons werden in einzelne Eierbecher zerschnitten. Je nach Alter der Kinder kann dies bereits von den Erzieherinnen vorbereitet werden. Die Farben und das restliche Material werden bereitgestellt.
Durchführung:
- Die Kinder bemalen die einzelnen Eierbecher mit den Farben ihrer Wahl. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt!
- Während die Farbe trocknet, können die Kinder die Pfeifenreiniger oder Schaschlikspieße grün anmalen (diese dienen als Stängel).
- Sobald die Eierbecher getrocknet sind, werden sie mit der Schere in Blütenblätter geschnitten. Je nachdem, wie die Blütenblätter geschnitten werden, entstehen unterschiedliche Blütenformen.
- Die Blütenblätter werden nun zu einer Blüte zusammengeklebt.
- In die Mitte der Blüte wird ein Knopf, eine Perle oder eine Paillette geklebt.
- Der Stängel (Pfeifenreiniger oder Schaschlikspieß) wird an der Unterseite der Blüte befestigt.
- Optional können die Blumen noch mit Glitzer verziert werden.
Differenzierungsmöglichkeiten:
Für jüngere Kinder können die Eierbecher bereits von den Erzieherinnen in Blütenblätter geschnitten werden. Ältere Kinder können sich selbst an komplexeren Blütenformen versuchen. Statt Farben können auch Buntstifte oder Filzstifte verwendet werden. Wer möchte, kann aus Papier noch Blätter ausschneiden und an den Stängel kleben.
Reflexion:
Die Kinder waren mit Begeisterung dabei! Besonders das Bemalen der Eierbecher hat ihnen viel Spaß gemacht. Einige Kinder waren sehr kreativ bei der Gestaltung der Blütenblätter, andere haben lieber mit Glitzer gearbeitet. Es war schön zu sehen, wie unterschiedlich die Ergebnisse waren und wie viel Freude die Kinder an ihren selbstgebastelten Blumen hatten. Ein paar Schwierigkeiten gab es beim Zusammenkleben der Blütenblätter, aber mit etwas Hilfe von den Erzieherinnen haben auch die jüngeren Kinder das geschafft. Für das nächste Mal würde ich vielleicht noch mehr verschiedene Materialien zur Dekoration anbieten, z.B. Federn oder bunte Wollfäden.
Zeitlicher Rahmen:
Die Aktivität hat insgesamt ca. 1,5 Stunden gedauert, inklusive Vorbereitung und Aufräumen.
Das Fazit? Eine einfache, aber wirkungsvolle Bastelaktivität, die den Kindern nicht nur Spaß macht, sondern auch ihre Kreativität und Feinmotorik fördert. Und das Beste daran: Sie ist nachhaltig und schont die Umwelt!
Es war wirklich eine tolle Erfahrung, Teil dieser kreativen Reise zu sein. Ich habe gelernt, wie wichtig Planung und Struktur auch bei vermeintlich einfachen Dingen sind und wie viel Freude es bereiten kann, Kindern dabei zuzusehen, wie sie ihre eigenen Ideen verwirklichen. Wenn ihr also mal die Möglichkeit habt, in einem Kindergarten mitzuhelfen oder sogar selbst eine Bastelaktivität zu planen, dann lasst euch nicht abschrecken! Es ist eine wunderbare Erfahrung, die euch garantiert mit einem Lächeln auf den Lippen zurücklassen wird. Und wer weiß, vielleicht nehmt ihr ja sogar ein paar neue Ideen für eure nächste Reise mit nach Hause!
Ich hoffe, dieser kleine Einblick in die Welt der Kindergarten-Bastelaktivitäten hat euch gefallen. Und wer weiß, vielleicht inspiriert er euch ja sogar dazu, selbst mal wieder kreativ zu werden! Bis zum nächsten Mal!
